Pflanze des Monats Juli 2013

Die Golddistel – Carlina vulgaris L. s. str.

Für die Natur ist der Sommer eine goldene Zeit. Viele Pflanzen entfalten ihre goldgelben Blüten, aber eine davon sticht besonders hervor, sogar im doppelten Sinne des Wortes. Es ist die Golddistel (Carlina vulgaris), eine stachlige Pflanze, die an sandig-trockenen Stellen ihre Schönheit präsentiert.

Die Golddistel ist in Europa und Westasien heimisch und besiedelt in Berlin bevorzugt trockene und basenreiche bis mäßig saure Magerrasen sowie lichte Kiefernwälder und ehemalige Kiesgruben. Bis die Pflanze blüht, vergehen mehrere Jahre, die sie als stachliges, unscheinbares Pflänzchen verbringt. Dann aber entfaltet sich im Sommer eine schimmernde Blütenpracht, die Unmengen von Bienen, Schmetterlingen und Hummeln anzieht. Nach der Blüte stirbt die Pflanze ab und die Samen gehen mit dem Wind, mit vorbeistreifenden Tieren oder auch gemeinsam mit der Mutterpflanze als sogenannte Steppenroller auf die Reise.

Da die Golddistel sich ausschließlich über Samen vermehrt und zudem Licht zum Auskeimen benötigt, kann sie nur dort dauerhaft bestehen, wo gelegentliche Störungen für offene Sandstellen sorgen. Bleiben diese aus, wird die Art schnell durch konkurrenzstarke krautige Arten und Gehölzaufwuchs verdrängt. Nährstoffeintrag und die Ausbreitung von gebietsfremden Pflanzenarten, wie z. B. der Robinie, beschleunigen das Verschwinden der schönen Golddistel.

Die Golddistel ist in Deutschland vielerorts selten geworden, in Berlin ist sie vom Aussterben bedroht. 2009 bis 2012 konnten im Stadtgebiet nur noch wenige Vorkommen in Köpenick, Lichterfelde und Biesdorf bestätigt werden. Da die Art von Schafen nicht gefressen wird, bietet sich zur Förderung der Bestände eine extensive Beweidung an. Als weitere Maßnahmen kommen die Entfernung von Gebüsch und Jungbäumen, eine gelegentliche Mahd sowie die kleinflächige Schaffung von offenen Bodenstellen in Frage.

Helfen Sie mit, die Golddistel in Berlin zu erhalten! Wenn Sie die Art auf einem Ihrer nächsten Spaziergänge entdecken, melden Sie den Fund – am besten mit Fotobeleg – an die Stiftung Naturschutz Berlin. Vielen Dank!