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Der Blog

Auf den Spuren der Tiere

20. Juli 2020

Fledermäuse, Turmfalken, Zauneidechsen – wie sie nennen auch zahlreiche andere Amphibien, Reptilien, Säugetiere und Vögel Berlin ihr Zuhause. Sie alle finden in unserer urban geprägten Umwelt eine Vielzahl an Lebensräumen vor, die ihnen günstige bis sehr günstige Bedingungen bieten. Aber wie erfahren wir zum Beispiel, wo Fledermäuse die Nacht zum Tag machen, Turmfalken ihre Kreise ziehen und Zauneidechsen bevorzugt sonnenbaden? Wie lassen sich Populationen abgrenzen oder ihre Dynamiken feststellen? 

Die Tierwelt verstehen

Wertvolle Antworten darauf gibt uns eine Methode, die auch für unsere Arbeit als Stadtnatur-Ranger*innen von großer Bedeutung ist: die faunistische Kartierung. Oder, ganz einfach ausgedrückt: die Erfassung der Tierwelt in einem konkreten Untersuchungsgebiet. Bei dieser erheben wir Daten, die wir statistisch auswerten können und die uns Informationen über den aktuellen Bestand der in Berlin vorkommenden Arten geben.

Vor allem aber lassen sich mithilfe faunistischer Kartierungen langfristig Rückschlüsse über artspezifische Entwicklungen und die Lebensräume unserer tierischen Bewohner ziehen. Das Wissen um unsere Hauptstadt-Fauna können wir so als Ranger*innen nicht nur bedeutend erweitern, sondern wir haben auch die Möglichkeit, gezielt Maßnahmen zum Erhalt und zur Förderung von Populationen zu ergreifen.

Die drei wichtigsten Fragen       

Aber welche Schritte sind es eigentlich, die eine faunistische Untersuchung durchlaufen muss? Zunächst geht jeder Kartierung eine Datenrecherche zum Artenvorkommen in einem zuvor definierten Untersuchungsgebiet voraus. Dafür stehen in vielen Bundesländern zentrale Artdatenbanken für faunistische Artdaten zur Verfügung. Im Land Berlin wird diese von der Stiftung Naturschutz Berlin betreut. Nach der Recherche folgt schließlich die gezielte Kartierung an Ort und Stelle. So kann das tatsächliche Vorkommen für die Arten oder Artengruppen bestmöglich eingeschätzt und bewertet werden.

Für jede Kartierung ist es wesentlich, die Lebensraumsprüche der Arten aber auch diese selbst und ihr Verhalten zu kennen. Und auch diese drei grundlegenden Fragen sind es, die beantwortet werden müssen, noch bevor sich Kartierer*innen ins Gelände begeben: Welche Artengruppe soll kartiert werden und welche Artengruppen sind zu erwarten? Welche Lebensräume müssen dafür untersucht werden? Welches Ziel wird mit der Datenerhebung verfolgt? Erst dann werden Umfang aber auch Methode der Kartierung festgelegt. Und diese können sich je nach Fragestellung und Artengruppe sehr voneinander unterscheiden.

Auf der Lauer

Vögel zum Beispiel, lassen sich am besten über die akustische Erkennung während ihres Konzerts in den frühen Morgenstunden kartieren. Dann, wenn die Sonne grade aufgeht. Zwar gibt es auch Vögel, die sich wie Stockenenten oder Nebelkrähen den ganzen Tag beobachten lassen – die meisten unserer gefiederten Bewohner verstecken sich jedoch am liebsten unauffällig im Gebüsch. Festgelegte Strecken werden für die Vogelkartierung mehrmals im Jahr abgelaufen und die Arten anhand ihrer Gesänge notiert.

Ganz anders hingegen sieht die Kartierung bei Reptilien, den Sonnenanbetern unserer Tierwelt, aus. Sie lassen sich während ihres Sonnenbades auf Steinen, Totholz oder offenen Bodenstellen leicht erkennen und Sichtungen einzelner Individuen können beim langsamen Ablaufen festgelegter Routen notiert werden. Auch Biber locken uns durch ihre charakteristischen Fraßspuren leicht auf ihre Fährte.

