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Abheben für den
Naturschutz!

Naturschutzpreis 2023

Auch in diesem Jahr würdigte die Stiftung Naturschutz Berlin außerordentliche Leistungen für den Berliner Naturschutz. Mit dem Berliner Naturschutzpreis, der 2023 mit einem Festakt verliehen wurde, zeichnete sie am 28. August im Sommergarten der ufaFabrik Menschen und Projekte aus, die sich in besonderem Maße für die Flora und Fauna in der deutschen Hauptstadt einsetzen.

 

Verleihung Berliner Naturschutzpreis 2023

Besonders die Menschen, die mit viel Enthusiasmus und Engagement am Werk sind und mehr tun, als sie eigentlich müssten, bewegen hier großartige Dinge. Um ihnen zu danken, vergibt die Stiftung Naturschutz seit 1988 einmal jährlich den Berliner Naturschutzpreis. Der Preis wird in zwei Kategorien vergeben: für Personen und für Institutionen.

Die Preiskategorien

  • In der Kategorie Ehrenpreis kann sowohl ein Lebenswerk als auch eine herausragende Einzelleistung engagierter Bürgerinnen und Bürger oder Gruppen zu Gunsten von Natur und Umwelt gewürdigt werden.
     
  • Mit der Kategorie Preis für Institutionen und Unternehmen sollen besondere Leistungen von Unternehmen sowie privaten und öffentlichen Einrichtungen, die nicht primär im Naturschutz tätig sind, ausgezeichnet werden. Einzelpersonen, die in Institutionen und Unternehmen tätig sind, werden hier nicht berücksichtigt, können aber für den Ehrenpreis vorgeschlagen werden.

Engagement und Maßnahmen im Bereich des technischen Umweltschutzes finden bei beiden Kategorien keine Berücksichtigung. Außerdem können nur Institutionen, Unternehmen und Personen berücksichtigt werden, deren Engagement dem Umwelt- und Naturschutz in Berlin zugute kommt.

Die Preise wurden am 28. August 2023 mit einem Festakt im Sommergarten der ufaFabrik feierlich verliehen.

 

Alle Bilder in den Diashows auf dieser Seite stehen für die Berichterstattung im Rahmen des Berliner Naturschutzpreises und unter Angabe des Copyrights zur freien Verfügung.

Preisträgerin Sophie Lokatis

Projekt Blühender Campus

Bildergalerie

"Es gibt nichts Schöneres, als mit anderen die Freude darüber zu teilen, dass eine Molchfamilie den neu angelegten Teich für sich entdeckt hat, oder sich eine Zwergwollbiene in einem Halm auf der ungemähten Wiese festgebissen hat, um den Regen zu überstehen", findet Dr. Sophie Lokatis. Um der zunehmenden Flächenversiegelung und falsch verstandener Pflege urbaner Grünflächen etwas entgegenzusetzen, hat sie im Jahr 2019 den "Blühenden Campus" an der Freien Universität Berlin ins Leben gerufen. Mit dem Ziel, biologische Vielfalt auf dem Campus zu fördern, führt die Ökologin dabei fachbereichs- und einrichtungsübergreifend Projekte und Akteur*innen zusammen. "Man kann praktisch dabei zusehen, dass Wildtiere zurückkommen, wenn man verschiedene Lebensräume für sie schafft." Lokatis‘ Idee vom „Blühenden Campus“ zeigt, dass an Orten, wo der Mensch zuhause ist, trotzdem eine Vielfalt an Arten Platz findet. Mit ihrem Engagement hat sie einen wichtigen Beitrag zu den globalen Nachhaltigkeitszielen, aber auch konkret zur Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsmanagements der Freien Universität Berlin geleistet.

Wie ist er Blühende Campus entstanden?

