Pflanze des Monats Februar 2014

Froschbiss (Hydrocharis morsus-ranae)

Von Fröschen wird sie wohl nicht gebissen, aber eine Kerbe in den kreisrunden Blättern und die häufige Anwesenheit von Fröschen in ihrem Lebensraum haben dieser unverwechselbaren Wasserpflanze ihren Name eingebracht.
Man erkennt den Froschbiss gut an seinen Blättern, die denen sehr kleiner Seerosen ähneln. Zwischen Juni und August bildet die Pflanze hübsche weiße Blüten mit gelbem Blütengrund aus. Viel häufiger als über Samen verbreitet sich die Art jedoch vegetativ durch Ausläufer und zahlreiche Winterknospen (Turionen), die sich von der Mutterpflanze lösen, zum Gewässerboden sinken und dort überwintern. Im Frühjahr entstehen daraus neue Pflänzchen, die wieder an die Wasseroberfläche gelangen. Die schwimmfähigen, klebrigen Samen und Turionen können mit der Strömung und als „blinde Passagiere“, angeheftet an Wasservögel und Boote, große Distanzen überwinden und so neue Gewässer besiedeln.

Das Verbreitungsgebiet des Froschbisses erstreckt sich von den Pyrenäen über große Teile West-, Mittel- und Osteuropas bis nach Süd-Sibirien. Deutschland zählt zum Hauptareal der Art und hat damit eine besondere Verantwortung für ihre Erhaltung. Die größten Gefährdungsfaktoren stellen hier Gewässerverschmutzung, Nährstoffeintrag, Verschlammung und das Zuschütten von Kleingewässern dar.

In Berlin ist der Froschbiss noch relativ weit verbreitet, allerdings sind im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts sehr viele Vorkommen erloschen. Gute Chancen, die Art zu entdecken, hat man in Köpenick, aber auch in Spandau, Reinickendorf, Zehlendorf, Hellersdorf, Wilmersdorf, Tempelhof und Neukölln wurde sie schon gefunden. Aufgrund der allmählichen Verbesserung der Wasserqualität und der schrittweise geplanten naturnäheren Gestaltung der Uferbereiche vieler Berliner Gewässer wird mit einer Wiederausbreitung des Froschbisses in Berlin gerechnet.

Sie können diese Entwicklung mit etwas Glück selbst mitverfolgen. Halten Sie an den Gewässern ihrer Umgebung nach dem Froschbiss Ausschau. Falls Sie ihn entdecken, sobald er im Frühjahr wieder auftaucht, melden Sie den Fund – am besten mit Fotobeleg – an die Stiftung Naturschutz Berlin. Vielen Dank!