Pflanze des Monats März 2018

Knoten-Laichkraut – Potamogeton nodosus (POIR.)

Das Knoten-Laichkraut trägt seinen Namen nicht von ungefähr. Wie andere Laichkrautarten bildet es mit seinen Stängeln und Blättern regelrechte Dickichte unter Wasser, die wichtige Rückzugsräume für Tiere darstellen. Viele Fische und Amphibien, wie z.B. Molche, benötigen derartige vegetative Strukturen im Wasser zum Ablaichen. Nachdem das Knoten-Laichkraut in Berlin über 100 Jahre verschollen war, ist es wieder in einigen Gewässern anzutreffen.

Die Wasserpflanze, deren längliche Schwimmblätter ausgebreitet an der Wasseroberfläche aufliegen, wächst in Tiefen von 0,50 bis 3,00 Meter. Sie fühlt sich in stehenden oder fließenden Gewässern wohl, die einen mittleren bis hohen Nährstoffgehalt aufweisen. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt auf der Nordhalbkugel, die Nordgrenze ihres europäischen Areals wird in Deutschland erreicht. Hier ist die Art vor allem im Westen und Süden, z. B. im Oberrheingebiet sowie im Bereich von Mosel und Ems, zu finden. In Nordostdeutschland ist sie dagegen sehr selten. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist ein deutlicher Rückgang der Bestände zu verzeichnen, insbesondere in Norddeutschland ist die Art seitdem weitgehend verschwunden.  

Mitte des 19. Jahrhunderts kam das Knoten-Laichkraut in Berlin in der Spree vor, so wurde es damals bei Charlottenburg, In den Zelten sowie bei der Langen und der Marschallsbrücke gefunden. Nördlich von Berlin bei Oranienburg und südlich von Berlin bei Baumgartenbrück wurde die Art damals auch in der Havel nachgewiesen. Die zunächst letzte Fundmeldung für Berlin stammte von 1864. Erst im Jahr 2007 wurde es im Tegeler See wiederentdeckt. 

Der Tegeler See gehört zu den bestuntersuchten Seen im nordostdeutschen Tiefland. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahmen jedoch die Einflüsse der wachsenden Stadt auf den See ebenso wie auf andere Berliner Gewässer stetig zu. Die daraus resultierenden Beeinträchtigungen und die Einleitung von nährstoffreichem Wasser der Nordberliner Rieselfelder veränderten den See stark: Ein kalkreicher Klarwassersee mit großen Sichttiefen und reicher Unterwasservegetation verwandelte sich in einen überdüngten See, in dem alljährlich im Sommer Algenblüten auftreten. In den 1960er Jahren waren schließlich alle Unterwasserpflanzen, wie z.B. Laichkräuter und Armleuchteralgen, aus dem See verschwunden.

Erst umfangreiche Sanierungsmaßnahmen seit den 1980er Jahren mithilfe von Tiefenwasserbelüftung und einer Phosphateliminationsanlage (heute Oberflächenwasseraufbereitungsanlage Tegel) führten zu einer Verbesserung der Wasserqualität. Deshalb siedelten sich Ende der 1990er Jahre wieder Unterwasserpflanzen im Tegeler See an, u.a. das Knoten-Laichkraut.

Nicht nur im Tegeler See, sondern auch in anderen Berliner Gewässern hat sich die Gewässerqualität in den letzten beiden Jahrzehnten deutlich verbessert. Das hilft auch dem Knoten-Laichkraut: 2016 wurden Vorkommen der Art in der Havel bei Eiswerder und im Teltowkanal bei Rudow entdeckt. Bemerkenswert ist zudem sein Auftreten in den vor gut zehn Jahren neu geschaffenen Kleingewässern im Landschaftspark Rudow-Altglienicke, wo die Art seit 2010 nachgewiesen ist. 

Vielleicht finden Sie das Knoten-Laichkraut oder ähnliche Laichkrautarten im Sommer auch in Ihren Lieblingsgewässern. Halten Sie die Augen auf. Wir freuen uns über Ihre Fundmeldungen – am besten mit Fotobeleg. Vielen Dank!

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