Haus der Stadtnatur
Berlin bekommt ein Haus der Stadtnatur
Neues Zentrum für Naturschutz, Umweltbildung, Freiwillige und Förderung
Berlin, 13. Februar 2026. Die Stiftung Naturschutz Berlin (SNB) gründet ein Haus der Stadtnatur. Das Berliner Abgeordnetenhaus hat dem Kauf einer Immobilie in der Lehrter Straße durch die SNB einstimmig zugestimmt. Dies ist ein Meilenstein für den aktiven Naturschutz in Berlin.
Vor genau 45 Jahren wurde die Stiftung Naturschutz Berlin vom Abgeordnetenhaus per Gesetz gegründet. Mit dem Haus der Stadtnatur beginnt nun ein neues Kapitel. „Das ist für mich ein starkes Zeichen“, freut sich Geschäftsführer Stefan Richter über das Votum der Abgeordneten. „Ein Zeichen des Vertrauens in unsere Arbeit und ein Zeichen dafür, dass Naturschutz in dieser Stadt eine Zukunft hat.“
Das Haus der Stadtnatur soll nicht nur Sitz der Stiftung werden, sondern auch anderen Akteur*innen des Umwelt- und Naturschutzes offenstehen. So zieht beispielsweise die BLN (Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz e.V.) mit in die Lehrter Straße 17, in die Nähe des Hauptbahnhofs. Weitere Mieter*innen werden aktuell gesucht.
„Dank des Beschlusses der Abgeordneten, insbesondere der Regierungskoalition von CDU und SPD, können wir mit dem Haus der Stadtnatur etwas Neues schaffen, das es in Berlin in dieser Form bisher nicht gibt“, erklärt Stiftungsratsvorsitzender Umweltstaatssekretär Andreas Kraus das Konzept, „einen offenen Ort für alle, die sich für Natur interessieren, sie aktiv schützen oder einfach mehr über sie erfahren wollen“.
Vom Waldkindergarten bis zum Botanischen Garten, die SNB kooperiert schon jetzt mit hunderten Einrichtungen in dieser Stadt – sei es bei konkreten Naturschutzmaßnahmen, beim Langen Tag der StadtNatur, als Fördergeldgeberin oder als Trägerorganisation der Freiwilligendienste FÖJ und ÖBFD. Die Koordinierungsstellen Florenschutz und Fauna und die Stadtnatur-Ranger arbeiten eng mit der Senatsverwaltung, allen zwölf Bezirken, den zuständigen Fachbehörden und vielen Ehrenamtlichen zusammen. Für diese umfassende Vernetzungsarbeit bietet das Haus der Stadtnatur demnächst einen geeigneten Ort. Auch die stiftungseigene Naturschutzakademie wird zukünftig im Erdgeschoss Seminare, Workshops und Veranstaltungen für alle Berlinerinnen und Berliner anbieten.
Mit dem Haus der Stadtnatur will die Stiftung zudem zeigen, dass Naturschutzmaßnahmen auch in einer dicht besiedelten Gegend wie dem Hauptbahnhof-Quartier möglich sind. So sollen sowohl das Gebäude, in dem früher die Indonesische Botschaft ihren Sitz hatte, als auch die Außenflächen behutsam weiterentwickelt werden. „Das war auch uns wichtig“, erklärt Hanns-Martin Scherer, der bei der Immobilienfirma alstria für das Projekt zuständig ist. „Wir wollten nicht einfach nur ein schönes Gebäude an die Stiftung verkaufen, sondern gemeinsam einen abgestimmten Bauumfang erarbeiten, der den Anforderungen der Stiftung gerecht wird und die Grundlage für ihre zukünftige Arbeit schafft." Vermittelnd tätig war die Angermann Investment Advisory.
Aktuell sind die Umbauarbeiten in der Lehrter Straße in vollem Gange. „Das Haus der Stadtnatur ist eine große Chance für Berlin“, so die Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Annette Nawrath. „Es kann zeigen, dass Naturschutz kein Luxus ist, sondern eine Grundlage für Gesundheit, Lebensqualität und sozialen Zusammenhalt. Gerade in Zeiten von Klimakrise und Artensterben brauchen wir Orte, die Mut machen und zum Handeln einladen.“
Sie möchten über das Thema berichten oder haben Rückfragen?
Melden Sie sich gern unter presse@stiftung-naturschutz.de
Allgemeine Pressebilder zur freien Verwendung finden Sie unter:
https://www.stiftung-naturschutz.de/mediathek
Weitere Infos: https://www.stiftung-naturschutz.de/ueber-uns/die-stiftung/haus-der-stadtnatur
Braucht der Naturschutz in Berlin ein eigenes Haus?
Mitten in der Stadt entsteht ein offener Ort für Engagement, Bildung und Vernetzung rund um Berlins Natur. Warum das ein starkes Signal für den Naturschutz ist, das wir dringend brauchen, lesen Sie im persönlichen Blogbeitrag von Stefan Richter, Geschäftsführer der Stiftung.
Hintergrund Stiftung Naturschutz Berlin
Die Stiftung Naturschutz Berlin hat viele Aufgaben. Sie steht für aktiven Naturschutz, d.h. die Expert*innen der SNB renaturieren beispielsweise Moore, bauen Krötenzäune, hängen Fledermauskästen auf, bringen Wildpflanzen neu aus und schützen seltene und bedrohte Arten. Sie erheben Daten, mit denen die Verwaltung arbeiten kann, und die Stadtnatur-Ranger sind ständig draußen aktiv und unterwegs.
Ein zweiter Aufgabenschwerpunkt ist die Umweltbildung – für das Grundschulkind bis zur Fachkraft. Die Naturschutzakademie bietet Seminare und Workshops für alle Berliner*innen, die Seiten der Veranstaltungsplattform Umweltkalender Berlin wurden 2025 über eine halbe Million Mal aufgerufen, die Angebote von Nemo und Die Naturbegleiter* verzeichnen jedes Jahr neue Buchungsrekorde. Das Highlight der Umweltbildung ist der Lange Tag der Stadtnatur, ein Festival in allen zwölf Berliner Bezirken mit mehreren tausend Teilnehmenden. Der nächste Termin ist am 30./31. Mai.
Freiwilligendienste und Ehrenamt – der dritte Aufgabenbereich der SNB. Die Stiftung ist Träger des Freiwilligen ökologischen Jahres und des Ökologischen Bundesfreiwilligendienstes. Dabei arbeitet sie mit rund 200 Einrichtungen in dieser Stadt zusammen. Die Koordinierungsstelle Ehrenamt kümmert sich um das freiwillige Engagement im Naturschutz und vermittelt beispielsweise einen Green Social Day an Firmen. Jedes Jahr kommen so eine halbe Millionen Stunden ehrenamtliche Arbeit für den Naturschutz zusammen.
Die SNB ist zudem Förderstiftung, das heißt sie vergibt Gelder aus vier verschiedenen Förderfonds: Stiftungsmittel, Förderfonds Trenntstadt Berlin, Förderfonds Abfallberatung Zero Waste, Jagdabgabe. Die Stiftung unterstützt so Projekte, die andere mit ihrer Hilfe in dieser Stadt verwirklichen können. Von den künstlichen Inseln im Spandauer Maselakekanal bis zum Schulungs-Projekt mit Migrant*innen – die Themenvielfalt der geförderten Projekte spiegelt auch die Diversität Berlins wider.