Der Blühende Campus ist 2019 aus einem kleinen Forschungsprojekt heraus entstanden, mit zwei Studierenden, unserem Zoologie-Professor Jens Rolff und Andreas Wanke, dem Leiter der Stabsstelle für Nachhaltigkeit und Energie. Von der Hochschule haben wir dafür 20 Flächen zur Verfügung gestellt bekommen. Diese ersten „Blühender Campus“-Flächen waren im ersten Jahr alle hinter Institutsgebäuden und Hecken versteckt. Mittlerweile erstrecken sich unsere Blühflächen auf etwa 10 Hektar, und auch auf den übrigen Flächen wir deutlich weniger gemäht. Wenn man jetzt über den Campus läuft, sieht man wilde Blühflächen, auf denen im Sommer Schmetterlinge fliegen und Vögel nach Nahrung suchen. 

Was hat Sie dazu bewegt, diese Initiative zu starten?

Entstanden ist der Blühende Campus als Antwort auf die ganz große Frage, wie wir das Artensterben aufhalten können, im Kontext der Diskussion zur Biodiversitätskrise. 2017 wurde die Krefelder Insektenstudie veröffentlicht, und kurz nach unserer Gründung im Sommer 2019 der erste globale Bericht des Weltbiodiversitätsrats, der ebenfalls durch die Medien ging. Davor war das Thema Biodiversitätsverlust nur ein Randthema neben der Klimakrise. Inzwischen hat auch die breite Öffentlichkeit verstanden, dass diese Krisen nur gemeinsam gelöst werden können. Das hat unserem Projekt sehr viel Aufwind gegeben und uns motiviert, zu zeigen, wie man auf kleinem Raum bei uns in der Stadt zu diesem Thema etwas bewegen kann.

Wie kann man sich den Blühenden Campus vorstellen?

Der Blühende Campus ist eine Initiative, die rund um das Thema Natur und Artenvielfalt bei uns an der Universität aktiv ist. Wir versuchen, das Thema präsenter zu machen – besonders sichtbar ist das in den Blühflächen und an verschiedenen Wildnisorten, die überall auf dem Campus entstehen. Aber ich würde sagen, den Blühenden Campus zeichnet mittlerweile noch viel mehr aus. Er ist ein Begegnungsort für Menschen geworden, die sich auf dem Uni-Campus und darüber hinaus für Artenvielfalt und Natur in der Stadt einsetzen. 

Natürlich gab es auch schon vorher Projekte und Menschen aun unserer Uni, die sich für Biodiversität und Wildtiere eingesetzt haben, und nur Dank ihnen konnte der Blühende Campus so schnell wachsen. Besonders hervorheben möchte ich die von Karola Braun-Wanke gegründete Initiative SustainIt!, die mit vielen verschiedenen Projekten zum Thema Nachhaltigkeit schon seit über zehn Jahren auf dem Campus aktiv ist – auch zum Thema Biodiversität. Aber auch Einzelpersonen, meist Mitarbeitende, wie Andrea Schulz, die privat beim NABU zum Thema Gebäudebrüter aktiv ist, und dieses Engagement auch mit an ihren Arbeitsort bringt. Oder Jürgen Spethman, der dem Campus seit seiner Pensionierung sehr aktiv verbunden ist. Ich bin ihnen und den vielen anderen sehr dankbar dafür, dass Sie ihr Wissen und Engagement nun mit uns teilen, und sogar ein Teil des Blühenden Campus geworden sind. 

Mittlerweile sind so viele Menschen beim Blühenden Campus aktiv, dass es schwer ist, den Überblick zu behalten. Wer sich für Wildtiere und für Artenvielfalt einsetzt, findet Gleichgesinnte und Unterstützung. Finanziell wird unser Projekt durch die Stabsstelle für Nachhaltigkeit und Energie und die Initiative SustainIt! unterstützt. So entstehen immer wieder überraschende, neue Projekte.

Welche Erkenntnisse gewinnen Sie aus dem Projekt?

