Naturerfahrungsräume in Großstädten
am Beispiel Berlin

Ganz alleine auf Bäume klettern, unbeaufsichtigt im Matsch spielen, Staudämme bauen, Käfer um die Wette laufen lassen – Kinder brauchen Naturerfahrungen, und zwar ganz eigenständige. Sie brauchen sie für ihre Persönlichkeits- und Sozialentwicklung ebenso wie für die Herausbildung eines eigenen Umweltbewusstseins. Natur-Räume (wie z. B. wilde Brachflächen) sind in unseren Städten aber fast vollständig verschwunden. Wie sollen dann unsere Kinder ihre Umwelt lieben und achten lernen? Um diesem Missstand zu begegnen, wurde bereits in den 1990er Jahren das Konzept der „Naturerfahrungsräume“ (NERäume) entwickelt. Das Konzept der Naturerfahrungsräume bietet eine große Chance, Lebensqualität und Stadtnaturschutz zu verbinden. Es wurde mittlerweile in einigen ländlichen Gemeinden und Städten erfolgreich in die Praxis umgesetzt. Auch in Berlin gibt es bereits einzelne Naturerfahrungsräume. Diesen Weg will Berlin weitergehen. Bei der Stiftung Naturschutz Berlin wurde deshalb im Jahr 2011/Anfang 2012 das mit Bundesmitteln geförderte Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben „Naturerfahrungsräume in Großstädten am Beispiel Berlin“ mit dem Ziel der systematischen Einrichtung, Beobachtung und Auswertung von Naturerfahrungsräumen im großstädtischen Kontext begonnen. 

Die erste Projektphase zur Klärung von Grundvoraussetzungen und zur Auswahl geeigneter Pilotflächen (Voruntersuchung) ist bereits erfolgreich abgeschlossen. Der Abschlussbericht mit den Ergebnissen der Voruntersuchung wird demnächst vom Bundesamtes für Naturschutz veröffentlicht. Er enthält viele Anregungen und Hinweise für die Flächenauswahl, für Planung, Realisierung und Betrieb von Naturerfahrungsräumen. 

Zur Zeit wird nach Finanzierungsmöglichkeiten für die nächste Projektphase (Realisierungsphase) für 3 bis 5 Pilotflächen gesucht.