Die Haupteigenschaften eines städtischen Naturerfahrungsraums

Die folgende Tabelle stellt die bisher wichtigsten Eigenschaften von Naturerfahrungsräumen vor: 

Nutzung

Vorrang Erholung (Schutzgebiete nur in Ausnahmefällen geeignet)

Charakter

min. 50 % naturbelassen, der Rest extensiv gepflegt
natürliche Entwicklung der Pflanzen (natürl. Sukzession)
natürliche Attraktivität (evtl. Anfangsgestaltung: z.B. Erdhügel, Tümpel)
keine Geräte oder sonstige Infrastruktur

Größe

ca. 2 ha (in Ausnahmefällen: min. 1 ha)

Pflege

zwecks Offenhaltung extensive Pflege in Teilräumen (je nach örtlichen Gegebenheiten, Besucherfrequenz und Wünschen der Nutzer/innen)

Lage

in Wohnbereiche integriert oder diesen dicht zugeordnet                 (Erreichbarkeitsradius möglichst nicht über ca. 300 m)

Zielgruppe

vorrangig Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 12 Jahren,               nachrangig auch ältere Jugendliche und Erwachsene

Betreuung

möglichst keine pädagogische Betreuung, Kinder bleiben unter sich     Ausnahmen: Spielaktionen zum Kennenlernen, Abbau von Schwellenängsten bei der Begegnung mit „wilder“ Natur                           Allerdings Betreuung der Fläche zur Gewährleistung der Sicherheit

Reglementierung

keine Verbote oder Gebote, allerdings Einhaltung von Sicherheitsstandards  (in Abstimmung mit Haftpflichtversicherung), ansonsten sind alle Aktivitäten außer Motorsport erlaubt

Planerische Sicherung

Im Rahmen der Bauleitplanung sind Naturerfahrungsräume als Grünflächen mit besonderer Zweckbestimmung auszuweisen

Die genannten Eigenschaften der Naturerfahrungsräume hängen von verschiedenen Faktoren wie z.B. dem Charakter der Flächen, der Wohnumgebung, den Anwohner/innen ab und sind daher sehr unterschiedlich auslegbar. Aufgabe und Bestreben des aktuellen Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens (E+E-Vorhaben) zu Naturerfahrungsräumen in Großstädten ist es deshalb, das Konzept auf seinen gezielten Einsatz in Großstädten zu überprüfen, in denen eine zunehmende Naturentfremdung bei Kindern beobachtet wird. Zudem stehen geeignete Flächen aufgrund konkurrierender Nutzungsinteressen nicht per se für die Nutzung als Naturerfahrungsraum zur Verfügung.

Quelle:
Schemel, H.-J./Wilke, T. (2008): Das Konzept der Städtischen Naturerfahrungsräume und Thesen zu seiner Umsetzung.Opens external link in new window In: BfN (Hrsg.) BfN -Skripten 230 (2008): Kinder und Natur in der Stadt. Spielraum Natur: Ein Handbuch für Kommunalpolitik und Planung sowie Eltern und Agenda-21-Initiativen. Bonn-Bad Godesberg: S. 83, S. 79-92