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Die Vielfalt im Blick

Pflanze des Monats Dezember 2019

Späte Gelb-Segge Carex viridula subsp. viridula Michx.

Typisch Segge: sie hat gern nasse Füße! Außerdem benötigt die Späte Gelb-Segge nur wenig Nährstoffe, aber viel Licht. Sie besiedelt vorzugsweise Moore, nasse Ufer, wechselfeuchte bis nasse Wiesen und Ruderalstandorte. Was ein Glück, dass ihre Samen schwimmen können. Mithilfe von Wind und Wasser werden sie verbreitet.

Die Späte Gelb-Segge gehört mit einer Größe von 5 bis 20 cm zu den kleinwüchsigen Seggen und bildet immergrüne Horste. Sie besitzt sowohl männliche als auch weibliche Blüten, die ganz unterschiedlich aussehen: Eine längliche grün-braune Ähre an der Triebspitze kennzeichnet den männlichen Blütenstand. Darunter folgen eine bis mehrere grüne Ähren, die aus weiblichen Blüten bestehen. Durch die zahlreichen Spitzen an den Enden der sogenannten Fruchtschläuche, sehen die Ähren wie kleine Morgensterne aus. Diese außergewöhnlichen Blütenstände erscheinen zwischen Mai und September.

Geeignete Standorte findet die Späte Gelb-Segge fast rings um den Globus. Neben Europa wächst sie auch in Nordamerika, Teilen Ostasiens, an der Südspitze Grönlands und vereinzelt in Nordafrika. Ihr geschlossenes europäisches Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Nordportugal und Mittelspanien bis auf den mittleren Balkan und nach Nordwest-Russland sowie von Süditalien und Südfrankreich bis zur Nordküste Schottlands und zum Nordkap.

Deutschland zählt zum Hauptareal der Späten Gelb-Segge. Obwohl sie Mittelgebirgslagen scheinbar meidet, ist sie in allen Bundesländern vertreten. Verbreitungsschwerpunkte liegen in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, im Südwesten Niedersachsens sowie in Bayern. In großen Teilen Nordwest-, Mittel- und Südwest-Deutschlands fehlt sie hingegen gänzlich. Vor allem in Bayern, Mitteldeutschland und an der Nordseeküste hat die Späte Gelb-Segge seit 1950 merklich Vorkommen verloren. Die Gründe dafür liegen in der zunehmenden Trockenheit, der fortschreitenden Bebauungsdichte und dem Zuwachsen offener Feuchtstandorte. Als typische Besiedlerin nasser Rohböden benötigt die Pionierpflanze wenig bewachsene Feuchtstandorte.

Bestehende Vorkommen sollten durch die Beseitigung von Gehölzaufwuchs und von konkurrenzstarken Arten geschützt werden. Um die Etablierung der Späten Gelb-Segge an einem Standort zu fördern, können durch den Abtrag von nährstoffreichem Oberboden kleinflächige Rohbodenstandorte geschaffen werden. So können ihre Samen gut Fuß fassen.

Sollten Sie auf Ihren Spaziergängen eine solche Pflanze finden, freuen wir uns sehr über eine Fundmeldung per E-Mail mit Fotobeleg. Vielen Dank!

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