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Amphibien

Sie durchleben einen einzigartigen Gestaltenwandel während ihrer Metamorphose von Larven zu adulten Tieren und überwintern an versteckten Stellen. Aktuell sind 13 verschiedene Amphibienarten in Berlin nachgewiesen. Doch Umweltverschmutzung, Klimawandel und die Ansprüche einer sich entwickelnden Stadt stellen eine Herausforderung für die Bestände und ihre Lebensräume dar. Die Koordinierungsstelle Fauna der Stiftung Naturschutz Berlin startet eine Kartierungskampagne, um aktuelle Informationen zur Populationsstruktur und Verbreitung der heimischen Amphibienarten für Berlin zu ermitteln und für die naturschutzfachliche Arbeit zur Verfügung zu stellen. Weiterhin sollen hieraus geeignete Maßnahmen abgeleitet werden, um den langfristigen Erhalt dieser faszinierenden Artengruppe zu ermöglichen.

Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL), die Roten Listen und das Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG) sind Instrumente zum Schutz wildlebender Pflanzen und Tieren, zum Erhalt der Artenvielfalt und zur Landschaftspflege. Sie enthalten Vorgaben zum Naturschutz und geben Auskunft über gefährdete, verschollene oder bereits ausgestorbene Tier- und Pflanzenarten.

Übersicht der Berliner Amphibienarten und deren Status

                                                                     FFH-Anhang   BNatschG   Rote Liste 2015
Bergmolch (Ichthyosaura alpestris)-b
Kammmolch (Triturus cristatus)II, IVb, s2
Teichmolch (Lissotriton vulgaris)-b*
Rotbauchunke (Bombina bombina)II, IVb, s1
Erdkröte (Bufo bufo)-b*
Kreuzkröte (Epidalea calamita)IVb, s1
Wechselkröte (Bufotes viridis)IVb, s2
Knoblauchkröte (Pelobates fuscus)IVb, s3
Grasfrosch (Rana temporaria)Vb3
Moorfrosch (Rana arvalis)IVb, s3
Kleiner Wasserfrosch (Pelophylax lessonae)     IVb, s0
Seefrosch (Pelophylax ridibundus)Vb3
Teichfrosch (Pelophylax kl. esculentus)Vb, s*


Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz >> Rote Liste und Gesamtartenliste der Lurche (Amphibia) von Berlin, 3. Fassung, Stand Dezember 2015

und auf den Webseiten des Bundesamts für Naturschutz >> Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie.

Gefahren für Amphibien

In einer wachsenden Stadt hat der Erhalt von biologischer Vielfalt eine große Bedeutung. Wir stellen im Folgenden die größten urbanen und natürlichen Gefahren für Amphibien in Berlin vor.

Klimawandel
Amphibien sind die wohl am meisten vom Klimawandel betroffenen Wirbeltiere. Lebensraumverlust durch langfristige Austrocknung von Gewässern sowie starke Temperaturschwankungen während der Winterruhe stellen elementare Bedrohungen für die heimische Amphibienwelt dar.

Straßenverkehr und -abflüsse
Durch Straßenbau wurden und werden Amphibienlebensräume zerstört und zerschnitten. Während der Wanderzeit im Frühjahr und Herbst fallen viele Amphibien dem Straßenverkehr zum Opfer. Auf dem Weg über den Asphalt sind nicht nur Autos eine Gefahr, sondern auch Gullys und andere Abflüsse, in die Amphibien gelangen und nicht wieder herausfinden können.

Schädigung von natürlichen Habitaten
Natürliche Habitate können auf vielfältige Art und Weise beeinträchtigt sein, beispielsweise durch eine ungünstige Ufergestaltung oder Schadstoffeintrag. Aber auch eine Störung der Gewässer durch Wild,  Menschen oder auch Hunde hat negative Auswirkungen. Durch das Aussetzen von Haustieren (bspw. Goldfische oder Schmuckschildkröten) oder unkontrollierten Fischbesatz in natürliche Gewässer kann das Reproduktionspotenzial dort lebender Amphibien eingeschränkt werden.

Die Finanzierung des Projektes trägt die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Die Zwillenberg-Tietz Stiftung unterstützt das Projekt ebenfalls. Fachlich unterstützen uns die Technische Universität Berlin (FG Umweltprüfung und Umweltplanung) sowie die Humboldt-Universität zu Berlin (FG Spezielle Zoologie).