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E-Mail: amphibien(at)stiftung-naturschutz.de

  


Saison 2016: Gute und schlechte Neuigkeiten über die Berliner Amphibien

Im Jahr 2016 hat die Stiftung Naturschutz Berlin eine großangelegte Berliner Amphibienkartierung durchgeführt. Rund 30 Kartiererinnen und Kartierer waren hierfür insgesamt über 2.000 Mal in 176 verschiedenen Untersuchungsgebieten in der ganzen Stadt unterwegs und haben genau hingeschaut,welche Amphibien dort zu finden sind. Die gute Nachricht: Alle 13 Amphibienarten, die bereits in Berlin nachgewiesen wurden, leben noch hier – darunter inzwischen sehr selten gewordene Arten wie die Rotbauchunke, die Wechselkröte und der Kammmolch. Häufig konnten sogar mehrere Arten an einem Standort nachgewiesen werden, beispielsweise im Naturschutz- und FFH-Gebiet Fließwiese Ruhleben: Dort fanden sich Teichmolch, Knoblauchkröte, Erdkröte, Moorfrosch, Grasfrosch, Seefrosch und Teichfrosch.

Die schlechte Nachricht: Die Bestände sind mitunter bedrohlich klein. Von einigen Arten wurden nur so wenige Individuen gefunden, dass ein langfristiges Überleben der Population fragwürdig erscheint. Ein trauriges Beispiel sind die Rotbauchunken - hier konnten gerade einmal vier Tiere erfasst werden. Die Gründe dafür sind vielfältig. Unter anderem liegt es an den Folgen des Klimawandels. Schon in diesem Jahr sind viele wertvolle Laichgebiete trocken gefallen, und wenn es in Zukunft noch wärmer wird, dürfte sich dieses Problem verstärken.

Unterschiede zwischen den einzelnen Arten

Erdkröte und Teichfrosch konnten am häufigsten nachgewiesen werden. Beide Arten wurden in über 80 der 176 Untersuchungsgebiete gefunden. Auch Grasfrosch und Teichmolch sind relativ weit verbreitet, sie kamen jeweils an über 50 Standorten vor. Etwas seltener ist der Moorfrosch, der interessanterweise oft dort vorkommt, wo auch der Grasfrosch vertreten ist. Am seltensten sind in Berlin die Kreuzkröte (sie wurde mit Unterstützung des NABU gefunden) und der kleine Wasserfrosch. Beide Arten wurden jeweils nur an einem einzigen Standort nachgewiesen. 

Ein sehr seltener Anblick: eine Rotbauchunke.

Häufiger ist da der Teichfrosch. In über 80 Untersuchungsgebieten konnte er nachgewiesen werden.

Ähnlich häufig ist die Erdkröte, die sie hier im Metamorphling-Stadium sehen können.

Nicht alle Kröten sind in Berlin so weit verbreitet. Die hier zu sehende Kreuzkröte wurde nur an einem einzigen Standort gefunden.

Die Wechselkröte ist etwas häufiger, aber immer noch sehr selten.

Der Teichmolch ist der Molch, der in Berlin am häufigsten nachgewiesen werden konnte - in über 50 Untersuchungsgebieten.

Der Kammmolch ist dagegen deutlich seltener - ihn fanden die Kartiererinnen und Kartierer lediglich an acht Standorten.

Ausblick

2017 wird die Berliner Amphibienkartierungskampagne in die zweite Runde gehen. Die Stiftung Naturschutz Berlin möchte das Kartierungsteam im kommenden Jahr mit weiteren Interessierten verstärken. Die nötigen Artenkenntnisse vermitteln wir in Schulungen und Exkursionen. 

Wer sich für die Berliner Amphibien engagieren möchte, kann im nächsten Frühjahr zudem bei der Kontrolle eines Amphibienzaunes helfen – momentan sind drei Standorte geplant. Interessierte melden sich bitte unter amphibien(at)stiftung-naturschutz.de.


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