Pflanze des Monats Juni 2018

Kegel-Leimkraut
Kegel-Leimkraut
Bild: J. Meißner

Kegel-Leimkraut Silene conica (L.)

Sommer, Sonne, Sand … das mögen nicht nur Urlauber, sondern auch das Kegel-Leimkraut. Im Gegensatz zu uns, liebt es aber nicht die besonders nahrhaften Speisen, sondern bevorzugt ein gewisses Nährstoffdefizit! Wer zurzeit auf sonnigen Brachen mit Mager- oder Trockenrasen umherstreift, kann mit viel Glück die Pflanze mit ihren kleinen, pinkfarbenen Blüten erspähen. Die Blüten entspringen einem auffälligen, spitzkegelig geformten Kelch, der aufgrund seiner Form Namensgeber für das zierliche, bis zu 30 cm hohe Kraut ist.

Der ausgesprochene Sonnenliebhaber ist einjährig und benötigt offenen Sandboden, um keimen zu können. An den Böschungen des Habermannsees und auf der Strandwiese des FEZ-Badeteichs in Berlin halten zum Beispiel die Tritte der Badegäste den Sandboden offen, so dass dem Kegel-Leimkraut jedes Jahr aufs Neue eine Chance zum Wachsen geboten wird.

Vornehmlich findet sich die Art an der nördlichen Mittelmeer- und der westlichen Schwarzmeerküste. In Deutschland war sie von jeher selten und erreichte entlang des Rheins die Nordostgrenze ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hat sie sich in Nordostdeutschland ausgebreitet und gilt in Berlin und Brandenburg als etablierter Neophyt. In Berlin wurde das Kegel-Leimkraut erstmals 1853 an der Chaussee zwischen Rixdorf und dem Buschkrug entdeckt und in den Folgejahrenauch in anderen Teilen der Stadt zahlreich gefunden. Seit den 1950er Jahren sind die Bestände jedoch deutschlandweit stark rückgängig, in Berlin ist das Kegel-Leimkraut inzwischen vom Aussterben bedroht. Dabei könnte die wärmeliebende Art eigentlich ein Gewinner des Klimawandels sein!

Die Realität sieht leider anders aus. Durch zunehmende Bebauung/Versiegelung, intensive Grünflächenpflege oder Verbuschung von ehemals offenen Brachen verschwinden mögliche Standorte fortlaufend. Die verbleibenden Freiflächen sind meist verschattet, zunehmend bewachsen und nährstoffreich. Die Lösung besteht im Offenhalten noch freier Flächen durch die Entwicklung von Mager- bzw. Trockenrasen. 

Wenn Sie das Kegel-Leimkraut auf Sandflächen an den Badegewässern oder anderswo entdecken, lassen Sie es bitte stehen, bis es reife Samen ausgebildet hat. Dann hat es eine Chance,  auch im nächsten Jahr zu wachsen und in zartem Pink zu erblühen. Wir freuen uns über Ihre Fundmeldungen – am besten mit Fotobeleg. Vielen Dank!

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