Pflanze des Monats März 2014

Mittlerer Lerchenssporn (Corydalis intermedia)

Sobald im März die Temperaturen steigen, kommt in frischen Laubmischwäldern und Auenwäldern ein zierlicher Frühblüher zum Vorschein. Es ist der Mittlere Lerchensporn, eine Pflanze, deren Gattungsname auf die Ähnlichkeit ihrer Blüten mit der gespornten Hinterzehe der Haubenlerche zurückgeht.

Eine Besonderheit des Mittleren Lerchensporns und zugleich ein schönes Beispiel symbiotischer Lebenspartnerschaft ist die Art und Weise seiner Verbreitung. Ameisen tragen die Samen der Pflanze in ihren Bau, um dort deren fettreiche, weiße Anhängsel zu verzehren. Die dabei übrig bleibenden Samen finden im Ameisennest ein ideales Keimbett vor. Eine weitere Besonderheit zeigt sich während der Blüte der Pflanze. Die kleinen Blütenstände aus 1-5 Blüten wechseln nämlich nach der Befruchtung ihre Farbe, so dass aus Rosa in wenigen Tagen Violett wird.

Das Verbreitungsgebiet des Mittleren Lerchensporns ist auf Europa beschränkt und erstreckt sich von der Ukraine bis nach Skandinavien und Frankreich. In Deutschland kommt die Art vor allem in den östlichen und nordöstlichen Landesteilen vor. Aber auch hier ist sie gefährdet. Schuld daran sind der Rückgang und die Verinselung naturnaher Laubmischwälder und historisch alter Wälder, auf deren Mikroklima die Pflanze angewiesen ist. Auch die Tatsache, dass die für die Verbreitung der Samen sorgenden Ameisen keine größeren Barrieren, wie Straßen oder Häuserzeilen, überwinden können, hat maßgeblich zum Rückgang der Art beigetragen.

In Berlin ist der Mittlere Lerchensporn nur noch an wenigen Stellen in Pankow und Zehlendorf zu finden. Bedroht sind seine Bestände hier u. a. durch die Ablagerung von Gartenabfällen, wodurch Fundstellen überschüttet und Böden mit Nährstoffen angereichert werden, was wiederum die Ausbreitung konkurrenzstarker Park- und Gartengehölze begünstigt.

Wenn Sie in verwilderten alten Schloss- und Gutsparks spazieren gehen, die oft aus Wäldern hervorgegangen sind, halten Sie doch einmal Ausschau nach dem Mittleren Lerchensporn. Er lässt sich bei genauer Betrachtung gut von zwei weiteren, in Berlin häufigeren Lerchensporn-Arten mit ähnlicher Blütenfarbe unterscheiden. Der Blütenstand des Mittleren Lerchensporns hat ein bis fünf (maximal acht) Blüten mit jeweils eiförmigen, ganzrandigen Tragblättern. Dagegen besitzt der Finger-Lerchensporn handförmig gespaltene Tragblätter. Der Hohle Lerchensporn hat zwar ganzrandige Tragblätter, aber sechs bis zwanzig Blüten. 

Wir würden uns über eine Fundmeldung an die Stiftung Naturschutz Berlin - am besten mit Fotobeleg – sehr freuen. Vielen Dank!

Stiftung Naturschutz Berlin
Koordinierungsstelle Florenschutz
Potsdamer Straße 68
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Tel: (030) 26 39 4-188