Nachruf Heinrich Weiß

Bis in die Mitte der 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts war er eine treibende Kraft des Berliner Naturschutzes – am 28. Februar 2019 ist Heinrich Weiß im Alter von fast 90 Jahren gestorben. Er war Gründer und langjähriger Vorsitzender der Berliner Landesgemeinschaft Naturschutz (BLN), ehemaliger stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Naturschutz Berlin und Preisträger des Berliner Naturschutzpreises.

Heinrich Weiß stritt für ein grünes Berlin, in dem Raum für die Naherholung bleibt, ein Berlin, das lebenswert ist. „Nicht ‚die‘ Natur gelte es zu bewahren“ so schrieb er 1982 in einer Broschüre gegen die Bebauung der Berliner Felder, „sondern ‚unsere‘ Natur“. Und weiter: „Erholungslandschaft ist ein Rechtsgut, das die Bürger dieser Stadt desto energischer verteidigen, je deutlicher ihnen bewusst wird, wie sehr ihre persönliche Lebensfähigkeit durch die Zerstörung gefährdet wird.“ Ein Text, der an Aktualität nichts eingebüßt hat – ebenso wenig wie das Zitat, mit dem er seinen Artikel beendet: „Stadt ist ein Wert, der mit Gesundheit bezahlt wird“ (Schäfer in Buchwald/Engelhardt 1978).

Die Stiftung Naturschutz Berlin wird sich, im Sinne von Heinrich Weiß, dafür einsetzen, dass auch in der Stadt gesundes Leben im Grünen möglich ist. Es wäre sicher in seinem Sinne, wenn wir uns an das folgende Zitat von ihm erinnern: „Die wenigen in Rede stehenden Freiflächen können nur einmal bebaut werden, das Opfer wäre unwiederholbar.“

Heidrun Grüttner