Durch verschiedene Monitoringprogramme, etwa das seit 2020 stattfindende Tagfaltermonitoring, und im Rahmen studentischer Abschlussarbeiten dokumentieren wir, wie die Natur auf den Campus zurückkommt. Eigentlich braucht man dazu aber keine wissenschaftlichen Daten. Man kann praktisch dabei zusehen, dass Wildtiere zurückkommen, wenn man verschiedene Lebensräume für sie schafft. Das Projekt ist jetzt etwa vier Jahre alt, und ich bin selbst sehr beeindruckt davon, wie schnell sich Stadtnatur regenerieren kann. Wir arbeiten hauptsächlich mit Spontanvegetation, aber einige Flächen wurden entweder ganz neu angelegt – in Kooperation mit der Deutschen Wildtier Stiftung – oder aufgewertet. Mit Pflanzen aus dem Projekt „Urbanität und Vielfalt“, oder von einem unserer wichtigsten Kooperationspartner, der Lichterfelder Weidelandschaft, die von Anne Loba geleitet wird. Von ihr haben wir den Ansatz einer „gelenkten Spontanvegetation“ übernommen.

Übrigens kann jeder, der auf dem Campus ist, mithelfen zu erfassen, was hier lebt. Dazu haben wir ein eigenes Projekt bei iNaturalist angelegt. Auch bei verschiedenen Führungen und Workshops kann man die Natur auf dem Campus entdecken, zum Beispiel beim Langen Tag der StadtNatur, oder Schulklassen im Rahmen der Schüler*innenuni Nachhaltigkeit. Wir freuen uns immer ganz besonders, wenn verschiedene Expert*innen den Campus entdecken und zu uns stoßen. Im September planen wir zum Beispiel einen Langen Abend der Nachttiere – mit Fledermausexpertin, Fuchsforscherin und einem Nachtfalterexperten. 

Auch bei verschiedenen Veranstaltungen setzen wir uns dafür ein, dass das Thema Biodiversität sichtbar wird neben dem Thema Klimaschutz, welches an der FU immer schon eine große Rolle gespielt hat.

Was motiviert Sie?

Ich finde, dass Universitäten eine Vorbildfunktion haben. Wenn man an so einem freien, kreativen Ort nicht größere gesellschaftliche Veränderungen direkt umsetzen kann, wo dann sonst? Und das ist, was wir versuchen, hier zu zeigen. 

Wie geht es mit dem Blühenden Campus weiter, und bist du weiterhin zum Thema Biodiversität aktiv?

Seit Oktober 2022 wird der Blühende Campus von einem siebenköpfigen Kernteam geleitet. Meine direkte Nachfolgerin, Rebecca Rongstock, die seit letztem Jahr die Gesamtkoordination übernommen hat und den Blühenden Campus nun leitet, hat ein paar ganz eigene Ideen eingebracht. Da sie selbst in der Lehre aktiv und dort gut vernetzt ist, spielt dieser Bereich nun eine deutlich größere Rolle. Außerdem hat sie kurzerhand einen Teil ihres eigenen Promotionsprojekts auf den Campus verlegt – es gibt nun eine ökologische Versuchsfläche direkt vor einer Bibliothek. Dass sie die Themen Lehre und Forschung noch einmal deutlich gestärkt hat, ist ein großer Gewinn für unsere Hochschule. Überhaupt hat auch unsere Universitätsleitung das Projekt entdeckt. Es gibt Pläne, die zum Teil schon umgesetzt werden, den Blühenden Campus auf den Bezirk auszuweiten. Auch den im Herbst anlaufenden „Berlin Urban Nature Pakt“, der von der Senatsverwaltung und dem Städtebündnis iclei initiiert wurde, will der Blühende Campus unbedingt unterstützen.

