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Bienen und ihre Verwandten

Bienen sind eng mit Wespen und Ameisen verwandt. Diese Tiergruppen gehören den Hautflüglern und im engeren Sinne den Stechimmen an. Daher liegt es nahe, dass auch die Bienen über eine Wespentaille und einen Wehrstachel verfügen. Dieser Stachel hat sich aus dem Legeapparat gebildet, weshalb nur Weibchen einen haben. Grundsätzlich gilt, dass weder Bienen noch Wespen stechfreudig sind. Staatenbildende Stechimmen, wie die Honigbiene, die Deutsche und die Gemeine Wespe, verteidigen jedoch bei einer möglichen Gefahr ihr Nest und ihre Nahrungsquellen und machen deshalb Ausnahmen.

Die meisten Wespen- und Bienenarten bilden keine Völker, sondern leben allein. Nektar ist die Hauptnahrungsquelle von Bienen und einigen Wespen. Bienen ernähren ihre Larven nicht von anderen Insekten oder Spinnen, wie es Wespen vielfach tun, sondern sie legen Pollen als Proviant ins Nest. Neben einigen Ausnahmen ist ein häufiges Erkennungsmerkmal der Bienen eine dichte Behaarung, während man bei Wespen unter dem Mikroskop eine dünne, borstige Behaarung sieht.

Anders als die domestizierten Honigbienen, benötigen die äußerst vielfältigen Wildbienenarten, zu denen auch die Hummeln gehören, unterschiedliche und ganz spezielle Lebensräume für den Nestbau: z.B. abgestorbene Pflanzenstängel, Totholz, offene und sandige Bodenstellen, altes Mauerwerk, steile Sand- oder Lehmkanten und sogar Schneckenhäuser.

Wildbienen sind friedliebend, leben regional und legen ein Ei pro Brutzelle ab. So kann ein Nest aus mehreren einzeln verschlossenen Brutzellen bestehen. Staaten, wie wir es von den Honigbienen kennen, werden nur von sehr wenigen Wildbienen gebildet und fallen kleiner aus, wie beispielsweise bei den Hummeln. Ein aktueller Diskurs zu Wild- und Honigbienen ist, inwiefern das Aufstellen von Honigbienenstöcken in Regionen, in denen Wildbienen leben, deren Überlebenschance verringert. Es wird vielfach angenommen, dass die großen Honigbienenvölker den Wildbienen zu wenig Nahrung „übrig lassen“, bevor sie weiterziehen; schließlich durchstöbern sie bei Bedarf einen sehr viel größeren Radius, als die ortstreuen Wildbienen. Mengenmäßig gelten die Honigbienen zwar als effizientere Bestäuber. Viele der äußerst unterschiedlichen Pflanzenarten sind jedoch auf bestimmte Merkmale ihrer Bestäuber angewiesen. Wichtig sind z.B. Körpergröße, -form, -behaarung sowie Mundwerkzeuge. Im Gegensatz zur Honigbiene, kann die Vielfalt der Wildbienen die verschiedenen Bestäubungsmechanismen bei Pflanzen weitreichend bedienen. Hier spielen auch andere Bestäuber eine wichtige Rolle: beispielsweise Schmetterlinge, die mit ihrem langen Saugrüssel Pflanzen mit besonders tiefgelagertem Nektar erreichen.

Mangel an Lebensräumen und Nahrung

Problematisch wird es, wenn Wildbienen und andere bestäubende Insektengruppen nicht genügend Nistmöglichkeiten und Nahrungspflanzen in einer Region finden. Ursachen dafür sind das häufige Mähen ganzer Wildblumenwiesen ohne das Stehenlassen von Blühstreifen, das Mähen zu ungeeigneten Zeiten, die Förderung von Zierrasen, die intensive Landwirtschaft sowie die Fragmentierung von Lebensräumen. Darüber hinaus bieten Zierpflanzen durch ihre stark gefüllten Blüten oftmals keinen Zugang zu Pollen und Nektar (siehe Abb. 5 + 6).