Pflanze des Monats November 2014

Elliptische Rose (Rosa elliptica Tausch s. str.)

Im nass-kalten Novemberwetter haben Schnupfen, Husten und Erkältungen leichtes Spiel. Ein altbekanntes Gegenmittel wächst an den Sträuchern der Wildrosen und entfaltet als Tee seine Wirkung: Hagebutten enthalten mehr Vitamin C als alle anderen einheimischen Früchte und lassen hierbei selbst Orangen und Zitronen weit hinter sich.

Als Hagebutten werden die Früchte der Rosen bezeichnet, von denen in Berlin etwa 14 Arten wild vorkommen. Die Hälfte davon ist jedoch mehr oder weniger stark gefährdet. Eine der seltensten Arten ist die Elliptische Rose, welche in Berlin und Brandenburg vom Aussterben bedroht ist.

Ihren Namen hat die Elliptische Rose den elliptischen Fiederblättchen ihrer Laubblätter zu verdanken. Bei der Bestimmung sind jedoch viele weitere Merkmale der Blüten, Blätter und Früchte zu beachten, weshalb Wildrosen als Spezialgebiet erfahrener Botaniker gelten.

Die Elliptische Rose kommt ausschließlich in Europa vor, wobei ihr Schwerpunkt in Zentraleuropa liegt. Bevorzugte Standorte des bis zu 2,50 m hohen Strauches sind lichte, kalkhaltige Trockenhänge, Trockengebüsche, Feldhecken und Wegränder. Die attraktive Art, die sich von Juni bis Juli mit hellrosa Blüten und im Herbst mit kräftig roten Hagebutten schmückt, ist in den letzten 50 Jahren in Deutschland stark zurückgegangen. Dies ist insbesondere eine Folge der Intensivierung der Landwirtschaft, welche mit der Beseitigung von Hecken und Feldrainen, dem Einsatz von Herbiziden und Überdüngung einherging. Weitere Gefährdungen sind Nährstoffeintrag aus der Luft, wodurch konkurrenzstarke Gehölze und Ruderalarten zur Vorherrschaft gelangen, sowie Baumaßnahmen, bei denen Straßen- und Wegränder neu gestaltet werden.

In Berlin existiert lediglich ein kleiner Bestand der Elliptischen Rose in Johannisthal (Bezirk Treptow-Köpenick). Um den Bestand zu sichern, wurden 2014 Stecklinge und Samen entnommen, die im Arboretum der Humboldt-Universität herangezogen werden. Es ist geplant, Jungpflanzen aus dieser Erhaltungskultur später wieder an geeigneten Standorten auszuwildern.

Wildrosen erfreuen mit ihren Blüten und Früchten unser Auge, sind für die heimische Tierwelt aber zugleich auch Unterschlupf, Nistplatz und wichtige Nahrungsquelle. So bieten z.B. die Hagebutten Singvögeln den ganzen Winter über ein natürliches Winterfutter. Wildrosen sollten daher bei Bau- und Pflegemaßnahmen grundsätzlich geschont werden.

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