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Presseeinladung: Berliner Pilotprojekt "Wetland Structures"

Inseln werden zu Wasser gelassen

Dienstag, 23. September 2025 | 12:00 – 14:00 Uhr | Maselakekanal, Spandau | Foto- und TV-Termin beim Einsetzen der "Wetland Structures" in den Kanal mit Andreas Kraus, Staatssekretär für Klimaschutz und Umwelt, und Diplomingenieur und Projektleiter Ralf Steeg (WITE GmbH)

 

Sehr geehrte Medienschaffende,

mehr Flachwasserzone geht nicht: Im ökologisch verarmten Spandauer Maselakekanal werden am 23. September zum ersten Mal in Berlin die "Wetland Structures" eingesetzt -  zwei naturnah bepflanzte Module, die hier als eigene Ökosysteme wie kleine Inseln zu neuem Ufergebiet für Amphibien, Fische, Pflanzen, Insekten, Vögel und im Wasser lebende Säugetiere werden sollen. Die Stiftung fördert das Pilotprojekt der Water Innovation Technology Engineering GmbH (WITE) aus Stiftungsmitteln. Installiert werden die 2,5 Meter breiten, 3,5 Meter langen und drei Tonnen schweren Boxen auf umweltfreundlichen Konstruktionen, die am Grund des Kanals verankert werden. Diese Aufgabe übernimmt ein Kran, der von einem Schiff aus die künstlich angelegten Flachwasserzonen in einem Abstand von zwei bis drei Metern an der nördlichen Kanalseite zu Wasser lassen wird. Hierzu laden wir Sie herzlich ein.

Ablauf des Pressetermins

11 Uhr
Baubeginn
Einsetzen der Unterkonstruktionen und Habitatboxen in den Kanal
Befüllen der Habitatboxen mit Substrat vom Schiff aus

11:50 Uhr
Treffpunkt Medienvertreter*innen am Maselakekanal/ Höhe Goltzstraße (Spandau)

12 Uhr bis 12.30 Uhr
Interviewslot mit Andreas Kraus (Staatssekretär für Klimaschutz und Umwelt)
und Projektleiter Ralf Steeg (Diplomingenieur WITE GmbH)

ab 13 Uhr
voraussichtliches Einsetzen der Pflanzboxen auf die Konstruktionen im Kanal

Foto- und Filmmotive

  • große Pflanzenkästen stehen am Ufer, bereit zur Einlassung ins Gewässer
  • Kran hebt vom Schiff aus die bepflanzten Module von 3,5 Tonnen Gewicht in die Luft
  • Kran hebt die Module auf Unterkonstruktionen in den Kanal
  • Konstruktion wird im Kanal verschraubt

Wenn Sie an dem Pressetermin teilnehmen möchten, bitten wir um Anmeldung bis spätestens Freitag, 19. September , 12 Uhr unter presse@stiftung-naturschutz.de

 

Hintergrundinformationen: 
Naturnahe Ufer und Flachwasserzonen von Flüssen und Kanälen sind für Pflanzen, Amphibien, Insekten und deren Larven, Fische und mit dem Wasser lebende Säugetiere ein idealer und artenreicher Lebensraum. In Großstädten wie Berlin sind Gewässer jedoch meist durch Stahlspundwände und Mauern von den Ufern getrennt. Durch diese Bauten fehlen wichtige Lebensräume – und somit ganze Ökosysteme. Uferbebauungen, Straßen, Gebäude, Uferwanderwege und Schifffahrt verhindern einen Rückbau zu flachen Ufern. 

Die WITE GmbH arbeitet bereits seit längerem daran, urbane Uferbereiche ökologisch aufzuwerten. So konnte die Firma 2021 an der Kieler Brücke in Moabit ein erstes Projekt „Vertical Wetlands I“ realisieren, das ebenfalls von der SNB gefördert wurde. An dem Kanal sind mehrere bepflanzte Module direkt an die bestehenden Uferwände montiert. Bereits kurz nach dem Bau besiedelten Käfer, Wasserschnecken, Libellen und Wespen das System. Auch Säugetiere und Wasservögel nutzten den künstlich angelegten Bereich als Rückzugsort, Nahrungsquelle, Nistplatz und Ruheort. Nachweislich verbesserten die modularen Flachwasserzonen auch die Wasserqualität und ließen die Wassertemperatur sinken. Die Weiterentwicklung einer weitaus größeren Anlage „Vertical Wetlands II“ erfolgte 2022 und 2023 zusammen mit dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB). Das Vorhaben wurde aus Mitteln des Berliner Programms für Nachhaltige Entwicklung (BENE) gefördert.