Pflanze des Monats März 2015

Gelbes Windröschen (Anemone ranunculoides L.)

Die wärmenden Strahlen der Frühjahrssonne locken von Ende März bis Mai in Auenwäldern und feuchten Laubmischwäldern einen äußerst trickreichen Frühjahrsblüher hervor: das Gelbe Windröschen. Um seine Samen zu verbreiten, hat die Pflanze eine besondere Belohnung für Ameisen entwickelt. Ihre Samen besitzen ein nährstoff- und fettreiches Anhängsel, mit dem Ameisen angelockt werden. Diese sammeln die Samen mit den Anhängseln ein und tragen sie in ihre Nester. Die nach dem Verzehr der Anhängsel übrig bleibenden Samen werden wieder aus den Nestern geschleppt und kommen dann im lockeren Substrat rings um die Nester zur Keimung.

Die Vegetationsperiode des Gelben Windröschens ist sehr kurz, denn nach der Blüte und Samenbildung vergehen die oberirdischen Pflanzenteile bereits im Frühsommer. Die meiste Zeit des Jahres überdauert die Art dann bis zum nächsten Frühjahr unterirdisch als Rhizom.

Das Gelbe Windröschen liebt es etwas feuchter als das häufigere, weiß blühende Busch-Windröschen, beide Arten kommen in Berlin aber oft gemeinsam vor. Sie haben ihren Verbreitungsschwerpunkt in historisch alten Wäldern, d.h. in Gebieten, die seit mehreren hundert Jahren mit Wald bedeckt sind. In Berlin sind dies nicht selten alte Guts- oder Schlossparks, die aus ursprünglichen Wäldern hervorgegangen sind.

In der Vergangenheit ist der Lebensraum des Gelben Windröschens in Berlin stark geschrumpft. Die Zerschneidung und Verinselung alter Waldgebiete durch Straßen- und Wegebau führt auch zu einer Beeinträchtigung der Verbreitung des Gelben Windröschens, da Ameisen solche Barrieren oft nicht überwinden können. Im Berliner Stadtgebiet sind noch mehrere, zumeist jedoch nur sehr kleine Vorkommen des Gelben Windröschens bekannt. Diese sind durch die Ablagerung von Gehölzschnitt, Nährstoffeintrag und die Ausbreitung stark beschattender Park- und Ziergehölze, wie z.B. Spitz-Ahorn, Schneebeere und Efeu, gefährdet. Das Gelbe Windröschen gilt heute in Berlin als vom Aussterben bedroht.

Wenn Sie in Laubmischwäldern und verwilderten alten Schloss- und Gutsparks spazieren gehen, halten Sie doch einmal Ausschau nach den zierlichen Frühjahrsboten. Wir würden uns über eine Fundmeldung an die Stiftung Naturschutz Berlin – am besten mit Fotobeleg – sehr freuen. Vielen Dank!

Stiftung Naturschutz Berlin
Koordinierungsstelle Florenschutz
Potsdamer Straße 68
10785 Berlin
Tel: (030) 26 39 4-188