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Irma Stopka
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Abschlussbericht

STOPKA, IRMA und RANK, SANDRA (2013):
Naturerfahrungsräume in Großstädten -
Wege zur Etablierung im öffentlichen Freiraum

Abschlussbericht zur Voruntersuchung für das Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben „Naturerfahrungsräume in Großstädten am Beispiel Berlin“

BfN-Skripten, Heft 345
ISBN 978-3-89624-080-4
Bezug:
Bundesamt für Naturschutz, Konstantinstr. 110, D-53179 Bonn
Download unter:
www.bfn.de/0502_siedlung.htmlOpens external link in new window
www.bfn.de/0321_veroe.htmlOpens external link in new window

Naturerfahrungsräume in Großstädten
am Beispiel Berlin

Ganz alleine auf Bäume klettern, unbeaufsichtigt im Matsch spielen, Staudämme bauen, Käfer um die Wette laufen lassen – Kinder brauchen Naturerfahrungen, und zwar ganz eigenständige. Sie brauchen sie für ihre Persönlichkeits- und Sozialentwicklung ebenso wie für die Herausbildung eines eigenen Umweltbewusstseins. Natur-Räume (wie z. B. wilde Brachflächen) sind in unseren Städten aber fast vollständig verschwunden. Wie sollen dann unsere Kinder ihre Umwelt lieben und achten lernen? Um diesem Missstand zu begegnen, wurde bereits in den 1990er Jahren das Konzept der „Naturerfahrungsräume“ (NERäume) entwickelt. Das Konzept der Naturerfahrungsräume bietet eine große Chance, Lebensqualität und Stadtnaturschutz zu verbinden. Es wurde mittlerweile in einigen ländlichen Gemeinden und Städten erfolgreich in die Praxis umgesetzt. Auch in Berlin gibt es bereits einzelne Naturerfahrungsräume. Diesen Weg will Berlin weitergehen. Bei der Stiftung Naturschutz Berlin wurde deshalb im Jahr 2011/Anfang 2012 das mit Bundesmitteln geförderte Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben „Naturerfahrungsräume in Großstädten am Beispiel Berlin“ (Voruntersuchung) mit dem Ziel der systematischen Einrichtung, Beobachtung und Auswertung von Naturerfahrungsräumen im großstädtischen Kontext durchgeführt. 

Diese erste Projektphase diente der Klärung von Grundvoraussetzungen und zur Auswahl geeigneter Pilotflächen. Der Abschlussbericht mit den Ergebnissen der Voruntersuchung wurde vom Bundesamt für Naturschutz veröffentlicht (https://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/service/skript_345.pdfOpens external link in new window). Er enthält viele Anregungen und Hinweise für die Flächenauswahl, für Planung, Realisierung und Betrieb von Naturerfahrungsräumen. 

Seit Mitte August 2015 wird auf der Basis der Erkenntnisse aus der Voruntersuchung die zweite Projektphase, das Hauptvorhaben als Realisierungs- und Erprobungsphase, durchgeführt. Im Rahmen des Hauptvorhabens werden drei Pilotflächen in den Bezirken Marzahn, Pankow und Spandau eingerichtet und betrieben. 

Ziel dieses Pilotprojektes ist es, das Konzept der Naturerfahrungsräume bekannter zu machen und dazu beizutragen, dass solche alternativen Spielräume  möglichst bald zum Alltag in unseren Städten gehören. Dazu wird nun die systematische Einrichtung, Beobachtung und Auswertung von Naturerfahrungsräumen und deren Nutzung im großstädtischen Kontext in Angriff genommen.

Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet, so dass im Rahmen der Beobachtung der einzelnen Pilotflächen hoffentlich umfangreiche Erkenntnisse zu Nutzergruppen, Nutzerverhalten, Anregungs- und Einwirkungsmöglichkeiten, zu notwendigem Betreuungs- und Kontrollbedarf sowie zur Pflege- und Entwicklung der Flächen gewonnen werden können.

Das Projekt hat eine Laufzeit von 3 Jahren. Es wird durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt und den Bezirk Pankow gefördert und vom Landesbeauftragten für Naturschutz und Landschaftspflege unterstützt.

Projektpartner sind die Bezirke Pankow und Spandau und die Grün Berlin GmbH, die die Flächen zur Verfügung stellen sowie die Vereine Spielkultur Berlin-Buch e.V., Staakkato Kinder und Jugend e.V. und die INU gGmbH – Infrastrukturelles Netzwerk Umweltschutz, die die Flächen betreuen werden.