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Die Vielfalt im Blick

Pflanze des Monats August 2016

Zwerg-Filzkraut Filago minima (Sm.) Pers.

Wenn im Sommer die Sonne hoch am Himmel steht und lange scheint, gibt es ein Pflänzchen, dem dies alles nur wenig ausmacht. Die dichte, silbrige Behaarung des Zwerg-Filzkrauts reflektiert nämlich die Sonnenstrahlen und schützt es so vor einer zu hohen Verdunstung. Dadurch kann die kleine, nur 5-20 cm hohe Art selbst an Extremstandorten wie auf offenen Sandflächen existieren, wo an der Erdoberfläche sommerliche Temperaturen von über 60 °C erreicht werden. Das Zwerg-Filzkraut ist in Europa heimisch und kommt mit einzelnen Vorposten auch in Nordafrika und in der Türkei vor. Die Art ist in Mitteleuropa auf offenen Dünen, in Trockenrasen, an trockenen Wegsäumen und auf Äckern zu finden. Noch Mitte des 19. Jahrhunderts war die Art in Berlin und Umgebung häufig. Heute ist sie hier vom Aussterben bedroht und hat seit 1950 deutschlandweit ca. ein Viertel aller Standorte verloren.

Ursachen für den starken Rückgang sind Nährstoffeintrag, Nutzungsaufgabe, Überbauung und zunehmende Beschattung von Waldsäumen und Lichtungen. Ganz wesentlich für das Überleben des Zwerg-Filzkrautes sind gelegentliche Bodenstörungen, die Offenflächen für die Keimung der Samen schaffen, denn die Art ist einjährig und vermag sich nicht vegetativ zu vermehren. Im Boden vergrabene Samen bilden jedoch eine langlebige Samenbank aus und können noch nach über 40 Jahren keimen. Daher könnte die Art bei Bodenstörungen potenziell überall dort in Berlin wieder auftauchen, wo ehemals Sandäcker existierten.

Das Zwerg-Filzkraut wurde seit 2000 in 12 Fundgebieten in den Bezirken Pankow, Spandau, Reinickendorf, Mitte, Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg und Treptow-Köpenick nachgewiesen. Die Art ist in Berlin vom Aussterben bedroht, lässt sich jedoch schon mit kleinen Schritten fördern. So sollten Vorkommen des Zwerg-Filzkrautes nicht vor der Fruchtreife im Juli gemäht werden. Kleinflächige Offenstellen können durch Beweidung oder eine verträgliche Freizeitnutzung entstehen. Über Fundmeldungen dieser Art per E-Mail – am besten mit Fotobelegen – würden wir uns sehr freuen. Vielen Dank!

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