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Naturerfahrungsräume in Berlin

In Berlin gibt es fünf Naturerfahrungsräume (NER), die wie öffentliche Grünanlagen und Spielplätze jederzeit besucht und genutzt werden können. 2009 eröffnete der erste Naturerfahrungsraum im Park am Gleisdreieck – initiiert durch Bürger*innen. 2014 folgte auf Initiative des Naturschutz- und Grünflächenamtes Friedrichshain-Kreuzberg sowie benachbarter Grundschulen und Kitas das Robinienwäldchen.

Drei weitere Naturerfahrungsräume sind als Pilotflächen zwischen 2016 und 2017 im Rahmen eines Projektes der Stiftung Naturschutz Berlin entstanden: 

Das Projekt der Stiftung Naturschutz

Zwischen 2015 und 2018 wurde das Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens „Naturerfahrungsräume in Großstädten am Beispiel Berlin“ der Stiftung Naturschutz Berlin durchgeführt. Grundlage dafür war eine durch die Stiftung Naturschutz Berlin erfolgte Voruntersuchung in 2011/2012. Diese erste Phase diente der Klärung von Voraussetzungen für städtische Naturerfahrungsräume. Unseren Abschlussbericht zur Voruntersuchung finden Sie beigefügt als Pdf zum Download.

Ziel des Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens war es, das Konzept der städtischen Naturerfahrungsräume bekannter zu machen und dazu beizutragen, dass diese zur Normalität in unseren Städten werden. Um dies zu erreichen, haben wir die drei Wilden Welten in Spandau, Pankow und Marzahn-Hellersdorf systematisch eingerichtet und mit den Projektpartnern betrieben. Entsprechend der Erkenntnisse aus der Voruntersuchung wurde darauf geachtet, dass die Flächen wohnungsnah verortet sind und sich in unmittelbarer Nähe geeignete Einrichtungen (z.B. der Jugendhilfe, Umweltbildung etc.) befinden, die bereit sind, sich um die Naturerfahrungsräume zu kümmern. 

Alle drei Pilotflächen hatten bereits einen sehr naturnahen, teilweise fast „wilden“ Charakter. Um sie zu einem spannenden Naturerfahrungsraum zu machen, wurden behutsame Pflegemaßnahmen am Bestand vorgenommen und beispielsweise Erdhügel, Reisighecken und Materiallager mit Holzstöcken und Ästen gemeinsam mit Kindern geplant und gebaut. 

Unser Projekt „Naturerfahrungsräume für Kinder in Berlin“ wurde im Rahmen des UN-Sonderwettbewerbs „Soziale Natur – Natur für alle“ ausgezeichnet. Der Wettbewerb würdigt vorbildliche grüne Orte, die soziale Grenzen überwinden und Naturerlebnisse bieten. Mit der Auszeichnung sind die Naturerfahrungsräume offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt.

Das Projekt haben wir gemeinsam mit dem Bezirksamt Spandau, dem Jugendamt Pankow und Grün Berlin sowie dem Infrastrukturellen Netzwerk Umweltschutz (INU) und den Vereinen Staakkato Kinder und Jugend, Spielkultur Berlin-Buch realisiert.

Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt bis 2020 von der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde, sodass umfangreiche Erkenntnisse zu Nutzergruppen, Nutzerverhalten, Anregungs- und Einwirkungsmöglichkeiten, zu notwendigem Betreuungs- und Kontrollbedarf sowie zur Pflege, Entwicklung und zur ökologischen Bedeutung der Flächen gewonnen werden können.

Da sich Naturerfahrungsräume noch nicht als öffentliche Freiräume in unseren Städten etabliert haben, wurde am 23. Februar 2018 auf einer Fachtagung in Berlin die „Resolution für die Schaffung von Naturerfahrungsräumen in der Stadt“ verabschiedet. Oberstes Ziel ist es, dass diese Freiflächen fester Bestandteil des öffentlichen Raums werden. Die Resolution finden Sie beigefügt als Pdf zum Download.

Gefördert wurde das Projekt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie durch die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und den Bezirk Pankow. Der Landesbeauftragte für Naturschutz und Landschaftspflege unterstützte das Vorhaben ebenfalls.