Neue Wiesen
Das Projekt im Überblick:
Was: Neue Wiesen, Torfmächtigkeiten bis 240 cm
Wo: Bezirk Treptow-Köpenick im LSG "Neue Wiesen"
Moortyp: Versumpfungsmoor
Entwicklungsziel: Feuchtwiesen auf Moorstandorten, an den Randbereichen magere Frischwiesen
Wann: seit 2025
Stand: Renaturierung, 1. Umsetzungsphase
Finanzierung: Klimaschutzabgabe
Die Neuen Wiesen in Berlin-Köpenick sind Teil einer vermoorten Niederung zwischen der Dahme und dem Großen Müggelsee. Ursprünglich wurden diese Flächen landwirtschaftlich als Feuchtwiesen genutzt. Bis in die 1950er Jahre waren sie nahezu vollständig offen und wiesen eine artenreiche Vegetation auf. Doch mit dem Nutzungsrückgang ab den 1960er Jahren begann eine schleichende Veränderung: Die Flächen überwucherten zunehmend, Gehölze wie die Schwarzerle breiteten sich aus, und nährstoffliebende Pflanzen wie Brennnessel und Goldrute verdrängten die typischen Moor- und Feuchtwiesenarten.
In den 1990er Jahre konnten in den Neuen Wiesen noch Arten wie das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) und das Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris) nachgewiesen werden – Florenschutzzielarten, die in Berlin mittlerweile stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht sind. Doch durch die zunehmende Verbrachung und Verbuschung sind diese Arten mittlerweile verschwunden. Seit über zehn Jahren wurden sie im Gebiet nicht mehr gefunden.
Ziel des Projekts ist die Entwicklung von extensiv gepflegten, artenreichen Feuchtwiesen, um so einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Erhaltung wertvoller Feuchtlebensräume zu leisten. Finanziert wird die Maßnahme über die Berliner Klimaschutzabgabe – ein Instrument, das CO₂-Kompensationsmittel gezielt für klimaschutzwirksame Maßnahmen in Berlin einsetzt. Zur Kofinanzierung der Maßnahmen werden Spenden durch Berlinerinnen und Berliner eingesetzt. Die Umsetzung erfolgt durch die Stiftung Naturschutz Berlin in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Bezirks Treptow-Köpenick, den Berliner Forsten und der Obersten Naturschutzbehörde.
Was genau ist geplant?
Das Projektgebiet umfasst zwei Teilflächen mit insgesamt rund 2,3 Hektar im Bereich der „Grünen Trift am Walde“. In einem ersten Schritt sollen stark überwucherte Bereiche entbuscht und Schwarzerlen und neophytische Gehölze wie die Spätblühende Traubenkirsche zurückgedrängt werden. Auch krautige Neophyten wie die Riesen- und die Kanadische Goldrute sollen entfernt werden, um konkurrenzschwächeren, aber ökologisch wertvollen Arten wieder mehr Raum zu geben.
Dabei wird sensibel vorgegangen: In Bereichen, in denen noch typische und gefährdete Feuchtwiesenarten vorkommen, darunter die Gelbe Wiesenraute (Thalictrum flavum), Sumpf-Schafgarbe (Achillea ptarmica) und Brennender Hahnenfuß (Ranunculus flammula), wird der Einsatz von Maschinen, weitestgehend vermieden. Hier erfolgt die Arbeit von Hand, um die empfindliche Vegetation und den Moorboden nicht zu schädigen.
In einem zweiten Schritt soll durch eine regelmäßige Mahd der Offenlandcharakter der Flächen dauerhaft erhalten werden.
Fachlich eingebettet und gut abgestimmt
Die Flächen liegen im Landschaftsschutzgebiet „Neue Wiesen“ und im Einzugsbereich des Wasserwerks Friedrichshagen. Entsprechend eng ist die Abstimmung mit den zuständigen Behörden.
Zur Verwirklichung der in der Schutzgebietsverordnung vorgegeben Ziele werden im Pflege- und Entwicklungsplan des Schutzgebietes ausdrücklich Maßnahmen zur Offenhaltung, zur Förderung typischer Vegetationstypen, wie z.B. extensiv gepflegte, artenreiche Feuchtwiesen, sowie zur Reduzierung der Gehölzausbreitung festgelegt. Die Renaturierungsmaßnahmen dienen der Umsetzung dieser Vorgaben.
Die Grundstücke selbst befinden sich im Eigentum der Berliner Forsten, die das Vorhaben unterstützen. Die erste Umsetzungsphase beginnt Ende 2025.