Ich persönlich freue mich sehr, meine Ideen zu mehr Natur und Artenvielfalt in unserer Hauptstadt seit diesem Jahr bei der Deutschen Wildtier Stiftung im Rahmen des Projekts „Mehr Bienen für Berlin – Berlin blüht auf!“ umsetzen zu können. Dem Blühenden Campus bleibe ich natürlich weiterhin verbunden. Es gibt nichts Schöneres, als mit anderen die Freude darüber zu teilen, dass eine Molchfamilie den neuangelegten Teich für sich entdeckt hat, oder eine Zwergwollbiene sich in einem Halm auf der ungemähten Wiese festgebissen hat, um den Regen zu überstehen. 

Videoportrait

 

 

Preisträger*innen Grundschule "Am Sandhaus"

Die Waldmanager

Bildergalerie

"Ich möchte immer, dass Kinder rauskommen in die Natur und in der Natur lernen. Weil, vor Ort lernen ist immer das Beste!" Antje Neumann, Biologin, Naturpädagogin und Lehrerin an der Grundschule Am Sandhaus setzt sich mit ganzem Herzen für das Projekt Schulwald ein. Durch ihre Initiative wurde 2004 im Bucher Forst auf einem ehemaligen Rieselfeld ein solcher Schulwald eingerichtet. Das Projekt ist auf lange Dauer angelegt und bringt mit regelmäßigen Aktionen praktischen Naturschutz in den Unterricht: bei Pflanzaktionen von jungen Setzlingen, der Pflege aufwachsender Bestände und der Ausbildung von Waldmanager*innen lernen Kinder viel über heimische Arten und das Ökosystem Wald. Hier wachsen Feldahorn, Stieleiche und Hainbuche. "Bäume geben uns Sauerstoff und durch Sauerstoff atmen wir", weiß Drittklässler Erik. "Und wegen dem Klima, weil, das ist ja zurzeit nicht so gut", so sein Klassenkamerad Suhaib. Der Schulwald wird in den Klassenstufen 3 bis 6 im Naturkunde- und Sachunterricht einbezogen. Das Forstamt Pankow und der Förderverein der Grundschule unterstützen das Projekt tatkräftig. Seit Beginn haben hunderte Schüler*innen insgesamt mehr als 2500 Bäume gepflanzt. "Für die Kinder ist es toll, dass sie hier rauskommen, eine einzigartige Landschaft erleben, selbst etwas darin machen können - und hoffentlich auch später Erfolgsmomente haben, indem ihre Bäume später noch Teil dieses Waldes sein werden", sagt Mike Kraatz, Leiter der Revierförsterei Buch.

Antje Neumann, Grundschullehrerin und Initiatorin des Projekts Schulwald

Wie ist das Projekt entstanden?
Der Förderverein der Grundschule am Sandhaus hat 2005 beschlossen, das Projekt zu machen und 2006 wurden die ersten Bäume gepflanzt. Ich habe damals für die Grundschule ein Schulkonzept mit dem Schwerpunkt Naturerlebnispädagogik geschrieben. Ein Bestandteil war, einen eigenen Schulwald zu besitzen.

Wie viele Bäume sind seitdem gepflanzt worden?
Wir haben insgesamt mindestens 2.500 Bäume gepflanzt, davon haben etwa 1.300 überlebt.

Wie viele Schüler*innen waren beteiligt?
Oh, das haben wir noch nicht ausgerechnet. Aber über die Jahre – es sind ja jetzt 15 Jahre – und pro Jahr sind es rund 250 Schüler – also, es waren ganz schön viele (lacht).

Was gibt es den Kindern mit, an dem Projekt Schulwald teilzunehmen?
Ich hoffe, dass die Kinder die Natur wahrnehmen und durch dieses Erlebnis mehr Achtung vor ihr haben. Und dass sie auch feststellen, dass man in der Natur schöne Dinge erleben kann und sich auch erholen kann, Spaß haben kann.

