Pflanze des Monats Februar 2011

Die Zwergwasserlinse (Wolffia arrhiza (L.) Horkel ex Wimm.)

Wenn die Schlittschuhläufer im Winter ihre Runden drehen, ahnen sie wohl kaum, welch kleine Überlebenskünstlerin unter der Eisdecke so mancher Seen auf den Frühling wartet. Mit dem Anbruch der kalten Jahreszeit sinken die Dauerknospen der Zwergwasserlinse auf den Grund der Gewässer und überwintern dort im Schlamm. Erst bei günstigeren Temperaturen steigen sie wieder an die Wasseroberfläche.

Kleiner als ein Stecknadelkopf, gilt die Zwergwasserlinse als kleinste Blütenpflanze der Welt. Eiförmig, ohne Wurzel und zwischen 0,5 und 1,5 Millimetern lang, erinnert sie in ihrer granulatartigen Beschaffenheit jedoch nur wenig an eine Blütenpflanze, zumal sie in hiesigen Gefilden fast nie blüht.

Die Zwergwasserlinse ist in vielen Teilen der Erde zu Hause. Sie wird über die gemäßigten, subtropischen und tropischen Breitengrade immer wieder durch Zugvögel verbreitet. In Deutschland ist sie eher selten und vor allem im Einzugsgebiet größerer Flüsse im Norden und Nordosten des Landes zu finden – bei ihrer Größe natürlich nur, sofern man gute Augen hat.

In Berlin ist die Zwergwasserlinse vom Aussterben bedroht und kommt nur noch in Gewässern der Gosener Wiesen im Bezirk Treptow-Köpenick vor. Um ihren Bestand und den anderer seltener Wasserpflanzen nicht zu gefährden, sollten Wasserpflanzen oder ‑tiere, die in Aquarien oder Gartenteichen gehalten werden, grundsätzlich nicht in die freie Natur entlassen werden. Derartige Ausbringungen können die gesamte Lebensgemeinschaft in Gewässern bedrohen.