Ist eine Kartierung durch bloßes Hinschauen und Hinhören nicht oder nur schwer möglich, dann helfen spezielle Geräte. Etwa dann, wenn wir eher scheue oder nachtaktive Großsäuger erfassen möchten. Hier sind es vor allem Schnappschüsse von Wildtierkameras, die uns mehr über Waschbär, Wildschwein und Co erzählen. Oder wenn wir Daten über Fledermäuse gewinnen möchten, die ihren großen Auftritt mit Flugmanövern über Gewässern, Wiesen und Baumwipfeln erst während der Abenddämmerung haben. Hier helfen uns vor allem Detektoren dabei, die Jagdhabitate der Nachtschwärmer erfassen und die Verhaltensweisen der Fledermäuse besser verstehen zu können. Auch Ausflugszählungen mit Hilfe mechanischer Handzähler verraten uns viel über die Quartiere und das Leben unserer flugfähigen Säugetiere.

Und wie sieht es im Reich der Amphibien aus, dem sich unsere Koordinierungsstelle Fauna bereits seit fünf Jahren besonders intensiv widmet? Auch unsere tierischen Verwandlungskünstler lieben die Abendstunden. Dann erst werden sie richtig munter und viele von ihnen begrüßen uns mit ihren ganz individuellen Rufen, anhand derer sie auch für den geübten Laien leicht erkennbar sind. Um allerdings auch in die stille Welt der Molche eintauchen zu können, braucht es mehr als ein gutes Gehör. Zum Einsatz kommen dann Reusen, die in Gewässern ausgelegt werden und die akustische Erkennung ergänzen.

Bei allen Unterschieden, die Beobachtungsmethoden mit sich bringen, gibt es aber doch auch Gemeinsamkeiten. So werden Eigenschaften wie Art, Geschlecht und Alter der Tiere nach Möglichkeit erfasst - immer aber wird der Standort der Individuen in eine Karte eingetragen. Und eben diese Tatsache ist es, die für die Kartierung schließlich namensgebend war.

Werden Sie Artenfinder! 

Haben Sie vielleicht Lust, sich auch mal auf die Spurensuche zu begeben – vielleicht sogar mit Wildtierkameras und Fledermausdetektoren? Dann werden Sie doch Citizen Scientist für unsere digitale Plattform ArtenFinder und sammeln Sie mit uns gemeinsam Daten über Berlins Tier- aber auch Pflanzenwelt. Alle Infos dazu finden Sie unter berlin.artenfinder.net

- Natascha Wank

Stadtnatur: unsere wilde Nachbarin

04. Juni 2020

Die Sonne scheint, die Luft riecht schon nach Sommer. Jetzt zieht es viele Stadtbewohner*innen „raus ins Grüne“. Aber warum nicht mal „rein ins Grüne“? Denn Natur gibt es nicht nur auf dem Land, es gibt sie auch in der Stadt. Stadtnatur eben. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team der Stadtnatur-Ranger*innen beschäftige ich mich täglich mit ihr. Und oft werde ich gefragt, was das denn eigentlich sei, die Stadtnatur. Das ist gar nicht so leicht zu beantworten.

Was ist das denn, Stadtnatur?

Ich war beim Langen Tag der StadtNatur, bin dem Lauf der Weddinger Panke gefolgt, hörte mitten in Mitte den Habicht rufen und staunte in Kreuzberger Nächten über Fledermäuse. Ganz klar: Wald, Fluss und innerstädtischer Park, all das ist Berliner Stadtnatur. Aber was ist mit dem Farn, der sich dort aus der Mauerritze zwängt? Oder mit den Geranien auf Nachbars Balkon?  

Vielleicht hilft ein Blick in die Fach-Literatur. Im Bericht „Ökosystemleistungen in der Stadt – Gesundheit schützen und Lebensqualität erhöhen“, der 2016 erschienen ist, „wird unter Stadtnatur die Gesamtheit der in urbanen Gebieten vorkommenden Naturelemente einschließlich ihrer funktionalen Beziehungen (Ökosysteme) verstanden¹“. Dieses umfassende Verständnis von Stadtnatur reicht von Pflasterritzen-Vegetation und Mauerblümchen über Gärten und Parks, Stadtbrachen, Äcker und Wiesen bis zu den städtisch beeinflussten Wäldern und Mooren am Stadtrand. 