Was ist ihr persönliches Ziel mit diesem Projekt?
Ich bin seit 20 Jahren Naturerlebnispädagogin. Durch einen Quereinstieg bin ich als Lehrerin an die Schule gekommen. Ich habe hier aber zuvor viele Jahre eine Natur-AG gehabt und den Schulwald mitbetreut. Mein Ziel ist es, Kinder in die Natur zu bringen, und dort zu lernen, vor Ort, über alle Sinne. Das ist mein Schwerpunkt. Und ich habe Bücher geschrieben in dieser Richtung und Spiele erfunden und möchte immer, dass Kinder rauskommen und in der Natur lernen. Weil, vor Ort lernen ist immer das Beste!

Was machen die Waldmanager*innen?
Einmal im Jahr sind bei uns die Pflanztage. Und alle Schüler aus der Schule gehen dann hier zum eigenen Schulwald und pflanzen Bäume. Sie werden empfangen von den Waldmanagern. Die Funktion der Waldmanager ist, alle Schüler dafür vorzubereiten. Das heißt, sie begrüßen sie, zeigen, was für Bäume gepflanzt werden an dem Tag und was sie an Besonderheiten haben, diese Bäume. Wie alt die werden, was der Mensch von ihnen nutzt, und warum sie sich besonders gut eignen, dass wir sie hier pflanzen. Und dann werden die Bäume von den Waldmanagern ausgeteilt, dann werden Spaten ausgeteilt und es wird gezeigt, wie man gräbt. Die Waldmanager begleiten alle Schüler zu den Pflanzstellen und erklären, wie sie die Bäume einpflanzen sollen und unterstützen sie dabei. Die Waldmanager bekommen zusätzlich wöchentlichen Fachunterricht, zwei Stunden zur Artenkenntnis und ökologischen Beziehungen.

 

Mike Kraatz, Revierförsterei Buch

Wo sehen Sie die Vorteile dieses Projekts?
Für die Kinder ist es toll, dass sie hier rauskommen, eine einzigartige Landschaft erleben, selbst etwas darin machen können – und hoffentlich auch später Erfolgsmomente haben, indem ihre Bäume später noch Teil dieses Waldes sein werden. Es ist vor allem schön für die Kinder, weil sie in der freien Natur sein dürfen, alles live erfahren und anfassen zu können. Und wo hat man schon so nah an der Berliner Stadtgrenze so eine vielfältige Landschaft?

Für den Wald ist das natürlich toll, weil wir hier ja eine Sondersituation haben: Das sind die alten Rieselfelderflächen, gekennzeichnet durch schwierige Bodenbedingungen, und wir müssen hier auch manchmal menschlich hinzuwirken. Von ganz alleine wachsen die Bäume hier zum Teil nur spärlich.

Auch umweltbildungstechnisch ist das Projekt natürlich absolut nicht außer Acht zu lassen. Wir haben viele Klassen, die hierherkommen und begrüßen es, dass die Sensibilisierung und die Verbundenheit zu naturähnlichen Landschaften anwachsen. Wir profitieren davon, wenn die nächsten Generationen dafür ein größeres Bewusstsein entwickeln. Und wenn die Kinder ihren Eltern am Abendbrottisch erzählen, wie das eigentlich alles so sein sollte im Wald – umso besser!

 

Das Projekt Schulwald aus Sicht der Kinder

Wo sind wir hier und was ist eure Aufgabe?
Suhaib
: Das ist unser Schulwald, wir sind die Waldmanager, und wir bringen Kindern bei, wie man Bäume pflanzt und pflanzen selber Bäume. Wir sollen auch Gras von den Bäumen wegmachen, sodass sie wachsen können. Wir sollen auch gucken, dass hier kein Müll ist.
Emma: Wir sind eine komplette Klasse und kümmern uns zwei Jahre lang um den Wald. Danach machen das andere Kinder. Und hier pflanzen wir erstmal Bäume ein, gehen mehrmals im Jahr hier hin, gucken uns die Bäume an und machen auch hier sauber.
Sophia: An den Pflanztagen pflanzen wir so zwischen fünf und zehn Bäumen pro Person. Dann kontrollieren wir, ob es den Bäumen gut geht, manchmal reißen wir auch was aus, weil manche Bäume nicht überleben.

