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Berliner
Nachtschwärmer

Fledermäuse

Die große Flatter: Fledermäuse (Microchiroptera)

Nach Sonnenuntergang begeben sich unsere einzigen flugfähigen Säugetiere auf die Jagd. In faszinierenden, schnellen Bewegungen schwirren sie durch die Nacht und so mancher fragt sich: Was ist das? Weil sie tagsüber ruhen, kennen wir unsere heimlichen Untermieter meistens nicht. Dabei sind es bezaubernde Tiere, die für uns Menschen harmlos und wertvolle Gestalter unserer urbanen Ökosysteme sind. Eine Fledermaus verzehrt im Lauf der Nacht bis zu 3.000 Insekten, darunter auch Plagegeister wie Mücken – ein stichhaltiges Argument für ihren Schutz. Leider finden sie immer schwerer genügend Nahrung. Durch landwirtschaftliche Monokulturen und dem Einsatz von Pestiziden gehen die Bestände der Insekten derzeit drastisch zurück. Städte stellen daher wichtige Lebensräume für Fledermäuse dar. Aber auch hier haben sie es nicht leicht. Häufig leben sie versteckt in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, beziehen in Dachböden, Bäumen und Fassadenspalten ihr Quartier. Insbesondere Gebäudesanierungen und energieeffiziente Bauten ohne Spalten und Nischen führen zu einem akuten Wohnungsmangel der Berliner Fledermäuse. 

10 Fakten über Fledermäuse

  1. „Flattermaus“
    Der Name Fledermaus geht auf das althochdeutsche Wort fledarmūs (flatternde Maus) zurück. Nicht zu verwechseln mit Fledermäusen sind die Flughunde. Sie sind keine richtigen Fledermäuse, aber eng mit ihnen verwandt. Zusammen bilden sie die Ordnung der Fledertiere.
     
  2. Uralte Erdbewohner
    Fledermäuse gibt es bereits seit Millionen von Jahren. Die ältesten fossilen Funde sind 50 Mio. Jahre alt. Sie sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können.
     
  3. Fledermäuse weltweit
    Fledermäuse sind weltweit verbreitet mit Ausnahme der Arktis/Antarktis. Derzeit sind über 1.100 Arten beschrieben. Die in der Europäischen Union vorkommenden Arten besitzen allesamt durch die FFH-Richtlinie (Anhang IV) einen hohen Schutzstatus. In Deutschland leben 25 verschiedene Arten, 18 davon sind in Berlin nachgewiesen.
     
  4. Kleinste und Größte
    In den Tropen ist die Hummelfledermaus mit ihren lediglich 3 Gramm die leichteste. Die australische Gespenstfledermaus hingegen schafft es auf 220 Gramm und ist damit die schwerste.
     
  5. Tagträumer
    Fledermäuse schlafen am Tag. Dabei hängen sie kopfüber in Bäumen, Höhlen, Dachböden oder Mauerspalten. Eine besondere Anordnung der Sehnen ermöglicht es den Tieren, sich ohne Kraftaufwand festzuhalten. 
     
  6. Echoortung
    Fledermäuse sind nachtaktiv. Ihre Rufe im Ultraschallbereich sind für menschliche Ohren kaum wahrnehmbar. Das Echo weist ihnen den Weg durch die Dunkelheit und lässt Beutetiere „sichtbar“ werden.
     
  7. Nahrungsspezialisten
    Das Nahrungsspektrum der Fledermäuse richtet sich nach ihrem Lebensraum. Einige Arten verzehren Früchte, andere haben sich auf das Fangen von Fischen, Fröschen oder Vögeln spezialisiert. Die drei Arten der Vampirfledermäuse sind auf den amerikanischen Kontinent beschränkt und nehmen ausschließlich Blut anderer Säugetiere oder Vögel zu sich. Solch eine Mahlzeit liegt zwischen 20 und 30 Millilitern. Alle einheimischen Fledermäuse ernähren sich von kleinen Wirbellosen, wie z.B. Insekten (Nachtfalter, Mücken, Käfer) und Spinnen.
     
  8. Mehr Mensch als Vogel
    Der Aufbau eines Fledermausflügels ähnelt weniger dem eines Vogels als vielmehr dem Arm und der Hand eines Menschen. Die Flughaut ist vom Handgelenk, über die vier stark verlängerten Finger, bis zum Fußgelenk und zum Schwanz aufgespannt.
     
  9. Winterschlaf
    Heimische Fledermäuse halten Winterschlaf. Da sie in der kalten Jahreszeit keine Insekten erbeuten können, fahren sie ihren Stoffwechsel sowie Atmung und Herzschlag auf ein Minimum herunter. In dieser Zeit sollten sie nicht gestört werden, denn jedes Aufwachen kostet wertvolle Energie.
     
  10. Fledermaus Kindergarten
    Fledermausjunge müssen eine Art Kindergarten besuchen, damit ihre Mütter Zeit zum Jagen haben. In den Wochenstuben bleiben die Kleinen unter Aufsicht weniger Weibchen zurück.

    Aktion Fledermäuse im Kiez

    Die Stiftung Naturschutz Berlin, denn’s Biomarkt und dessen Kunden sorgen für neue Unterkünfte der nachtaktiven Säugetiere. Durch den Erlös aus Pfandbons sind bereits über 320 neue Fledermausquartiere in Berlin geschaffen worden. Die neuen Fledermauswohnungen dienen entweder als Wochenstube, eine Art Fledermaus-Kindergarten, als Ort der Paarung für ein Fledermauspärchen oder auch als „Einzimmerwohnung“ für männliche Fledermäuse.

    Die Fledermauskästen werden entweder an Bäumen, Pfählen oder Fassaden angebracht und dienen dabei als Sommer- oder Winterquartier. Folgende Voraussetzungen müssen für die neuen Quartiere gegeben sein:

    • Anbringung in mindestens 3,00 – 4,00 Meter Höhe, um Gefährdungen durch Menschen und Tiere (Hauskatzen, Marder etc.) zu  vermeiden
    • nicht direkt über Türen, Fenstern oder Terrassen aufhängen
    • der freie Anflug muss gewährleistet sein
    • Beleuchtung und große Straßen sollten nach Möglichkeit vermieden werden
    • wichtig ist auch die Genehmigung des Immobilieneigentümer