So schön grün

Was kompliziert klingt, ist in der Realität – hier in Berlin – ganz schön beeindruckend. Denn gerade was die Grünflächen angeht – von den großen Wald- und Gewässerlandschaften über die Parks bis zur Brachfläche – hat unsere Stadt einiges zu bieten, auch im internationalen Vergleich. Bereits beim Landeanflug staunen Berlin-Besucher*innen über das endlose Grün, das sich unter ihnen erstreckt.² 

Und tatsächlich: 44 Prozent der Fläche unserer Stadt bestehen aus Wäldern, Flüssen, Seen, Pfuhlen, Mooren, landwirtschaftlichen Flächen, Park-, Friedhofs- und Kleingartenanlagen und Brachland. Dazu kommen unzählige kleinere Biotope wie private Gärten, Straßengrün, Kirchtürme und alte Mauern. In diesen Berliner Biotopen leben gut 2.000 Pflanzen- und 18.000 Tierarten, darunter 180 Vogel- und 13 Amphibienarten. Doch leider ist die Vielfalt bedroht: Schon 13 Prozent der ehemals hier lebenden Arten sind ausgestorben, weitere 30 Prozent gefährdet. 

Jetzt kommen die Die Stadtnatur-Ranger*innen ins Spiel, denn sie tun einiges für die bedrohte Berliner Natur. Doch was tut die Stadtnatur eigentlich für uns, die 3,5 Millionen Menschen, die in Berlin leben? Sie ahnen es: eine Menge.

Was kann Stadtnatur?

Stadtnatur bildet uns: Wir bestaunen Mauersegler in der Innenstadt, die dicke Eiche im Tegeler Forst und kleinste Biotope in einer Pflasterritze. Stadtnatur macht die Berliner Luft: Von den 400.000 Straßenbäumen in Berlin produziert jeder 10.000 Liter Sauerstoff am Tag und filtert pro Jahr bis zu 100 Kilogramm Staub aus der Luft. Vielleicht schenken Sie dem Baum vor Ihrer Haustür einmal ein aufmunterndes Lächeln? Stadtnatur ist gut für unsere Gesundheit: Schon kurze Naturbegegnungen wie die Mittagspause im Park fördern die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Stadtnatur erzählt Geschichten: Sie erzählt von Vielfalt, von Zu- und Abwanderung, von Alteingesessenen und Neubürgern wie Rosskastanie und Tulpe. Stadtnatur fördert Begegnungen: Wir gärtnern gemeinsam in Stadtgärten, spielen Boule im Park und lernen bei Führungen, wie spannend die Natur sein kann. Das alles ist also Stadtnatur. Wann kommen Sie das nächste Mal rein ins Grüne?

- Ulrike Willerding 

¹ Kowarik, I., Bartz, R. & M. Brenck (Hrsg.) 2016: Ökosystemleistungen in der Stadt – Gesundheit schützen und Lebensqualität erhöhen. – Projektbericht des Projekts „Naturkapital Deutschland – TEEB DE“. Berlin, Leipzig.
www.ufz.de/export/data/global/190508_TEEB_DE_Stadtbericht_Langfassung.pdf
² https://www.berlin.de/aktuell/ausgaben/2010/dezember/ereignisse/artikel.223723.php

 

Stadtnatur-Ranger – ein paar Hintergründe

28. Mai 2020

Als Henry „Harry“ Yount (1837–1924) vom Leiter des weltweit ersten Nationalparks dazu beauftragt wurde, im Yellowstone-Gebiet Wilderei und Vandalismus zu unterbinden, wurde er zum ersten Ranger im Auftrag des Naturschutzes. Wenn Sie dieses einmalige Gebiet in Wyoming/USA kennen sollten, können Sie sich vorstellen, welch aufregende Aufgabe er dort ab 1880 übernahm. Allerdings konnte seine Tätigkeit angesichts der Größe des Gebiets und seiner Ausrüstung nur scheitern – nach anderthalb Jahren gab er auf und kündigte seine Anstellung.

Diese Zeitspanne hat nun auch das Modellprojekt „Stadtnatur-Ranger“ vor sich, das jedoch gleich von Anfang an auf mehr Personal, eine gute Ausrüstung und Vernetzung setzt. Bis zum Ende des Jahres 2021 werden wir somit zeigen, dass es sich lohnt, Ranger*innen in einer Millionenmetropole einzusetzen. Dieser Blog soll uns dabei helfen, ein Stück dieses Weges gemeinsam mit Ihnen, den Berlinerinnen und Berlinern, zu gehen. Bevor wir aber über die Arbeit und Erlebnisse unserer Rangerinnen und Ranger berichten, gibt es noch zwei Themen, die wir Ihnen näherbringen möchten: den Rangerberuf selbst (und wie er vom Yellowstone nach Berlin kam), sowie die Stadtnatur den Gegenstand unserer Bemühungen. Hierüber dürfen Sie in der nächsten Woche lesen.

