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Durchblicke das Grün. Die politische Pflanze

Können Pflanzen politisch sein? Ja, unbedingt! Diese klare Antwort gibt das neue Projekt „Konsum, Handel, Artenvielfalt: Pflanzen sind auch politisch" bereits in seinem Titel und lässt Botanische Gärten im ganzen Land zu Orten politischer Bildung werden. Aber welche Rolle spielen Pflanze eigentlich bei politischen Entscheidungen? Wann genau werden sie zu einem Politikum? Und welche gesellschaftliche Bedeutung kommt ihnen zu?

Neben dem Schutz von Wildpflanzen durch Gesetze und Verordnungen gibt es für die Verquickung von Pflanzen, Politik und Gesellschaft unzählige weitere Beispiele. Etwa Diskussionen um Lebensräume, Landnutzung und Landschaftsplanung oder der Interessenkonflikt, ob Anbauflächen zur Energieproduktion oder zu Ernährungszwecken genutzt werden. Darüber hinaus haben industrielle Produktion, Konsum und Handel von pflanzlichen Rohstoffen enorme Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und unsere Zukunft - sowohl direkt vor unser Haustür als auch weltweit. 

Um insbesondere junge Menschen für diese Themen zu begeistern, entwickeln Botanische Gärten und BANU-Akademien in acht Bundesländern innovative Veranstaltungskonzepte. Los geht es 2020 für drei Jahre: Auf ganz unterschiedliche Weise werden die thematisch breit gefächerten Formate die Verbindung von Pflanzen und Gesellschaft beleuchten. Auch der gesamte Globus rutscht dabei immer wieder in den Fokus.

Für die Länder Berlin und Brandenburg realisieren die Stiftung Naturschutz Berlin und der Botanische Garten der Universität Potsdam gemeinsam zwei Bildungsformate, die 2021 und 2022 angeboten werden. Unter dem Titel „Durchblicke das Grün. Die politische Pflanze“ liegt der inhaltliche Schwerpunkt auf der Vermittlung von Kenntnissen der einheimischen Pflanzenarten und ihrer spezifischen Lebensräume.

Nur mit Artenkenntnissen können die Folgen der Vernichtung von Lebensräumen, zum Beispiel durch Baumaßnahmen, angemessen beurteilt und das Ziel der Erhaltung der biologischen Vielfalt bei Nutzungskonflikten sachgerecht vertreten werden. Mit den Bildungsformaten soll dem Verlust von Artenkenntnissen und von Arten entgegengetreten werden.

Alle Bildungsformate, die während der Projektlaufzeit entstehen, werden nachbereitet und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, mit den Veranstaltungskonzepten die Bildungslandschaft zu bereichern und den Akteuren der Nachhaltigkeitsbildung Anregungen für neue Umweltbildungskonzepte anzubieten.

Das bundesweite Projekt ist eine Kooperation der Universität Kassel mit dem Verband Botanischer Gärten e. V. (VBG) und dem Bundesweiten Arbeitskreis der staatlich getragenen Bildungsstätten im Natur- und Umweltschutz (BANU). Gefördert wird das dreijährige Projekt fachlich und finanziell durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU).