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Ruf der Wildnis

Die Geräusche der Großstadt kennen wir alle. Feuerwehrsirene, U-Bahndurchsage oder Autobremsen – wir wissen genau, was wir hören. Aber wie klingt ein Maulwurf? Gemeinsam mit dem Tierstimmenarchiv des Naturkundemuseums BerlinOpens external link in new window lädt Sie der Umweltkalender BerlinOpens internal link in current window  zu einem akustischen Streifzug durch die heimische Tierwelt ein. In unserem großen Tierstimmenrätsel stellen wir jede Woche eine neue Tierstimme vor. Machen Sie mit und testen Sie, wie gut Sie Natur hören! 
Klicken Sie auf die jeweilige Tierstimme und erraten Sie, welches Tier zu hören ist. Einen kleinen Tipp gibt es eingeblendet unten im Fenster "Auflösung".


Auflösung Tierstimme 1. Woche / Tipp: In Natura hat dieses Tier keine rote Nase wie sein besungener Verwandter

Auflösung Tierstimme 1. Woche / Tipp: In Natura hat dieses Tier keine rote Nase wie sein besungener Verwandter

Rentier (Rangifer tarandus), alter Hirsch

Keine rote Nase, dafür aber ein Geweih, das bis zu 130 cm breit werden kann. Bei den natürlichen Vertretern von Rudolph the rednose reindeer tragen auch die Weibchen diesen mächtigen Kopfschmuck. 
Zu Hause sind Rentiere im hohen Norden Europas, Amerikas und Asiens, jedoch immer unterwegs. Auf der Suche nach Nahrung finden sie sich während der Wintermonate zu riesigen Wandergruppen zusammen und legen dabei Tausende Kilometer zurück. Minusgrade sind für Rentiere jedoch kein Problem – ihr dichtes Fell und eine dicke Fettschicht isolieren den Körper. Um zusätzlich Energie zu sparen, kühlen sie das Blut in ihren Beinen ab, sodass nur im Körperstamm eine konstante Temperatur von etwa 40°C herrscht. 
Während der Paarungszeit versammelt das Männchen mit seinen Rufen mehrere Weibchen um sich und verpaart sich mit ihnen. Hierbei gilt: Wer am lautesten ruft, bekommt die meisten Verehrerinnen.

Auflösung Tierstimme 2. Woche / Tipp: Dieses Tier spielt die Hauptrolle in einem berühmten Horrorfilm

Auflösung Tierstimme 2. Woche / Tipp: Dieses Tier spielt die Hauptrolle in einem berühmten Horrorfilm

Saatkrähe (Corvus frugilegus)

Die Spitze des Fernsehturms ist von dichten Nebelschwaden verschluckt, die Luft liegt nass auf dem Asphalt und in den kahlen Bäumen sitzen riesige Trauben schwarzer Vögel. Ihr Krächzen schallt über den Platz. Was wie die Szenerie aus einem apokalyptischen Film wirkt, kann man jedes Jahr zur Winterzeit in der Hauptstadt beobachten. Riesige Schwärme von Saatkrähen kommen dann aus den östlichen Brutgebieten und versammeln sich in der Hauptstadt zum Überwintern. Ihre große Anzahl vermittelt den Eindruck, dass es um den Bestand dieser Tierart gut bestellt ist. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Durch Standortvertreibungen und Jagd sind diese Rabenvögel in weiten Teilen Deutschlands gefährdet. Mittlerweile ist die Saatkrähe unter besonderen Schutz gestellt.

Auflösung Tierstimme 3. Woche / Tipp: Verwandter eines beliebten Haustiers

Auflösung Tierstimme 3. Woche / Tipp: Verwandter eines beliebten Haustiers

Eurasischer Wolf (Canis lupus)

Der Wolf feiert in Deutschland sein Comeback! Vor hundertfünfzig Jahren noch in ganz Europa verbreitet, wurde er in Mittel- und Westeuropa bis zur Ausrottung gejagt. Seit den 90er Jahren siedeln sich in den östlichen Bundesländern wieder einzelne Rudel an. 
Sein Verschwinden geht auf eine Urangst des Menschen vor dem Wolf zurück. Kein anderes Tier ist mythisch derart negativ besetzt wie der Wolf. Die Märchen der Gebrüder Grimm vom bösen Wolf machen noch heute Eindruck auf die kleinen Zuhörer. Zugegeben, ihr nächtliches Heulen, das man über mehrere Kilometer weit hört, hinterlässt bei vielen ein schauerliches Gefühl. Gemeinschaftlich stimmt das Rudel in das Geheul ein, festigt damit das Zugehörigkeitsgefühl der einzelnen Tiere innerhalb der Gruppe und markiert das Revier gegenüber anderen Rudeln. Seine Wiederansiedlung in einigen Regionen stößt nicht überall auf Akzeptanz. Auch hier wirken die Schauermärchen über den blutrünstigen und hinterlistigen Wolf nach. Dabei ist sein Comeback ein Glücksfall für das Ökosystem des Waldes. Durch sein Jagdverhalten reguliert der Wolf auf natürliche Weise den Wildbestand und spielt damit eine wichtige Rolle für das ökologische Gleichgewicht. Ein russisches Sprichwort lautet: „Wo der Wolf heult, ist der Wald gesund.“

