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Die Vielfalt im Blick

Pflanze des Monats Mai 2012

Sibirische Schwertlilie Iris sibirica L.

Die alten Griechen wussten schon, warum sie die Blumen der Schwertlilien nach der Regenbogengöttin „Iris“ benannten. Die filigranen, von blauvioletten Äderchen durchzogenen Blüten der Sibirischen Schwertlilie sind eine wahre Augenweide. Von Mai bis Juni dauert ihr Farbenschauspiel. Auf einem bis zu 90 cm hohen Pflanzenstängel thronen zwei bis vier Blüten, wobei die drei inneren Blütenblätter etwas dunkler gefärbt sind als die äußeren. Die Blüten selbst duften nicht, nur die Wurzeln enthalten ätherische Öle, die einen veilchenartigen Geruch verbreiten. Weil so viel Grazie begeisterte, wurde unsere Pflanze des Monats über die Jahrhunderte kultiviert. Karl der Große, ein echter Freund der Gartenbaukunst, war so begeistert von dem zarten Frühsommerblüher, dass er sich für seine weite Verbreitung in Schloss- und Klostergärten einsetzte. Diese Begeisterung hält bis heute an. Als beliebte Zierpflanze zaubert die Sibirische Schwertlilie einen Hauch von Glamour in die Blumenbeete vieler Gärten. 

 

Um ihr Wildvorkommen ist es leider nicht so gut bestellt. Im 20. Jahrhundert sind bundesweit zahlreiche Fundorte von Iris sibirica verloren gegangen. In Berlin ist die Art vom Aussterben bedroht. Grund für den dramatischen Rückgang ist der Verlust ihres Lebensraums, u. a. durch die Trockenlegung von Feuchtwiesen, aber auch durch das Brachfallen extensiv genutzter Wiesen. Damit unsere Pflanze des Monats auskeimen kann, braucht sie wechselfeuchte bis nasse Standorte, z. B. in Auenwiesen oder moorigen Wiesen. In Berlin ist es vor allem die Grundwasserabsenkung, die eine Verjüngung der Bestände erschwert. Hier kommt die Sibirische Schwertlilie auch in lichten, nährstoffarmen, ehemals grundwassernahen Eichenwäldern vor. Auch durch die zunehmende Konkurrenz von Hochstauden und Gehölzen sind ihre Bestände bedroht. 
Eine erste Maßnahme, um diese schöne Wildpflanze Berlins zu sichern, ist die Auflichtung der Strauch- und Baumschicht sowie die Entfernung standortfremder Gehölzarten und dominanter Stauden. 

Halten Sie bei Ihrem nächsten Spaziergang die Augen offen und melden Sie uns einen Fund gerne per E-Mail – am besten mit Fotobeleg. Vielen Dank!

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