Mehr Arten im Garten
Gemeinsam für mehr Arten im Garten
Die Biodiversität ist rückläufig - dieses globale Problem spiegelt sich auch in der Berliner Stadtnatur wider. Einst zahlreich vorkommende Wildbienen gehen im Bestand zurück. Knapp 40% der etwa 300 in Berlin vorkommenden Wildbienenarten ist als bestandsgefährdet eingestuft, sie gehören damit zu einer der am stärksten bedrohten Artengruppen.
Auch die Vogelwelt hat Einbußen zu verschmerzen: So stuft die aktuelle Rote Liste der Brutvögel Berlins im Vergleich zum Jahr 2013 30 Vogelarten in eine höhere Gefährdungskategorie ein, drei davon gelten mittlerweile sogar als ausgestorben. Insgesamt sind 48 % der 185 Berliner Vogelarten entweder ausgestorben oder im Bestand teilweise stark gefährdet.
Eine weitere betroffene Gruppe sind die Amphibien. Sie leiden nicht nur unter der Versiegelung durch Neubau und die Verdichtung der Infrastruktur, sondern auch unter dem sinkenden Grundwasserspiegel sowie zunehmender Trockenheit infolge fehlender Niederschläge, also Lebensraumverlust.
Man könnte annehmen, es handle sich dabei um seltene Arten, doch dem ist nicht so: Selbst sogenannte „Allerweltsarten“ leiden und finden in der immer stärker versiegelten Stadtnatur keinen Raum mehr zum Überleben. Der Feldsperling und der Haussperling zählen zu den Verlierern dieser Entwicklung und sind rückläufig.
Welche Potenziale hat Berlin?
Im Zuge der Kooperation der Stiftung Naturschutz Berlin und des Landesverbandes Berlin der Gartenfreunde e. V. wurde erkannt, dass die Berliner Kleingärten mit einer Gesamtfläche von 3.000 ha, und damit 3 % der Berliner Landesfläche, eine in Deutschland einzigartige Flächenkulisse darstellen. Die Anlagen liegen mitunter mitten in der Stadt und sind somit auch als klimatische Ausgleichsflächen von großer Bedeutung. Kleingartenanlagen sind daher besonders wertvolle Flächen, die durch eine gezielte Aufwertung zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Flora, Fauna und Mensch beitragen können.
Um dieses Potenzial zu heben, startete im Herbst 2025 das gemeinsame Projekt „Mehr Arten im Garten“. Grundlage des Projektes, das von der Lotto-Stiftung Berlin gefördert wird, bildet die langjährige Kooperation der Stiftung Naturschutz Berlin mit dem Landesverband Berlin der Gartenfreunde e. V.
Ziel des Projektes
Die sechs Projektflächen werden, verteilt über drei Jahre, in Zusammenarbeit mit den Kleingärtnerinnen biodivers gestaltet. Zäune sollen durchgängig gemacht und Lebensräume für Eidechsen, Knoblauchkröten und den Zaunkönig geschaffen werden. Ziel ist es, die Gartenfachberater*innen in den Bezirken zu Profis in Sachen Artenvielfalt auszubilden und die Kleingartenanlagen lebenswert für Mensch und Tier zu gestalten.
Was bisher geschah
Um die biologische Vielfalt der Gartenflächen zu erhöhen, haben die Stiftung Naturschutz Berlin und der Landesverband Berlin der Gartenfreunde e.V. bereits 2018 eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Das Ziel ist und war es, in den Kleingärten möglichst naturnah zu gärtnern, diese ökologisch aufzuwerten und damit die Artenvielfalt der Stadt zu erhalten und zu fördern. Auf der Agenda standen dabei Projekte zur Umweltbildung, die Entwicklung übergeordneter Biotopverbindungen und Schutzmaßnahmen für Amphibien und andere heimische Tier- und Pflanzenarten.
Die enge Zusammenarbeit mit den Kleingärtner*innen hat bereits vor dem Start des gemeinsamen Projektes mit der Lotto Stiftung Berlin zahlreiche Früchte getragen. Es wurden:
- Wildpflanzen-Saatgutmischungen ausgesät,
- gefährdete Wildpflanzen ausgepflanzt (in Zusammenarbeit mit dem Projekt Urbanität & Vielfalt)
- Wildbienen- und Insektennisthilfen gebaut,
- Biotopholzstreifen für Wildtiere angelegt
- und Fledermauskästen angebracht.
Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit!

Das Kooperationsprojekt der Stiftung Naturschutz Berlin und des Landesverbandes Berlin der Gartenfreunde e.V. “Mehr Arten im Garten” wird von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin gefördert.