Vom Wildhüter bis hin zum Stadtnatur-Ranger

Die Vieldeutigkeit englischer Wörter ist beeindruckend: Ranger – das bedeutet Wildhüter, Waldläufer, Forstbeamter und auch Jäger. Und alle diese Bezeichnungen treffen auch zu, wenn man sich die Tätigkeit der Menschen anschaut, die weltweit und zumeist in Nationalparks diesen vielseitigen, außergewöhnlichen und mancherorts gefährlichen Beruf ausüben. Wenn Sie sich hierfür interessieren, sei auf die Internetseite der International Ranger Federation verwiesen. Und es geht noch weiter: Wie im Sinne von „to range“ (u.a. reichen, erstrecken) werden, entsprechend der abenteuerlich-romantischen Bilder, die dieses Wort hervorruft, auch Geländewagen, militärische Einheiten oder sogar Sportmannschaften als „Ranger“ bezeichnet.

Die deutsche Sprache nutzt diesen Begriff gerne für Tätigkeiten, die sich „draußen“ abspielen – und sei es nur, den Straßenverkehr zu beobachten. So sind zum Beispiel für einen regionalen Radiosender „Verkehrsranger“ unterwegs. Nur den eigentlichen Beruf bezeichnen wir im Deutschen damit nicht so gerne. Stattdessen verwenden wir lieber das etwas sperrige, aber vielleicht genauere Wort „Schutzgebietsbetreuer“. Und damit ist die Verwirrung wohl zunächst perfekt: Wie kommt Berlin dazu, eine recht klar umrissene und im Deutschen sogar genau zugeordnete Berufsbezeichnung in einem neuen Kontext zu verwenden?

Landschaft bleibt Landschaft – auch in der Stadt

Zunächst eine auf den ersten Blick enttäuschende Tatsache: Hamburg hat bereits Ranger*innen. Und auch für den Regionalverband der Metropole Ruhr sind Ranger*innen im Einsatz. In beiden Metropolen werden diese aber ausschließlich in ausgewiesenen Schutzgebieten eingesetzt. In Berlin ist das anders.

Die deutsche Hauptstadt schaut an den beiden Metropolen vorbei und zwar direkt in die Vereinigten Staaten: Dort hat man den Beruf bereits seit den 1970er-Jahren in einen urbanen Kontext gebracht: Metropolen wie New York City oder Los Angeles wollten einerseits ihre durchaus vorhandenen ökologischen Schätze sichern, zugleich aber auch vor Ort Bildungsarbeit leisten. Zudem war es Ziel, ökologisch auf den ersten Blick nicht so wertvolle, aber für das Wohlbefinden der Bevölkerung wichtige Parks und Freiflächen zu entwickeln. Der Urban Park Ranger wurde geboren.

Dass es auch außerhalb von Schutzgebieten interessante Natur- und Freiräume gibt, die für Städter von Interesse sein können, gilt auch für Berlin. Hier hat sich im Laufe von Jahrzehnten aus einer Müllkippe im ehemaligen Grenzbereich ein kleines Naturparadies entwickelt – der Landschaftspark Marienfelde. Bereits 2007 kam Björn Lindner auf die Idee, in diesem Areal Pflegemaßnahmen durchzuführen. In jahrelanger Aufbauarbeit und in Kooperation mit dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg sowie der Stiftung Naturschutz Berlin bildete sich so die erste Rangertätigkeit in der deutschen Hauptstadt aus. Ergebnis war die Naturschutzstation Marienfelde, die 2016 mit der Gründung der Naturwacht Berlin e.V. auch organisatorisch einen Rahmen bekam. Mit ihren Angeboten hat sie entscheidend zu den Überlegungen beigetragen, in Berlin Ranger*innen einzusetzen.

Nach einem Abgleich zwischen der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, den Berliner Bezirken und der Stiftung Naturschutz Berlin sind zwei Teilprojekte zur Erprobung des Einsatzes von Ranger*innen entstanden: ein bezirkseigenes in Pankow und eines, das durch die Stiftung Naturschutz Berlin koordiniert wird. Ziel ist sowohl der Einsatz in Schutzgebieten, aber eben auch auf anderen ökologisch wertvollen Flächen.

Berlin startet mit echten Stadtnatur-Ranger*innen und nutzt damit sprachlich wie inhaltlich alle Möglichkeiten dieses Berufes aus. Schließlich bleibt Landschaft auch in der Stadt Landschaft: Wer sie schützen und entwickeln will, muss sie beobachten, dokumentieren, erforschen, pflegen, sie vermitteln und für sie werben. Wer wäre dafür besser geeignet als Ranger*innen?

