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Die Vielfalt im Blick

Koordinierungsstelle Florenschutz

Was haben Färber-Meier, Sumpf-Läusekraut und Violette Schwarzwurzel gemeinsam? Es sind alles bedrohte Wildpflanzen, die nur noch einmal in Berlin vorkommen. Damit sie und andere nicht verloren gehen, kümmert sich unsere Koordinierungsstelle Florenschutz um mehr als 250 Pflanzenarten in der Stadt.

Sie überprüft Vorkommen und Bestandssituation von den sogenannten Zielarten (siehe Liste der Zielarten.pdf), das sind in der Regel nach der Roten Liste vom Aussterben bedrohte Pflanzen.  Sie konzipiert geeignete Schutzmaßnahmen und informiert Flächeneigentümer und -nutzer, Naturschutzbehörden, Berliner Forsten und Bezirksämter über Standorte von gefährdeten Pflanzen. Außerdem werden Vermehrungskulturen angelegt, Arche-Flächen eingerichtet, nachgezogene Pflanzen wieder ausgesetzt und Pflanzenarten in die Dahlemer Saatgutbank aufgenommen und somit gesichert. So sorgt die Koordinierungsstelle seit 2009 dafür, dass die biologische Artenvielfalt in der Hauptstadt erhalten bleibt.

Vermutlich bemerken viele Berliner*innen gar nicht, dass am Wegesrand eine seltene Pflanze wächst. Deshalb macht die Koordinierungsstelle auf die gefährdeten Pflanzen aufmerksam. Seit März 2010 wird die Pflanze des Monats vorgestellt. Inzwischen stehen über hundert Pflanzenporträts auf der Website der Stiftung Naturschutz zur Verfügung.

Zu den Erfolgen der Koordinierungsstelle gehört beispielsweise der Wiederfund einer fleischfressenden Pflanze: Der Mittlere Sonnentau hat vor allem kleine Insekten auf seinem Speiseplan und galt in der Hauptstadt bis 2013 als verschollen. Seitdem wurde er in drei Berliner Mooren, in denen Moorrenaturierungen durchgeführt wurden, in großer Menge nachgewiesen. 

Auch bei der Schwärzlichen Wiesen-Küchenschelle gibt es Erfolge zu vermelden: Ausgewildert in einem Berliner Dünengebiet – wo genau wird geheim gehalten, damit sich keine Neugierigen auf den Weg dorthin machen –, hat sie sich inzwischen ausgebreitet und sogar verjüngt. In der Wuhlheide gibt es einen einzigartigen Fingerkraut-Eichenwald, der ungefähr so groß ist wie zwölf Fußballfelder. Für ihn hat die Koordinierungsstelle ein Schutzprojekt entwickelt und zusammen mit der Unteren Naturschutzbehörde Treptow-Köpenick umgesetzt, um günstige Lebensbedingungen für das Weiße Fingerkraut und weitere floristische Raritäten zu schaffen. 

Die Botanischen Gärten, die Bezirke, die Berliner Wasserbetriebe und weitere Einrichtungen unterstützen die Stiftung bei solchen Maßnahmen. Außerdem engagieren sich viele Ehrenamtliche bei Pflegeeinsätzen, dem Ausbringen von vermehrten Pflanzen und Kartierungen.

Die Koordinierungsstelle Florenschutz wird von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz finanziert und arbeitet eng mit dem Landesbeauftragten für Naturschutz und Landschaftspflege und dem Botanischen Verein von Berlin und Brandenburg zusammen.