Kleine Pelzlaake

Das Projekt im Überblick:

Was: Kleine Pelzlaake, Torfmächtigkeit bis zu 8,5m

Wo: Bezirk Treptow-Köpenick im NSG “Müggelspreeniederung Köpenick” (Teilgebiet  Krumme Laake/Pelzlaake)

Moortyp: Kesselmoor

Entwicklungsziel: Saure Arm- und Zwischenmoore (Übergangs- und Schwingrasenmoore, FFH LRT 7140)

Wann: 2011-2012

Stand: Renaturierung abgeschlossen, weiterhin Begehungen und Maßnahmenbestimmung

Finanzierung: Klimaschutzabgabe

Startschuss für die Moorrenaturierung an der Kleinen Pelzlaake

Als erstes Moorrenaturierungsprojekt wurde im Jahr 2010 die Kleine Pelzlaake in Berlin-Köpenick ausgewählt, ein Kesselmoor mit einer Torfmächtigkeit von bis zu 8,50 Metern. Die Moorfläche ist von Entwässerungsgräben durchzogen. Das Moor trocknete in den vorhergehenden Jahren immer mehr aus, tiefwurzelnde Arten besiedelten den Lebensraum – es stellte sich ein stagnierender Moortyp ein. Noch fanden sich dort in Resten moortypische Pflanzen, wie die Gewöhnliche Moosbeere, der Rundblättrige Sonnentau und das Scheidige Wollgras. Vorherrschend waren jedoch dominante Störzeiger wie die Moorbirke, die Waldkiefer und das Pfeifengras.
 

Kleine Pelzlaake vor den Maßnahmen
Vorher
Kleine Pelzlaake nach den Renaturierungsmaßnahmen
Nachher

Es wurde vermutet, dass beim Bau der Entwässerungsgräben die Abdichtung der Torfschichten gegenüber der mineralischen Umgebung stark gestört und die Wasserrückhaltung beeinträchtigt ist. Untersuchungen im Rahmen des Moorrenaturierungsprojektes ergaben, dass die Abdichtung des Untergrundes im Bereich der Gräben noch intakt ist. Mit den Mitteln aus der Klimaabgabe wurden die Moorflächen entkusselt, also die Gehölze entnommen, und das dominante Pfeifengras zurückgedrängt. So wird die Verdunstung, die Durchwurzelung des Torfkörpers, und die Beschattung verringert sowie das Wasser im Gebiet gehalten und ein stabiler Moorwasserstand eingestellt. Dadurch verbessern sich die Voraussetzungen für die Ausbreitung von moortypischen Pflanzen, wie z.B. Torfmoose, erheblich.

Mit Hilfe von zwei Moorpegeln, die von der Obersten Naturschutzbehörde installiert wurden, wird die Wirkung der Maßnahmen auf den Moorwasserstand dokumentiert.

Die Ergebnisse der Renaturierung können sich sehen lassen!

Nur 5 Jahre nach den Maßnahmen hat sich in der Kleinen Pelzlaake wieder eine typische Vegetation für diesen Standort entwickelt. Durch das Entfernen von Bäumen sind die entstandenen offenen Torfflächen wieder wassergesättigt. Messungen im Moor zeigen, dass der Wasserstand trotz der trockenen Jahre 2014 bis 2016 weniger gesunken ist als in Moortypen, die von Bäumen bewachsen sind. Das bedeutet, dass die Fähigkeit des Torfkörpers, auf sich ändernde Wasserstände zu reagieren (Oszillation), positiv beeinflusst wurde.

Besonders erfreulich ist, dass sich neben den vorherrschenden Binsen- und Seggenarten auch die charakteristischen Wollgräser und Torfmoose im Kesselmoor ausgebreitet haben. Zwei Torfmoosarten, die in Berlin als verschollen galten, – Sphagnum cuspidatum und Sphagnum inundatum – wurden sogar wiederentdeckt.

Renaturierte Pelzlaake

Kleine Pelzlaake während der Renaturierungsmaßnahmen

Kleine Pelzlaake vor der Renaturierung