Pflanze des Monats August

Das Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris L.)

Auch Pflanzen können tricksen und täuschen. Das Sumpf-Herzblatt zählt zu den sogenannten Fliegentäuschblumen. Ihre gelben Köpfchen auf den Nektarschuppen sehen Nektartröpfchen täuschend ähnlich.

Doch die Besucher der hübschen Pflanze suchen hier weniger Nahrung in Form von Nektar. Denn der wird nur wenige Tage am Grunde der Nektarschuppen abgesondert. Insekten fliegen die Blüten des Sumpf-Herzblatts vor allem auch deshalb an, um an kalten Tagen Wärme zu tanken. Die weißen, parabolspiegelartigen Blätter sammeln und fokussieren das Sonnenlicht auf die Blütenmitte, die hierdurch Wärme freigibt und damit zahlreiche Insekten anlockt. Diese sorgen dann während des Besuchs der Blüten gleichzeitig für ihre Bestäubung.  

Das Sumpf-Herzblatt fühlt sich, wie der  Name sagt, in sumpfigen Gebieten, wie Mooren oder Feuchtwiesen, zu Hause. Doch gerade diese Lebensräume sind in Berlin durch Entwässerung und Nährstoffeintrag aus der Luft stark gefährdet. Hinzu kommt ein weit verbreitetes Brachfallen von Feuchtwiesen. Die niedrigwüchsige, konkurrenzschwache Art hat dann oft das Nachsehen und wird schnell von Seggen, Gräsern, Hochstauden und aufkommenden Gehölzen überwuchert. Als Lichtkeimer ist das Sumpf-Herzblatt auf lückige Stellen in der Grasnarbe angewiesen, um neue Standorte besiedeln zu können.

Die geschützte Pflanze wurde in Berlin seit 1990 an wenigen Fundorten nachgewiesen, von denen in den letzten Jahren jedoch nur noch zwei im Bezirk Reinickendorf bestätigt werden konnten. Falls Sie bei einem Spaziergang in die Nähe von Moorgebieten und sumpfigen Wiesen kommen sollten, halten Sie Ausschau nach dieser Art, die auch außerhalb der Blütezeit durch ihre hübschen, herzförmigen Blätter gut zu erkennen ist. Wir freuen uns über jeden Fundhinweis. Helfen Sie mit und tragen Sie so zum Erhalt der Pflanzenvielfalt in Berlin bei.

Stiftung Naturschutz Berlin
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