Pflanze des Monats Oktober

Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale L.)

Sowohl der deutsche als auch der wissenschaftliche Artname machen deutlich, dass diese Pflanze im Herbst blüht.

Ihr wissenschaftlicher Gattungsname „Colchicum“ leitet sich von der am Schwarzen Meer gelegenen Landschaft Kolchis in Georgien ab. Dort soll nach der griechischen Mythologie die Heimat der Zauberin Medea gewesen sein.

Kein Mythos ist, dass die Herbstzeitlose stark giftig ist. Besonders die frischen Blüten und Samen enthalten einen hohen Anteil des Zell- und Kapillargifts Colchicin. Auch beim Trocknen, Lagern oder Kochen bleibt die Giftwirkung erhalten. Bereits 1,5g Samen können für den Menschen tödlich sein. Die geruchlosen Blätter der Herbstzeitlosen erscheinen im Frühjahr und ähneln denen des Bärlauchs, welche aber beim Zerreiben einen arttypischen Geruch verströmen.

Ursprünglich kommt die Herbstzeitlose aus Westasien. In Deutschland ist sie im Süden verbreitet, nach Norden hin wird ihr Vorkommen dagegen seltener. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts sind die Bestände in Ostdeutschland deutlich zurückgegangen.

In Berlin gibt es nach 1990 nur fünf dokumentierte Vorkommen. Diese befinden sich in größeren Parkanlagen (Landschaftsparks) und in Botanischen Gärten.

Die Herbstzeitlose bevorzugt Feuchtwiesen, Auenwälder und deren Ränder. Historische Fundorte belegen die Vorliebe der Pflanze für feuchte Standorte, wie etwa am Flughafensee, am Havelufer oder auf einer Insel im Tegeler See.

Eine ökologische Bedeutung erhält die Herbstzeitlose als Futterpflanze für den Eulenfalter, eine nachtaktive Schmetterlingsart, die sich unter anderem vom Nektar der Herbstzeitlosen ernährt.

In Berlin ist unsere Pflanze des Monats vom Aussterben bedroht. Deshalb freuen wir uns auf Ihre Unterstützung: Wenn Sie die Art außerhalb von Gärten entdecken, benachrichtigen Sie uns und schicken uns ein Belegfoto. Bitte denken Sie an ihre Giftigkeit!