Warum ist es gut für die Natur, dass ihr hier so viele Bäume pflanzt?
Erik:
Bäume geben uns Sauerstoff und durch Sauerstoff atmen wir.
Suhaib: Die Bäume pflanzen wir wegen dem Klima, weil, das ist ja zurzeit nicht so gut, und weil es den Kindern in der Grundschule am Sandhaus Spaß macht. Und diese Hülsen machen wir rum, damit die Rehe und Hasen die Wurzeln nicht anknabbern und damit die Bäume auch wachsen können.
Emma: Wir machen das auch, weil so viele Bäume gefällt werden und wir deshalb erneuern wollen.
August: Und es gibt auch Tiere, die hier dann leben können, kleine Insekten, Ameisen und Spinnen und alles. Zum Beispiel Krabbenspinnen. Einmal habe ich ein Reh gesehen.
Erik: Man sieht auch Schnecken, und wenn man Glück hat, vielleicht sogar ein Wildschwein.

Welche Bäume pflanzt ihr ein?
Suhaib:
Feldahorn, Stieleiche und Hainbuche.

Was gefällt euch in eurem Schulwald besonders gut?
Seif:
Ich mag es hier eigentlich immer, Verstecken zu spielen und Bäume einzupflanzen. Und meine Aufgabe ist es, den Kindern zu erklären, warum wir diese Bäume einpflanzen und warum wir diese Hüllen drum machen. Das macht mir auch Spaß. Wenn dein Baum schon gewachsen ist, dann bist du irgendwie so stolz da drauf.
Emma: Mir gefällt es, sich zusammen die Bäume anzusehen, weil es spannend ist, wie die dann gewachsen sind, und dass wir auch manchmal Spiele zur Abwechslung spielen.
Lennart: Ich mag die Natur und ich mag auch das Fahrradfahren hierhin.
Sophia: Wenn wir mit dem Fahrrad hierherfahren, ist es immer ziemlich lustig mit den anderen, und auch, Teamarbeit zu machen. Wir wären gerne öfter hier. Wenn andere Berliner Schulen auch Schulwälder hätten, würde das natürlich schon ein bisschen mehr an der Natur verändern. Aber es ist natürlich auch cool, die einzige Berliner Schule zu sein, die sowas hat.

Welche Bäume sind eure Lieblingsbäume und welcher Baum wärt ihr gern?
Suhaib:
Also, ich wäre drei Bäume: Ein Apfelbaum, ein Kirschenbaum und eine Palme.
Seif: Ich würde ein Apfelbaum sein.
Charlotte: Mein Lieblingsbaum ist die Stieleiche.
Lennart: Mein Lieblingsbaum ist der Kirschbaum, weil, ich liebe Kirschen.
Emma: Die Hainbuche. Ich finde die Form sehr schön.
Sophia: Mein Lieblingsbaum ist die Birke. Ich finde die so besonders, weil sie der einzige Baum ist, der eine andere Farbe hat am Stamm. Wenn die so im Sommer blüht, finde ich die besonders schön.
Erik: Ich finde auch, dass die Birke cool aussieht und ich finde auch krass an der Birkenrinde: Wenn man Feuer machen will, kann man die nicht nur trocken anzünden, sondern sogar, wenn die nass ist.
Antje Neumann: Ich würde gerne eine Hainbuche sein. Die Hainbuche ist sehr stabiles Holz, man sagt auch, das „Eisenholz“. Es hält also einiges aus, ist sehr standhaft und fest und lässt sich nicht so leicht beeinflussen. Ich möchte ja auch möglichst viel Naturerlebnis in die Kinder bringen und mich von den Widrigkeiten nicht herausbringen lassen.

Videoportrait

Bildergalerie Naturschutzpreisverleihung