Das Fauna-Team

Susanne BengschSusanne Bengsch
Leiterin Koord.stelle Fauna

 

 

Inka Harms
Koordinierungsstelle Fauna

 

 

Mira LangrockMira Langrock
Koordinierungsstelle Fauna

 

 

David NissenDavid Nissen
Koordinierungsstelle Fauna

 

 

Diana PetrichDiana Petrich
Koordinierungsstelle Fauna

 

 

 

 

 

So erreichen Sie uns:

Tel. (030) 26 39 4 - 0
Fax (030) 261 52 77
E-Mail: mail(at)stiftung-naturschutz.de


In Kooperation mit:


Betreut werden die gefiederten Vivantes-Gäste vom Greifvogelschutzbeauftragten Stefan Kupko, der auch in der Rettungsstelle des Vivantes Auguste-Viktoria Klinikums arbeitet, und sich seit vielen Jahren ehrenamtlich beim Naturschutzbund Deutschland engagiert.

Unsere Turmfalken: Elegante Flugakrobaten

Gemeinsam mit Vivantes ermöglichte die Stiftung Naturschutz Berlin besondere Einblicke in das Leben der Turmfalken. 

In den vergangenen Wochen konnten Sie an dieser Stelle das Leben zweier Neuköllner Tumfalken-Familien verfolgen. Mittlerweile sind die kleinen Flugkünstler, die im Wasserturm des Vivantes-Klinikum Neukölln geschlüpft und aufgewachsen sind, ausgeflogen. Unten können Sie die spannenden Wochen des Brütens und Aufziehens noch einmal Revue passieren lassen. 


Turmfalkenhorst Süd

Turmfalkenhorst Süd

Am 16. April war es bereits soweit: die Turmfalkendame legte das erste von insgesamt fünf Eiern und begann, unterstützt vom Männchen, mit dem Brüten. Ganze 34 Tage und somit bis zum 20. Mai dauerte es, bis aus dem ersten Ei ein Küken schlüpfte. Am gleichen Tag erblickte auch ein weiteres Turmfalkenjunges das Licht der Welt, und am nächsten Tag folgte mit den Küken Nr. 3 und 4 direkt ein zweites Zwillingspärchen. Am 23. Mai folgte schließlich noch das fünfte Falkenbaby.

Nun begann das große Kuscheln. Zwei Wochen lang wurde der Nachwuchs noch von den Elterntieren gewärmt, und wenn Mutter und Vater einmal ausgeflogen waren, kuschelten sich die Kleinen gegenseitig warm.  Die erwachsenen Turmfalken hatten in dieser Zeit viel zu tun, denn der Hunger der rasch wachsenden Brut musste gestillt werden – mit zwei bis drei Mäusen pro Tag und Jungvogel. Doch nicht nur Nagetiere standen auf dem Speiseplan der Turmfalken, sondern auch Insekten, Eidechsen und Kleinvögel wie beispielsweise Spatzen. Die hungrigen Jungvögel steigerten in dieser Zeit ihr Körpergewicht um 10 Gramm – und zwar jeden Tag. 

Am 8. Juni kam es dann zur BeringungOpens internal link in current window der fünf Turmfalken. Der fast drei Wochen alte Nachwuchs wurde vom Greifvogelschutzbeauftragten Stefan Kupko gewogen, vermessen und dann mit zwei Alu-Ringen als „Reisepässe“ an den Beinen ausgestattet.  Auf dem einen Ring steht eine indivuelle Nummer für jeden Turmfalken, der andere ist einfarbig schwarz und zeigt den Geburtsort und das Geburtsjahr der Vögel an. So kann bei einer Sichtung auch auf größere Distanz festgestellt werden, dass es sich bei diesen Falken um Berliner aus dem Jahr 2016 handelt. 

Ab Mitte Juni begann dann die „Ästlingszeit“, in der der Turmfalkennachwuchs erste Ausflüge auf das Anflugbett unternahmen und erste Flugübungen im Kasten absolvierten. Am 21. Juni startete dann der erste Jungvogel zu einem Flug in die nähere Umgebung – 66 Tage nach der Ablage des ersten Eis. In der nun beginnenden „Bettelflugphase“ lernten die Falken nicht nur das Fliegen, sondern auch das Jagen. Bis sie zu echten Flug- und Jagdkünstlern werden, werden sie aber auch noch weiterhin von den Elterntieren mit Futter versorgt. 

Ein Blick in den Turmfalkenhorst Süd am 8. Juni 2016

Turmfalkenhorst Ost

Turmfalkenhorst Ost

Im östlichen Nistkasten wurde erst am 1. Mai das erste Ei gelegt, bis zum 10. Mai kamen noch drei weitere Eier hinzu. Doch die Aussichten auf Vierlinge dauerten leider nicht lange an. Mitte Mai kam es zu einem heftigen Kampf im Horst, an dem ein fremdes Turmfalkenweibchen beteiligt war. Hierbei ging ein Ei zu Bruch, und kurz darauf musste auch der Verlust eines zweiten Eis beklagt werden. Zwischenzeitlich bestand sogar die Sorge, dass es im Nistkasten gar keinen Nachwuchs geben wird. 

Am 7. Juni schlüpfte aber schließlich ein gesundes Küken. Doch einige Tage zeigte sich, dass Falko – so der Name des Jungvogels – ein Einzelkind bleibt. Das verbliebene Ei wurde zwar weiterhin bebrütet, doch wie sich später herausstellte, war der Vogel-Embryo abgestorben, möglicherweise aufgrund einer zu langen Brutunterbrechung. 

Das Dasein als Einzelkind hatte Vor- und Nachteile. Ein Vorteil: Das Futter wurde nie knapp, schließlich gab es keine Konkurrenz. Ein Nachteil: Als Einzelkind konnte Falko nicht kuscheln. Aber der Berliner Frühsommer meinte es gut mit dem Falkennachwuchs: Auch nachts war es noch relativ warm, selten sank die Temperatur im Kasten unter 18 Grad Celsius.

Auch Falko wurde beringt, und zwar am 27. Juni. Die Beringung wurde wiederum vom Greifvogelschutzbeauftragten Stefan Kupko durchgeführt, dieses Mal  im Beisein von Vorschulkindern aus der Tagesklinik des Vivantes-Klinikum. Diese durften den Jungvogel auch vorsichtig streicheln und stellten während der Beringung viele interessierte Fragen. 

Ein Jungvogel wird beringt


Eine detaillierte Beschreibung inklusive weiterer Fotos finden Sie im Turmfalken-TagebuchOpens external link in new window auf der Homepage von Vivantes. Dort können Sie alle Highlights aus den beiden Horsten noch einmal ausführlich nachlesen. 


Bildnachweis Titelbild: Mäusebussard Astrid Brillen, Astrid / piclease (Mäusebussard, oben links); Martin, Christof / piclease (Weinbergschnecke, mitte links); Löderbusch, Wilfried / piclease (Zauneidechse, unten links); Laussmann, Tim / piclease (Biene, oben mitte); Starik, Nicole (Fledermaus, mitte mitte); Wachmann, Ekkehard / piclease (Frühe Azurjungfer, mitte unten); Pauluhn, Georg / piclease (Kleiber, rechts oben); Fiderer, Christian (Grasfrosch, rechts mitte); Stiftung Naturschutz Berlin (Waschbär, rechts unten)