Das Fauna-Team

Susanne BengschSusanne Bengsch
Leiterin Koordinierungsstelle Fauna

 

 

Alice KrachtAlice Kracht
Koordinierungsstelle Fauna

 

 

Mira LangrockMira Langrock
Koordinierungsstelle Fauna

 

 

Diana PetrichDiana Petrich
Koordinierungsstelle Fauna

 

 

Frederic SorbeFrederic Sorbe
Koordinierungsstelle Fauna 

 

 

Estrella ZirkEstrella Zirk
Koordinierungsstelle Fauna

 


Tel.: 030 263940 
Fax: 030 2615277
E-Mail: mail(at)stiftung-naturschutz.de

 


In Kooperation mit:


Betreut werden die gefiederten Vivantes-Gäste vom Greifvogelschutzbeauftragten Stefan Kupko, der auch in der Rettungsstelle des Vivantes Auguste-Viktoria Klinikums arbeitet, und sich seit vielen Jahren ehrenamtlich beim Naturschutzbund Deutschland engagiert.

Neues über Neukölln: Turmfalken 2018

Gemeinsam mit Vivantes ermöglicht die Stiftung Naturschutz Berlin besondere Einblicke in das Leben der Turmfalken

Im Wasserturm des Vivantes-Klinikums in Neukölln bieten zwei Nistkästen Wohnraum für gefiederte Familien. Dort eingebaute Kameras zeigen die Aufzucht des Turmfalkennachwuchses. Vivantes dokumentiert auf seinen Turmfalken-WebseitenOpens external link in new window ausführlich und mit vielen Bildern, was die Tiere im Wasserturm bisher erlebt haben.

Aus dem südlichen Nistkasten gibt es viel Schönes zu berichten: Hier wurden zwischen Anfang April und Ende Mai sechs Jungvögel großgezogen. Nachdem der östliche Nistkasten erst Mitte Mai von einem Falkenpaar als Quartier ausgewählt worden war, ging es dort ab Mitte Juni sehr dramatisch zu. Das Falkenmännchen verschwand, und die alleinerziehende Mutter schaffte es nicht ihre Drillinge großzuziehen.



Sechs jungen Falken wurden im Nistkasten Süd großgezogen

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Ein guter Jahrgang: Der Turmfalken-Nachwuchs 2017

In den vergangenen Wochen konnten Sie auf unserer Seite verfolgen, wie der Nachwuchs zweier Tumfalken-Familien in Neukölln aufgezogen wurde. Mittlerweile sind die kleinen Flugkünstler, die im Wasserturm des Vivantes-Klinikum Neukölln geschlüpft und aufgewachsen sind, ausgeflogen. Wir haben untenstehend einige wichtige Meilensteine aus den vergangenen Wochen für Sie zusammengestellt.


Turmfalkenhorst Süd

Turmfalkenhorst Süd

Die Wohnungssuche in Berlin kann ziemlich langwierig sein und der Einzug in ein neues Heim will gut überlegt sein - das gilt auch für Vögel. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass im März und April mehrere „Besichtigungen“ stattfanden. Neben verschiedenen Turmfalken hat sich dabei beispielsweise auch eine Ringeltaube im Horst blicken lassen. 

Pünktlich zu den Osterfeiertagen war dann aber bereits ein Paar eingezogen, und am Karfreitag (14. April) lag das erste Ei im Nest. Bis zum 25. April folgten noch fünf weitere Eier, die im Wechsel von den Elterntieren bebrütet wurden. Das war auch nötig, denn Ende April und Anfang Mai konnten die Lufttemperaturen vor dem Brutkasten noch unter den Gefrierpunkt rutschen. Im Turmfalkenhorst selbst gab es allerdings keinen Frost.

Dass die erwachsenen Turmfalken ihren Job gut gemacht haben, zeigte sich zwischen dem 20. und 24. Mai. Innerhalb kurzer Zeit schlüpften aus allen sechs Eiern gesunde Küken. Das bedeutete für die Elterntiere natürlich, dass sie sich bei der Jagd ordentlich ins Zeug legen mussten – immerhin warteten sechs hungrige Schnäbel auf frisches Futter. 

