Pflanze des Monats Juni

Das Sumpf-Läusekraut – Pedicularis palustris L.

Sonnenlicht durchflutet die Wiesen, Gräser wiegen sich im Wind, Schmetterlinge gaukeln durch die Lüfte, Bienen und Hummeln summen geschäftig umher... Der Sommer hat Einzug gehalten! Eine echte Sommerpflanze, die im Mai zu blühen beginnt und bis in den August Feuchtwiesen und Flachmoore mit ihren rosafarbenen Blüten schmückt, ist das Sumpf-Läusekraut (Pedicularis palustris). Die Art ist auf Hummeln als Bestäuber spezialisiert, denn nur diese besitzen die Kraft, sich an einem Hebelmechanismus vorbei in die Blüten zu zwängen, um an den darin verborgenen Nektar zu gelangen.

Das aus der Familie der Braunwurzgewächse stammende, bis zu 40 cm hohe Sumpf-Läusekraut weist aber noch weitere Besonderheiten auf. Als sogenannter Halbparasit bezieht es Nährstoffe und Wasser teilweise von seinen Wirtspflanzen –Seggen und Gräsern – wodurch diese geschwächt werden und keine hohen und dichten Bestände ausbilden können. Dies führt zu einer partiellen Auflichtung der Wiese, wovon wiederum andere lichtliebende Arten profitieren. Alle Pflanzenteile des Sumpf-Läusekrauts enthalten zudem den giftigen Wirkstoff Aucubin, der Weidetiere fernhält und zugleich antibiotisch und entzündungshemmend wirkt. Die Art wurde daher früher als Arzneipflanze zur Behandlung von Geschwüren und zur Bekämpfung von Läusen und Ungeziefer eingesetzt, wovon sich ihr Name ableitet.

Das Sumpf-Läusekraut ist in Europa von den Pyrenäen bis zum Ural verbreitet, vielerorts jedoch sehr selten geworden. In Deutschland gilt die Art als stark gefährdet, in Brandenburg und Berlin ist sie sogar vom Aussterben bedroht. Gründe für den starken Rückgang sind die Entwässerung von Mooren und Feuchtwiesen, Düngung, häufige Mahd, intensive Beweidung und ein Brachfallen von Wiesen.
In Berlin kommt das Sumpf-Läusekraut nur noch in den Gosener Wiesen (Köpenick) vor. Eine Gefährdung besteht hier insbesondere durch Nutzungsauflassung und unregelmäßige Mahd.

Helfen Sie mit, das Sumpf-Läusekraut in Berlin zu erhalten! Wenn Sie weitere Standorte entdecken, melden Sie die Funde – am besten mit Fotobeleg – an die Stiftung Naturschutz Berlin. Vielen Dank!