Krumme Laake – östlicher Moorarm
Das Teil-Projekt im Überblick:
Was: Krumme Laake östlicher Moorarm, Flächengröße: ca. 6,5 ha
Wo: Bezirk Treptow-Köpenick im NSG “Müggelspreeniederung Köpenick” (Teilgebiet Krumme Laake/Pelzlaake)
Moortyp: Verlandungsmoor mit Restsee
Entwicklungsziel: Saure Arm- und Zwischenmoore (Übergangs- und Schwingrasenmoore, FFH LRT 7140)
Wann: 2014-2015
Stand: Renaturierung abgeschlossen, weitere Maßnahmen seit 2016 durch Oberste Naturschutzbehörde (ONB)
Finanzierung: Klimaschutzabgabe und zusätzliche Mittel der ONB
Schutz und Wiederherstellung eines einzigartigen Moorökosystems
Bei der Krummen Laake handelt es sich um ein Verlandungsmoor mit einem Restsee. Sie liegt im Naturschutzgebiet "Müggelspreeniederung Köpenick" (Teilgebiet Krumme Laake/Pelzlaake) und ist seit 1927 geschützt. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts zeichneten sich die vier Moorarme der Krummen Laake durch weitgehend gehölzfreie Moorgesellschaften aus (Torfmoosgesellschaften, Schwingrasen), das Moor war noch in einem guten Zustand. In den 1950er Jahren änderte sich dies: Das Moor trocknete wegen Grundwasserabsenkung immer weiter aus und Gehölze siedelten sich an, die seine typische Vegetation wie Gewöhnliche Moosbeere, Sonnentau und Wollgras verdrängten.
Im östlichen Moorarm der Krummen Laake hat sich ein degenerierter Kiefernmoorwald gebildet, in dem die Entwicklung von Torfmoosen aufgrund der starken Beschattung eingeschränkt ist. Die Kiefern entzogen dem Moor große Wassermengen, sodass ein Moorwachstum nicht mehr zu erwarten war. Stattdessen kam es zu fortschreitender Torfzersetzung und CO2-Freisetzung.
Verlauf der Renaturierungsmaßnahmen
Seit Mitte der 1990er Jahre haben sich die Grundwasserstände im Bereich der Krummen Laake durch eine reduzierte Grundwasserförderung des Wasserwerks Friedrichshagen erholt. Daher herrschen wieder Wasserstände, die eine Entwicklung zu einem wachsenden Torfmoosmoor erlauben. Seit 2014 wurden mit Unterstützung der Berliner Forsten und der Obersten Naturschutzbehörde (ONB) in mehreren Phasen Renaturierungsmaßnahmen im östlichen Moorarm der Krummen Laake umgesetzt. Die Arbeiten wurden zunächst mit Mitteln aus der Klimaschutzabgabe des Landes Berlin finanziert. Seit 2016 werden ergänzende Maßnahmen mit Mitteln der ONB ausgeführt.
2014 wurde der östliche Moorarm zunächst von einem Teil der Gehölze (insbesondere Kiefern) befreit. So konnte am Ostrand wieder ein offener Moorbereich geschaffen werden. Auf diese Weise werden die Verdunstung, die Durchwurzelung des Torfkörpers und die Beschattung des Moores verringert sowie der Wasserhaushalt verbessert. Zudem wurden die Voraussetzungen für die Wiederausbreitung von moortypischen Arten geschaffen.
2015 wurden weitere Sträucher und junge Laubbäume (insbesondere Erlen) gerodet, im Zentrum eine weitere Lichtung geschaffen und in den wiederhergestellten offenen Bereich am Ostrand des Moorarms Baumstubben entfernt. So wird das Austreiben von gefällten Laubbäumen vermieden, die Wurzelbewehrung der Mooroberfläche aufgebrochen und ein differenziertes Mikrorelief hergestellt.
In den Folgejahren wurden ergänzende Maßnahmen durchgeführt damit sich das Moor weiter zu einem mesotroph-saurem Übergangsmoor entwickeln kann. Zum Beispiel wurden weitere Kiefernstubben im Moor gerodet und Flächen zur Beseitigung von Pfeifengras-Bulten abgeplaggt.
Und es entwickelt sich!
Inzwischen haben sich bemerkenswerte Vorkommen seltener und gefährdeter Moorpflanzenarten angesiedelt. Aus dem Kiefernbestand entwickelten sich nach den Maßnahmen Bult-Schlenken-Komplexe – also kleinräumige Wechsel aus leicht erhöhten Moospolstern (Bulte) und feuchten Mulden (Schlenken) – aus Torfmoosen, Wollgräsern und weiteren torfbildenden Pflanzenarten, die charakteristisch für saure Zwischenmoore sind. Durch die Entnahme von Wurzelstubben sind wassergefüllte Schlenken entstanden und bilden nun wertvolle Mikrohabitate. In den nassen Bereichen konnte beispielweise der in Berlin vom Aussterben bedrohte Kleine Wasserschlauch (Utricularia minor) entdeckt werden. Die umliegenden Pionierstandorte mit offenen Torfstellen wurden seit 2016 wieder erfolgreich durch den Mittleren Sonnentau (Drosera intermedia) besiedelt. Regelmäßig werden Massenvorkommen mit über 1.000 geschätzten Individuen der fleischfressenden Pflanze in dem östlichen Moorarm beobachtet.
Um diesen positiven Trend der Moorentwicklung auch langfristig zu unterstützen, wird bei Pflegemaßnahmen regelmäßig Gehölzaufwuchs entnommen. Mit diesen Maßnahmen kann sich das Moor wieder entwickeln. Es ist ein Lebensraum für hoch spezialisierte Arten und bindet erhebliche Mengen CO2 im Torf. Der östliche Moorarm der Krummen Laake ist damit wieder ein ausgezeichneter Klimaschützer.





