- Lars Büttner 

Berlin, die Ranger kommen!

18. Mai 2020

Rangerinnen und Ranger in der Hauptstadt – inmitten einer Millionenmetropole?

Richtig gelesen, liebe Berlinerinnen und Berliner – wir starten jetzt mit einem bundesweit einmaligen Modellprojekt. Ab sofort sind wir in sechs Bezirken mit  Stadtnatur-Ranger*innen unterwegs. Geplant ist, auch in den verbleibenden Stadtbezirken noch in diesem Jahr aktiv zu werden.

Wir sind stolz, mit dem Vorhaben ein Teil der Stiftung Naturschutz Berlin zu sein. Neben dem schönsten Arbeitsplatz der Welt, der Stadtnatur, haben wir auch eine wunderbare Aufgabe: einen wichtigen Beitrag für den Erhalt und die ökologische Weiterentwicklung unserer grünen Lebensräume zu leisten.

Grau braucht Grün  

Mit Parks, Wiesen, Mooren, Wäldern aber auch Gärten und Brachflächen hat unsere pulsierende Metropole davon eine ganze Menge. Wie ein grünes Netz ziehen sich die vielen kleinen und großen Biotope durch die Stadt. Für unzählige Pflanzen- und Tierarten sind sie Heimat. Genau das macht Berlin nicht nur zu einer der grünsten, sondern auch zu einer der artenreichsten Großstädte der Welt.

Auch für uns Menschen sind die grünen Oasen von unschätzbarem Wert. Sie sorgen für Ausgleich und Entspannung, schaffen Räume für Begegnungen und Austausch. Damit wirkt sich das Stadtgrün entscheidend auf unsere Lebensqualität aus, trägt zu unserem Wohlbefinden und zu unserer Gesundheit bei. Nicht zuletzt können wir hier auch immer wieder Neues erleben und entdecken.

Stadtnatur – wertvoll und nicht selbstverständlich

Doch, die Berliner Stadtnatur steht unter Druck. Denn hier, inmitten der Großstadt, treffen ganz unterschiedliche Bedürfnisse aufeinander, die mit vielen Ansprüchen an unsere Umwelt einhergehen. Viele der ökologisch wertvollen Flächen Berlins leiden zum Beispiel unter abgelagertem Müll, Beschädigungen oder den Auswirkungen des Klimawandels. Nicht zuletzt hinterlassen auch viele unserer Freizeitaktivitäten ihre negativen Spuren in unserer heimischen Flora und Fauna. So sind viele Arten in Berlin inzwischen gefährdet.

Mittler zwischen Menschen und Natur

Mit unserer Arbeit als Ranger*innen möchten wir wichtige Impulse für den Erhalt unserer Stadtnatur setzen und für Veränderungen sorgen, die dem Stadtgrün und damit auch uns Menschen zu Gute kommen. Wir möchten die wertvollen naturnahen Lebensräume in den Berliner Bezirken erhalten und entwickeln. Und dazu nehmen wir Schutzgebiete aber auch typisch urbane Flächen wie Parks, Stadtbrachen und Friedhöfe genau unter die Lupe.

Sei es bei Tag mit Fernglas, bei Nacht mit Nachtsichtgerät, durch Kartierungsarbeiten oder Monitorings – nur, wenn wir unsere Stadtnatur richtig kennen, können auch sinnvolle Maßnahmen für die Arten- und Biotopvielfalt der Stadt ergriffen werden. Als Ranger*innen sehen wir uns aber auch als Mittler*innen zwischen Mensch und Natur und haben uns vorgenommen, Ihnen unsere Nachbarn aus dem Tier- und Pflanzenreich näher vorzustellen. Ihre Fragen rund um das Thema Naturschutz beantworten wir Ihnen bei einem Treffen unterwegs im Kiez natürlich ebenfalls gerne.

Wir laden Sie herzlich ein, mit uns wöchentlich auf unserem Blog auf Streifzug zu gehen. Lernen Sie bekannte, aber auch neue Seiten der Berliner Stadtnatur kennen, entdecken Sie mit uns die Pflanzen- und Tierwelt vor Ihrer Haustür und lassen Sie sich über spannende Fakten und Themen rund um den städtischen Natur- und Umweltschutz informieren.

Wir freuen uns auf diese neue Aufgabe und auf Sie!

- Natascha Wank