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Vom Aussterben bedroht. Jetzt ausgezeichnet

Berliner Florenschutzprojekt unter den TOP 10 der UN-Dekade

Berlin, den 19. Dezember 2025. Ein gemeinsames Projekt der Stiftung Naturschutz Berlin (SNB) und des Botanischen Gartens Berlin hat es beim UN-Dekade-Projektwettbewerb 2025 zum Thema „Stadtnatur im Fokus“ in der Kategorie „Renaturierung“ unter die Top 10 geschafft. Der Wettbewerb zeichnet Projekte aus, die natürliche Lebensräume wiederherstellen, pflegen oder erhalten – und dabei andere Menschen zum Mitmachen motivieren.

Das prämierte Projekt „Florenschutz im NSG Baumberge“ spielt sich in einer außergewöhnlichen Berliner Landschaft ab: Die Baumberge in Berlin-Heiligensee sind ein eiszeitliches Dünensystem mit bis zu 30 Meter hohen Dünen. Von den ehemals großflächigen Sandtrockenrasen sind heute nur noch kleine, stark gefährdete Restflächen erhalten. Genau hier setzt das gemeinsame Projekt von Botanischem Garten und SNB an: Ziel ist die Renaturierung und langfristige Sicherung dieser berlintypischen Sandmagerrasen und ihrer hochspezialisierten Arten.

Im Mittelpunkt stehen bedrohte Pflanzen wie die Duft-Skabiose, das Grünblütige Leimkraut und die Schwärzliche Wiesen-Küchenschelle, die in Berlin zeitweise nur noch mit wenigen Exemplaren vorkamen. Ihre Samen wurden im Rahmen spezieller Artenhilfsmaßnahmen in den letzten 30 Jahren gesammelt, um im Botanischen Garten Berlin Pflanzen anzuziehen und zu vermehren und anschließend gezielt wieder in den Baumbergen anzusiedeln. Heute beherbergen die Baumberge die größten Bestände dieser Arten in der Region. Auch zahlreiche seltene Tierarten, wie der vom Aussterben bedrohte Kiesbank-Grashüpfer, profitieren von den Maßnahmen.

„Die Platzierung unter den Top 10 ist eine großartige Anerkennung für jahrzehntelanges Engagement im Berliner Artenschutz und zeigt, wie wirkungsvoll Kooperationen zur Erhaltung und Förderung der Stadtnatur sein können“, sagt Justus Meißner, Leiter der Koordinierungsstelle Florenschutz der SNB.

Dr. Elke Zippel, wissenschaftliche Leiterin der Dahlemer Saatgutbank am Botanischen Garten, freut sich über die Auszeichnung: „Unsere hochgradig gefährdeten und seltenen heimischen Pflanzenarten bedürfen besonderer Aufmerksamkeit. Universitäre Botanische Gärten spielen mit ihrer Expertise in Anzucht und Vermehrung von Wildpflanzen und der Einbettung in die aktuelle Forschung eine zentrale Rolle im Botanischen Artenschutz. Ich freue mich, dass unsere Arbeit zunehmend Aufmerksamkeit und Wertschätzung bekommt.“

Die Arbeiten in den Baumbergen verdeutlichen zugleich, dass erfolgreicher Artenschutz kein kurzfristiger Aktionismus sein darf. Vielmehr müssen Schutzmaßnahmen sorgfältig geplant, langfristig angelegt und kontinuierlich wissenschaftlich begleitet werden, um bedrohte Arten dauerhaft zu sichern.

Ermöglicht und begleitet wurde das Projekt durch die Oberste Naturschutzbehörde der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. Unterstützt wird das Projekt auch durch Ehrenamtliche, die bei der Ausbringung der seltenen Arten mit angepackt haben und sich regelmäßig an der jährlichen Zählung der Pflanzen und an Pflegemaßnahmen beteiligen. Die Ansiedlungen der Duft-Skabiose erfolgten im Rahmen des Projektes „Wildpflanzen-Schutz in Deutschland“ (WIPs-De), das von 2013 bis 2025 vom Bundesprogramm Biologische Vielfalt / Bundesamt für Naturschutz gefördert wurde.

Den UN-Dekade-Preis für Renaturierung von Stadtnatur hat ein anderes Berliner Projekt gewonnen: der „Blühende Campus“ an der Freien Universität Berlin, der im  Jahr 2023 bereits mit dem Berliner Naturschutzpreis ausgezeichnet wurde. Die Stiftung Naturschutz Berlin gratuliert dem Blühenden Campus herzlich zum Gewinn des ersten Preises im UN-Dekade-Wettbewerb 2025.

Die offizielle Bekanntgabe der Preisträgerprojekte und Top-Platzierungen erfolgt im Rahmen der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen durch das Bundesamt für Naturschutz am 19. Dezember.

Infos zum Wettbewerb: 
https://www.undekade-restoration.de/projektwettbewerb

Sie möchten über das Thema berichten, ein Interview mit Justus Meißner, dem Leiter der Koordinierungsstelle Florenschutz, oder mit Elke Zippel, Leiterin der Dahlemer Saatgutbank, führen oder einen Termin vor Ort für Ihre Berichterstattung? 
Melden Sie sich, wir organisieren gerne den Termin für Sie: presse@stiftung-naturschutz.de

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