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Die Vielfalt im Blick

Pflanze des Monats Juli 2011

Moor-Greiskraut Tephroseris palustris (L.) Fourr.

Das auf der Nordhalbkugel verbreitete Moor-Greiskraut hält einige interessante Entdeckungen bereit. Ein besonderes haptisches Erlebnis bieten die Blätter dieses Korbblütengewächs, die oberseitig eine kahle und glatte Struktur aufweisen, an der Unterseite aber wollig filzig sind. Zudem hat die Art einen dicken, klebrig-drüsigen, zottigen sowie dicht beblätterten Stängel, der die gesamte Erscheinung der Pflanze dominiert. Die Größe dieser Art kann – je nach Nährstoffaufkommen –  sehr stark variieren, von nur 15 cm bis zu  stattlichen 1,5 m. Ein echter Blickfang des Moor-Greiskrauts sind seine leuchtend gelben Blüten. Oftmals hat diese Art über 15 Blütenköpfe. Damit ist das Moor-Greiskraut an seinen bevorzugen Standorten – an Ufern von Seen, Teichen, Altwässern und Gräben  – oftmals kaum zu übersehen. 

 

Das Moor-Greiskraut ist eine zweijährige Art. Sie bildet im ersten Jahr eine Blattrosette aus und blüht im zweiten Jahr von Juni bis Juli. Danach werden – ähnlich wie beim bekannten Löwenzahn – viele hundert gefiederte Samen gebildet. Verbreitet werden diese durch den Wind sowie durch Ameisen und andere Tiere, an deren Fell die Samen festhaften. Das Vorkommen des Moor-Greiskrauts ist allerdings durch dauerhafte Melioration und die künstliche Befestigung von Ufern sehr stark gefährdet und in den letzten Jahrzehnten in Ostdeutschland selten geworden. In Berlin sind von einstmals über 20 Fundorten nach 1990 nur noch vier Vorkommen in den Bezirken Reinickendorf, Spandau, Mahrzahn-Hellersdorf und Pankow bekannt.

Falls Sie ein Exemplar des Moor-Greiskrauts entdecken sollten, lassen Sie es bitte stehen und melden Sie uns den Fund per E-Mail – am besten mit Fotobeleg. Vielen Dank!

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