Bei der Beringung am 8. Juni zeigte sich, dass die Jungvögel nicht hungern mussten. Innerhalb weniger Tage haben sie ordentlich zugelegt und brachten bereits ein Gewicht zwischen 150 und 250 Gramm auf die Waage. Die Küken wurden beringt, damit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Leben der Turmfalken besser untersuchen können – beispielsweise ihre Lebensdauer und ihr Zugverhalten. 

Ende Juni verließen die Nachwuchs-Flugkünstler dann auch ihre Kinderstube und machten sich daran, die Welt außerhalb des Nistkastens zu erforschen.

Turmfalkenhorst Ost

Turmfalkenhorst Ost

Im östlichen Nistkasten war lange Zeit unklar, ob es tatsächlich zu einer Eiablage kommen würde. Immer wieder schauten sich Vögel dort um, unter anderem auch ein Ringeltauben-Pärchen. Doch am 15. Mai – und damit einen knappen Monat später als im südlichen Horst – legte ein Turmfalken-Weibchen schließlich doch das erste von insgesamt vier Eiern. 

Allerdings schlüpften zwischen dem 15. und 17. Juni nur drei Küken. Wie sich später herausstellte, war das vierte Ei nicht befruchtet. So etwas kann immer mal wieder passieren. Und auch mit lediglich drei Jungtieren hatten die erwachsenen Turmfalken alle Krallen voll zu tun. Fleißig schafften sie Nahrung heran und sorgten dafür, dass dem Nachwuchs – trotz der im Juni schon deutlich höheren Außentemperaturen – zu kalt wurde.

Die Beringung im östlichen Turmfalkenhorst fand am 4. Juli statt und damit etwa vier Wochen später als im südlichen Nistkasten. Bei der Aktion, die vom Turmfalken-Experten Stefan Kupko durchgeführt wurde, waren auch junge Patienten aus der Tagesklinik der Kinder- und Jugendpsychatrie dabei. Stefan Kupko arbeitet in der Rettungsstelle des Auguste-Viktoria-Klinikums und ist seit vielen Jahren ehrenamtlich in der AG Greifvogelschutz des NABU Berlin aktiv. 

Mitte Juli war es dann schließlich soweit. In der Turmfalken-Webcam konnte gut beobachtet werden, wie die Jungvögel bereits im Nistkasten ausprobierten, was ihre Flügel so alles können. Und knapp zwei Monate nach der Eiablage und einem Monat nach dem Schlüpfen machten sich dann auch die jungen Flugakrobaten aus dem östlichen Horst daran, den Himmel über Berlin zu erkunden. 

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Elegante Flugakrobaten: Turmfalken 2016

In den vergangenen Wochen konnten Sie an dieser Stelle das Leben zweier Neuköllner Tumfalken-Familien verfolgen. Mittlerweile sind die kleinen Flugkünstler, die im Wasserturm des Vivantes-Klinikum Neukölln geschlüpft und aufgewachsen sind, ausgeflogen. Nachfolgend können Sie die spannenden Wochen des Brütens und Aufziehens noch einmal Revue passieren lassen. 


Turmfalkenhorst Süd

Turmfalkenhorst Süd

Am 16. April war es bereits soweit: die Turmfalkendame legte das erste von insgesamt fünf Eiern und begann, unterstützt vom Männchen, mit dem Brüten. Ganze 34 Tage und somit bis zum 20. Mai dauerte es, bis aus dem ersten Ei ein Küken schlüpfte. Am gleichen Tag erblickte auch ein weiteres Turmfalkenjunges das Licht der Welt, und am nächsten Tag folgte mit den Küken Nr. 3 und 4 direkt ein zweites Zwillingspärchen. Am 23. Mai folgte schließlich noch das fünfte Falkenbaby.

Nun begann das große Kuscheln. Zwei Wochen lang wurde der Nachwuchs noch von den Elterntieren gewärmt, und wenn Mutter und Vater einmal ausgeflogen waren, kuschelten sich die Kleinen gegenseitig warm.  Die erwachsenen Turmfalken hatten in dieser Zeit viel zu tun, denn der Hunger der rasch wachsenden Brut musste gestillt werden – mit zwei bis drei Mäusen pro Tag und Jungvogel. Doch nicht nur Nagetiere standen auf dem Speiseplan der Turmfalken, sondern auch Insekten, Eidechsen und Kleinvögel wie beispielsweise Spatzen. Die hungrigen Jungvögel steigerten in dieser Zeit ihr Körpergewicht um 10 Gramm – und zwar jeden Tag. 

