Pflanze des Monats April 2014

Mäuseschwänzchen – Myosurus minimus L.

„Mäuschen, Mäuschen piep einmal“ würde man am liebsten rufen, um das 2-10 cm kleine Pflänzchen finden zu können. Dessen zylindrische Blütenstände werden im Verlauf der Blütezeit immer länger und erinnern dann an ein Mäuseschwänzchen, was der Art ihren Namen verlieh.

Myosurus minimus ist eine einjährige Pflanze, die als Samen den Winter überdauert. Sie bildet von April bis Juni ihre unverwechselbaren grünen Blütenstände aus, die am Grunde von fünf gelbweißen Kelchblättern eingefasst werden. Das ungewohnte Bild wird durch eine Rosette grasartiger Blätter abgerundet.

Ursprünglich war das Mäuseschwänzchen vermutlich in den Überschwemmungsgebieten großer Flüsse heimisch. In unserer Kulturlandschaft gedeiht es jedoch auch auf feuchten, nährstoffreichen, lehmigen Äckern, an wechselfeuchten oder zeitweilig überschwemmten Ruderalstellen (Wegränder, Fahrspuren) und auf Rohböden an Gewässerufern. 

Das Verbreitungsgebiet umfasst große Teile Nordamerikas und Europas, wobei hier der Schwerpunkt in Mittel- und Osteuropa liegt. Einzelvorkommen strahlen zudem bis Westasien und Nordafrika aus. Deutschland zählt zum Hauptareal der Art, welche hier im Flachland von den Küsten bis zu den Mittelgebirgen verbreitet ist. Das Mäuseschwänzchen hat jedoch in den letzten Jahrzehnten durch die Intensivierung der Landwirtschaft großflächig Vorkommen verloren.

Die konkurrenzschwache, niedrigwüchsige und lichtliebende Pflanze ist vornehmlich durch intensiven Ackerbau (häufiger Herbizideinsatz, dichte Bepflanzung) gefährdet, in Berlin kommen als Gefährdungen zudem die Umwandlung von Acker in Grünland, das Zuwachsen von Ackerpfuhlen mit Gehölzen sowie andere Nutzungsänderungen (Bebauung, Umwandlung in Grünanlagen usw.) hinzu. In Berlin sind nach 1990 noch einzelne Funde in Reinickendorf, Pankow, Hohenschönhausen, Wartenberg, Marienfelde, Lichterfelde-Süd, Zehlendorf und Tiergarten bekannt geworden.

Trotzdem kann das Mäuseschwänzchen in Berlin nach Bodenstörungen unverhofft selbst in der Innenstadt gefunden werden, da die Samen über Jahrzehnte im Boden überdauern. Genau hinschauen lohnt sich also. Vielleicht blüht es gerade am Bordstein oder in der Blumenrabatte zu ihren Füßen?

Sollten Sie ein Mäuseschwänzchen entdecken, melden Sie bitte den Fund – am besten mit Fotobeleg – der Stiftung Naturschutz Berlin. Vielen Dank!