Vielfalt Leben
Kooperation mit dem Wohnungsunternehmen Märkische Scholle
Das Berliner Best Practice „Vielfalt Leben“ beweist: Biologische Vielfalt und ein lebenswertes Wohnumfeld für Mieter*innen schließen sich nicht aus! Mit einer sanften Umgestaltung und dem Umstieg auf eine ökologische Grünflächenpflege gelingt nämlich beides – nachhaltig und kostengünstig.
Im Rahmen unserer Kooperation konnte das Wohnungsunternehmen Märkische Scholle eine ökologische Umgestaltung von Außenanlagen mit wenig Aufwand und Kosten erfolgreich umsetzen. Biologische Vielfalt vor der Haustür erlebbar zu machen, Lebensräume für Pflanzen und Tiere in der Stadt zu erhalten und zu erweitern – das sind zentrale Anliegen des Projekts.
Ausgewählt wurde eine Wohnanlage in Tempelhof, deren Außenanlagen vergleichbar waren mit denen vieler anderer Wohnanlagen: Dominiert von Scherrasen und nicht einheimischen, kurz geschnittenen Gehölzen waren nur wenige Schmetterlinge und Blüten zu sehen und sehr selten Vögel und Bienen zu hören. Die Flächen wurden aufwendig, aber unökologisch gepflegt, so, wie es sich über Jahrzehnte vielerorts durchgesetzt hat.
Unsere Potenzialanalyse des Standortes hat gezeigt: Schon durch einfache und kostengünstige Maßnahmen können die Höfe aufgewertet werden. Bestehende Tier- und Pflanzengesellschaften werden dabei gestärkt, bislang zerschnittene Lebensräume miteinander verbunden. Eine Beteiligung der Anwohnenden war für die Genossenschaft selbstverständlich. So wurden schon vor der Planung den Mieter*innen grundlegende Fragen beantwortet und mit einem Fragebogen die Akzeptanz der Bewohner*innen für biodiversitätsfördernde Maßnahmen und Wünsche für die Gestaltung ermittelt.
Um das ökologische Potenzial der Flächen auszuschöpfen, wurde auf die Förderung der bereits vorhandenen Artenvielfalt gesetzt. Kurzgehaltene Rasenflächen durften in Teilbereichen zu Wiesen aufwachsen. Heimische Sträucher werden weniger oft, dafür fachgerecht geschnitten. Unter den Gehölzen wurden bodendeckende Wildstauden angesät, anfallendes Laub darf jetzt liegen bleiben und den Boden verbessern. All das bietet nun Insekten und Vögeln Futter und Verstecke. Das Konzept setzt auf eine Vielfalt an Lebensräumen: sonnige und schattige Bereiche, dichte und lockere Vegetation, Kräuter, Gräser und Gehölze. Das Ergebnis ist ein Mix aus unterschiedlichen Habitaten. Für die Anwohner*innen ist so eine grüne Oase mit sehr hoher Aufenthaltsqualität entstanden.
Um den Erfolg des Vorhabens wissenschaftlich zu begleiten, wurden Vorher- und Nachher- Erfassungen der Pflanzen- und Tierwelt durchgeführt. So ließ sich die Entwicklung der Biodiversität auch mit Zahlen belegen. Die Ergebnisse sprechen für sich.
Die Planungsleistungen für die Umgestaltung der Höfe erfolgte in Zusammenarbeit mit der Landschaftsarchitektin Susanne Pretsch.






