Wer singt denn da?
Berlin lernt seine Vögel kennen mit erstem BANU-Kurs für Feldornithologie
Berlin, 27. März 2026. Rauch- oder Mehlschwalbe, Haus- oder Feldsperling, Winter- oder Sommergoldhähnchen – nur wenige Menschen kennen die Unterschiede. Dabei sind Artenkenntnisse das A und O für eine erfolgreiche Naturschutzarbeit und für den Erhalt der Artenvielfalt. Die Stiftung Naturschutz Berlin (SNB) startet deshalb ein neues Angebot für Vogelfans – erstmals im Rahmen des bundesweiten BANU-Programms.
Vogelstimmen hören viele, doch nur wenige können sie noch zuordnen. Der Verlust an Artenkenntnis stellt den Naturschutz zunehmend vor Herausforderungen: Wer Arten nicht erkennt, kann sie auch nicht gezielt schützen. Gerade in einer schnell wachsenden Stadt wie Berlin sind qualifizierte Fachkenntnisse im Naturschutz wichtiger denn je. Um dieses Wissen zu sichern, startet die SNB vom 27. März bis 22. Mai 2026 erstmals einen Feldornithologie-Bronze-Kurs im BANU-Programm „Wissen – Qualifizieren – Zertifizieren für Artenvielfalt“.
Im siebenteiligen Format aus Seminar- und Exkursionseinheiten lernen die Teilnehmenden zum Beispiel häufige Vögel im Gelände sicher zu bestimmen und Lebensräume fachkundig zu beurteilen. Der speziell für Einsteiger*innen konzipierte Kurs führt durch unterschiedliche Naturräume Berlins – vom innerstädtischen Tiergarten über das Tempelhofer Feld und den Grunewald bis in die strukturreichen Landschaften rund um Buch, das Wuhletal und das Tegeler Fließ. Unterstützt werden einzelne Termine von ortskundigen Vogelkundler*innen und Expert*innen aus Berliner Umweltbildungseinrichtungen.
„Artenkenntnis ist die Grundlage jeder wirksamen Naturschutzarbeit. Wer Vögel nicht erkennen kann, kann sie auch nicht schützen. Mit dem Bronze-Kurs wollen wir Menschen befähigen, genauer hinzusehen und Verantwortung für die Stadtnatur zu übernehmen“, sagt Timo Bauer, Kursleiter bei der SNB.
Der Kurs dient auch als Grundlage, sich das erlangte Artenwissen durch eine Prüfung zertifizieren zu lassen. Die Nachfrage nach solchen Kurs- und Prüfungsangeboten wächst deutlich. Bereits 2025 konnte die SNB die Zahl der geprüften Artenkenner*innen mehr als verdoppeln: Rund 140 Teilnehmende erlangten nach erfolgreicher BANU-Prüfung ein Artenkenntnis-Zertifikat, etwa in der Botanik oder den Artengruppen Tagfalter, Amphibien und Reptilien. Möglich wurde dieser Ausbau durch die enge Zusammenarbeit mit Umweltbildungseinrichtungen, Fachgesellschaften und Universitäten sowie durch die Unterstützung der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt.
Hintergrund:
Mit ihren BANU-Kursen setzt die SNB gezielt eine Gegenmaßnahme zum schwindenden naturkundlichen Wissen um. Die bundesweit einheitlichen Zertifikate sichern Qualitätsstandards und sorgen dafür, dass Artenkenntnis überprüfbar und vergleichbar bleibt.
Mit ihrer Qualifizierungsarbeit trägt die SNB zur Umsetzung der UN-Biodiversitätskonvention, der EU-Biodiversitätsstrategie 2030 sowie der Berliner Strategie zur Biologischen Vielfalt 2030+ bei. Ziel ist es, Wissen über Arten langfristig zu sichern und damit den Schutz von Lebensräumen in der wachsenden Metropole zu stärken.
Infos und aktuelle Angebote zu BANU-Kursen und Prüfungen der Naturschutzakademie der SNB:
https://www.stiftung-naturschutz.de/umweltbildung/naturschutzakademie-berlin/banu-akademie
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