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Einer für alle,
alle für die
Stadtnatur

Toni Becker

Stadtnatur-Ranger in Friedrichshain-Kreuzberg

Was ist für dich Stadtnatur?
Alles Lebendige in der Stadt, das sich nicht den menschengemachten Regelungen von Meldeämtern, Verordnungen zu Zoo- und Haustieren oder Landwirtschaftsbetrieben unterzuordnen hat – das ist meine Stadtnatur. Die kletternde Sal-Weide auf dem Mauervorsprung, die Krähe mit der aus dem Schnabel fallenden Nuss über dem Asphalt, der Rotfuchs an der Ampel, die Wolfsspinne in meinem Kanu, die Seeschwalben am Fluss. Es gibt so viel über die Stadtnatur zu erzählen. Ich muss mich niemals wiederholen, denn gerade eine stetige Veränderung macht unsere Stadtnatur aus. 

Warum ist Friedrichshain-Kreuzberg für dich besonders spannend?
Die Spree fließt mitten durch Berlin und verbindet uns mit der Nordsee und den Weltmeeren. Lange Zeit künstliche Grenze – nun Verbindung und Impuls für eine lebendige Natur aber auch Anlass für Konflikte und einseitige Beanspruchungen der Ufer.

Warum bist du Stadtnatur-Ranger geworden?
Viele Schutzgebiete und Natur-Bestandteile Berlins schienen zunehmend nur noch auf Papier geschützt zu sein. Eine Wertschätzung und Kenntnis der Pflanzen, Tiere und Biotope droht in Teilen der Gesellschaft verloren zu gehen. Ich bin auf meinem Planeten zu Besuch, um für meine lebendige Umwelt ein gutes Wort einzulegen. Warum nicht gleich hier – in meiner Heimatstadt – als Stadtnatur-Ranger?

Gibt es einen Ort in der Stadtnatur Berlins, den du besonders magst?
Ein Stück Parkplatz eines Gewerbegebietes, wo in jedem Frühjahr „meine“ Zauneidechsen aus ihrer Winterruhe zurückkommen und mich blinzelnd begrüßen. Der Trockenrasen mit den Flockenblumen voller Schachbrettfalter an jenem Weg, den mein hüftkranker Hund und ich regelmäßig von weggeworfenen Kippen befreien.