Am 8. Juni kam es dann zur BeringungOpens internal link in current window der fünf Turmfalken. Der fast drei Wochen alte Nachwuchs wurde vom Greifvogelschutzbeauftragten Stefan Kupko gewogen, vermessen und dann mit zwei Alu-Ringen als „Reisepässe“ an den Beinen ausgestattet.  Auf dem einen Ring steht eine indivuelle Nummer für jeden Turmfalken, der andere ist einfarbig schwarz und zeigt den Geburtsort und das Geburtsjahr der Vögel an. So kann bei einer Sichtung auch auf größere Distanz festgestellt werden, dass es sich bei diesen Falken um Berliner aus dem Jahr 2016 handelt. 

Ab Mitte Juni begann dann die „Ästlingszeit“, in der der Turmfalkennachwuchs erste Ausflüge auf das Anflugbett unternahmen und erste Flugübungen im Kasten absolvierten. Am 21. Juni startete dann der erste Jungvogel zu einem Flug in die nähere Umgebung – 66 Tage nach der Ablage des ersten Eis. In der nun beginnenden „Bettelflugphase“ lernten die Falken nicht nur das Fliegen, sondern auch das Jagen. Bis sie zu echten Flug- und Jagdkünstlern werden, werden sie aber auch noch weiterhin von den Elterntieren mit Futter versorgt. 

Blick in den Turmfalkenhorst Süd am 8. Juni 2016

Turmfalkenhorst Ost

Turmfalkenhorst Ost

Im östlichen Nistkasten wurde erst am 1. Mai das erste Ei gelegt, bis zum 10. Mai kamen noch drei weitere Eier hinzu. Doch die Aussichten auf Vierlinge dauerten leider nicht lange an. Mitte Mai kam es zu einem heftigen Kampf im Horst, an dem ein fremdes Turmfalkenweibchen beteiligt war. Hierbei ging ein Ei zu Bruch, und kurz darauf musste auch der Verlust eines zweiten Eis beklagt werden. Zwischenzeitlich bestand sogar die Sorge, dass es im Nistkasten gar keinen Nachwuchs geben wird. 

Am 7. Juni schlüpfte aber schließlich ein gesundes Küken. Doch einige Tage zeigte sich, dass Falko – so der Name des Jungvogels – ein Einzelkind bleibt. Das verbliebene Ei wurde zwar weiterhin bebrütet, doch wie sich später herausstellte, war der Vogel-Embryo abgestorben, möglicherweise aufgrund einer zu langen Brutunterbrechung. 

Das Dasein als Einzelkind hatte Vor- und Nachteile. Ein Vorteil: Das Futter wurde nie knapp, schließlich gab es keine Konkurrenz. Ein Nachteil: Als Einzelkind konnte Falko nicht kuscheln. Aber der Berliner Frühsommer meinte es gut mit dem Falkennachwuchs: Auch nachts war es noch relativ warm, selten sank die Temperatur im Kasten unter 18 Grad Celsius.

Auch Falko wurde beringt, und zwar am 27. Juni. Die Beringung wurde wiederum vom Greifvogelschutzbeauftragten Stefan Kupko durchgeführt, dieses Mal  im Beisein von Vorschulkindern aus der Tagesklinik des Vivantes-Klinikum. Diese durften den Jungvogel auch vorsichtig streicheln und stellten während der Beringung viele interessierte Fragen. 

Ein Jungvogel wird beringt


Bildnachweis Titelbild: Mäusebussard Astrid Brillen, Astrid / piclease (Mäusebussard, oben links); Martin, Christof / piclease (Weinbergschnecke, mitte links); Löderbusch, Wilfried / piclease (Zauneidechse, unten links); Laussmann, Tim / piclease (Biene, oben mitte); Starik, Nicole (Fledermaus, mitte mitte); Wachmann, Ekkehard / piclease (Frühe Adonislibelle, mitte unten); Pauluhn, Georg / piclease (Kleiber, rechts oben); Fiderer, Christian (Grasfrosch, rechts mitte); Stiftung Naturschutz Berlin (Waschbär, rechts unten)