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Stadtnatur-Ranger

Dein Kiez ist unser Revier

Stadtnatur-Ranger ist ein bundesweit einmaliges Modellprojekt im Rahmen dessen Rangerinnen und Ranger als Vermittler zwischen Mensch und Natur in allen zwölf Berliner Bezirken unterwegs sind. Durch ihre stetige Anwesenheit in ihren Einsatzgebieten sorgen sie dafür, die Berlinerinnen und Berliner stärker mit der Natur in ihrem Kiez zu verbinden und verbreiten den Naturschutzgedanken durch Aufklärungsarbeit. Darüber hinaus leisten die Ranger-Teams naturschutzfachliche Arbeit. Dazu gehört beispielsweise das Beobachten ihrer Reviere und die wissenschaftliche Kontrolle mit deren Hilfe sie die Datengrundlage über die Berliner Stadtnatur erweitern. 

Aus Sicht des Naturschutzes sind Städte hoch interessant, gelten sie doch als Hotspots der Artenvielfalt in einer oft ausgeräumten Kultur- und Agrarlandschaft. In Berlin kommen mehr als 20.000 Tier- und Pflanzenarten vor. Zugleich ist der Verstädterungsgrad der Bevölkerung stetig gewachsen: Drei Viertel der deutschen Bevölkerung lebt heute in Städten. Die Bedeutung von Stadtgrün im engeren bzw. von Stadtnatur im weiteren Sinne ist daher hoch. Die Natur ist Garant für unsere Lebensqualität, unser Wohlergehen und unsere Gesundheit – auch in den Städten. Aufgrund dieser Tatsachen wurden verschiedene politische Pläne und Projekte entwickelt, z.B. der Masterplan Stadtnatur auf Bundesebene, die Charta Berliner Stadtgrün und die Berliner Strategie zur Biologischen Vielfalt.

Die Aufgaben auf einen Blick: 

  • Schutz und Pflege von Natur und Landschaft
  • Umwelt- und Gebietsmonitoring (Dokumentation von Veränderungen, Vandalismus)
  • Maßnahmen zum Arten- und Biotopschutz
  • Kartierungen (z.B. von Kreuzkröte, Zauneidechse, ...)
  • Umweltbildungsarbeit (z.B. Ranger-Touren, Qualifizierung von Freiwilligen, Junior-Ranger-Programme)
  • Netzwerk mit Naturschutzverbänden
  • Öffentlichkeitsarbeit vor Ort

In der Praxis sieht das so aus: Die Ranger-Teams sind unter der Woche jeden Tag in ihrem Schutzrevier unterwegs, informieren die Bürger*innen über die besonderen Tiere und Pflanzen in ihrem Kiez, stehen für Fragen rund um das Thema Naturschutz zur Verfügung und kümmern sich um Flächenentwicklungen und Renaturierungen.

Die wichtigsten Kooperationspartner

Die Stadtnatur-Ranger*innen arbeiten eng mit den Unteren Naturschutzbehörden der Bezirke sowie der Obersten Naturschutzbehörde zusammen. Im intensiven fachlichen Austausch werden Einsatzgebiete und Ziele der Arbeit definiert, Projekte initiiert und Maßnahmen umgesetzt. In jedem Bezirksamt wirken Mitarbeiter*innen als Ansprechpartner vor Ort und unterstützen die Ranger*innen bei der Einarbeitung, bei der Vernetzung im Bezirk sowie bei den vielen Fragen in der alltäglichen Arbeit. Hierfür finden auch vor Ort regelmäßige Treffen statt. Für unsere Arbeit ist diese Kooperation von großer Bedeutung. Dank der engagierten, fachlich versierten und kollegialen Zusammenarbeit mit den Fachleuten der Behörden konnten die Ranger*innen gut starten und sind jetzt erfolgreich für die Berliner Stadtnatur tätig. 

Was unterscheidet Stadtnatur-Ranger*innen und Parkmanager*innen?

Das vorab: beide vermitteln, informieren, vernetzen und lösen Konflikte im Berliner Stadtgrün. Sie unterscheiden sich darin, dass die Parkmanager*innen als Mittler zwischen Mensch und Grünfläche (meistens Parks) unterwegs sind, während die Stadtnatur-Ranger*innen zwischen Mensch und Natur vermitteln. D.h. die Aufgaben der Ranger*innen haben bei all ihrer Arbeit immer den Naturschutz im Fokus, während die Parkmanager*innen eine besondere Rolle im sozialen Miteinander haben. Sie sind lokal begrenzt in einzelnen Parks eingesetzt, während die Ranger*innen in ausgewählten Grün- und Freiflächen mit ökologischer Bedeutung unterwegs sind.

Das Projekt Stadtnatur-Ranger*innen wird durch die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK) finanziert. Die Stiftung Naturschutz Berlin koordiniert das Vorhaben und setzt die Ranger*innen ein. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern: den Bezirksämtern, der SenUVK und weiteren Akteuren.