Projekt „Blaue Perlen für Berlin"
Gefährdung wertvoller Lebensräume
Ein Großteil der Berlin Kleingewässer leidet unter den Folgen des Klimawandels und mangelnder Pflege. Hitze und lange Dürreperioden bewirken, dass immer mehr kleine Gewässer teilweise oder vollständig trockenfallen. Auch ein hoher Nutzungsdruck und Schadstoffeinträge über ungereinigtes Straßenabwasser tragen zu einer Verschlechterung des Zustandes bei. Die Wasserqualität leidet und die Lebensgrundlagen für ganze Artengruppen wie z.B. Amphibien gehen verloren.
Um diesem Problem zu begegnen und die ökologische Situation einiger bedrohter Gewässer zu verbessern, hat der Berliner Senat im Jahr 2022 das Ökokonto-Projekt „Blaue Perlen für Berlin“ beschlossen. Im Rahmen des Berliner Ökokontos sollen zunächst 30 Kleingewässer und deren Umfeld ökologisch aufgewertet und revitalisiert werden, damit Tiere und Pflanzen vielfältige Lebensräume und die Berliner*innen zusätzlich neue Naturerlebnisse mitten in der Stadt erhalten.
Schleipfuhl / Feldweiher
Zwei dieser Blauen Perlen bilden den Gewässerkomplex Schleipfuhl/Feldweiher in Hellersdorf. Das Gebiet dient als Pilot- und Modellprojekt für die Aufwertung weiterer Gewässer im Rahmen des Programms Blaue Perlen. In Zusammenarbeit mit einem Planungsbüro und in Abstimmung mit dem Grünflächenamt sowie der Unteren Naturschutzbehörde hat die Stiftung Naturschutz Berlin eine Vielfalt an Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung der gesamten Grünanlage erarbeitet. Neben der Pflege des Gehölzsaums am Schleipfuhl, sollen auch gebietsfremde Gehölze entnommen, strukturreiche Waldsäume und artenreiche Wiesen entwickelt werden.
In den ausgetrockneten Feldweiher soll in Zusammenarbeit mit den Berliner Wasserbetrieben durch den Umbau eines Kanals Regenwasser aus anliegenden Wohngebieten eingeleitet werden. Ein bisher in Berlin einzigartiges Vorhaben. Die Erfahrungen, die dabei gewonnen werden, sollen uns dabei helfen, vergleichbare Maßnahmen auf andere Projektgebiete anzuwenden.
Hintergrundinformation Ökokonto
Das Land Berlin setzt vorgezogene Kompensationsmaßnahmen für zu erwartende Eingriffe in Natur und Landschaft um und bevorratet die so gewonnenen „Ökopunkte“. Dies wird „bauleitplanerisches Ökokonto“ genannt. Bauvorhaben des Landes können diese dann einlösen, sobald sie tatsächlich die Natur beeinträchtigen. Das Berliner Ökokonto ist ein Instrument des gesamtstädtischen Kompensationsmanagements, um die ökologischen Folgen großer Bauvorhaben abzumildern und gleichzeitig die grüne Infrastruktur Berlins zu sichern und zu stärken. Die Planungszeiten für Bebauungspläne können verkürzt werden, weil die langwierige Suche nach Ausgleichsflächen entfällt. Das Land Berlin geht bei Planung und Umsetzung der Maßnahmen in Vorleistung, so kann sich die Stadtnatur schon vor einem Eingriff an anderer Stelle positiv entwickeln.
Weitere Informationen zum Berliner Ökokonto auf den Seiten der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt.