Auflösung Tierstimme 4. Woche / Tipp: Ein Nobelpreisträger erforschte ihr Verhalten

Auflösung Tierstimme 4. Woche / Tipp: Ein Nobelpreisträger erforschte ihr Verhalten

Graugans (Anser anser)

Ihre Schreie sind schon zu hören, bevor sie am Himmel überhaupt zu sehen sind. Jedes Jahr während der Herbstmonate finden sich Schwärme von Graugänsen zusammen und brechen zu ihrer langen Reise gen Süden auf.  Majestätisch gleiten sie dann in riesigen V-Formationen über unsere Köpfe hinweg und wecken Sehnsüchte. Welche Route die Graugänse fliegen, richtet sich nach den Zugwegen, die schon die Elterntiere genommen haben. Auch in Sachen Partnerschaft sind die Graugänse wenig experimentierfreudig. Hat sich ein Pärchen einmal gefunden, bleibt es für gewöhnlich ein Leben lang zusammen. 

Auflösung Tierstimme 5. Woche / Tipp: Als Jungtier trägt dieser Waldbewohner weiße Flecken auf dem Rücken

Auflösung Tierstimme 5. Woche / Tipp:
Als Jungtier trägt dieser Waldbewohner weiße Flecken auf dem Rücken

Europäisches Reh (Capreolus capreolus)

In den meisten Fällen gehen diese scheuen Waldbewohner eher lautlos ihrer Wege. Mit etwas Glück sieht  man sie im Morgengrauen, wenn der Nebel noch schwer über der Erde hängt, äsend auf einer Lichtung und schon im nächsten Moment sind sie wieder verschwunden. Droht jedoch Gefahr, stoßen Rehe einen heiseren Laut aus, der ähnlich dem Bellen eines Hundes klingt. In der Fachsprache wird dieser Ton Schrecken genannt. Wild, das sich in der Nähe befindet, wird so über die Gefahrensituation informiert. Der Rehbock benutzt diesen Laut jedoch auch während der Brunft, um sich bei der Damenwelt anzukündigen und akustisch sein Revier zu markieren.

Auflösung Tierstimme 6. Woche / Tipp: Der Punker unter den Zugvögeln

Auflösung Tierstimme 6. Woche / Tipp: Der Punker unter den Zugvögeln

Seidenschwanz (Bombycilla garrulus)

Kleine Naturgeschichten passieren manchmal unmittelbar vor unserer Haustür. So haben Sie vielleicht im vergangenen Winter den einsamen Seideschwanz vom Potsdamer Platz kennengelernt. 
Dieser kleine Singvogel, der im Herbst eigentlich in größeren Gruppen aus Nordskandinavien und Russland zum Überwintern einfliegt, hatte sich in einer kleinen Parkanlage im Schilf eingerichtet und zwitscherte den gesamten Winter über in den schönsten Tönen. Im Frühjahr, wenn der Zug eigentlich in die Brutgebiete zurückkehrt, sang der Seidenschwanz noch immer. Er hatte den Heimflug verpasst und warb jetzt mit vollem Einsatz um eine Vogeldame, die nicht kam. Irgendwann war er dann verschwunden. Hoffen wir, dass er den weiten Weg nach Hause zurückgefunden hat. 
Auch in diesem Winter haben wieder viele Seidenschwänze ihr Quartier in unserer Hauptstadt bezogen. Markant sind ihre braune buschige Federhaube, ihr gelber Schwanz und ihre schwarzen Streifen im Kopfbereich. Wenn man die kleinen Wintergäste in einem Beerenstrauch bei der Nahrungssuche entdeckt, ist es nicht schwer, sie zu erkennen. 

Auflösung Tierstimme 7. Woche / Tipp: Europas häufigster Wildhund

Auflösung Tierstimme 7. Woche / Tipp: Europas häufigster Wildhund

Rotfuchs (Vulpes vulpes)

Nicht selten trifft man auf dem nächtlichen Nachhauseweg mitten in der City plötzlich auf einen Rotfuchs. Dieser schlaue Räuber hat sich innerhalb kürzester Zeit an seinen neuen städtischen Lebensraum angepasst. Rotfüchse sind Nahrungsopportunisten, d.h. sie fressen, was anfällt. In der Stadt sind Abfälle eine leichte Beute. Einige der tierischen Stadtbewohner haben ihre Nahrungssuche in Wohngebieten so perfektioniert, dass sie genau wissen, wo zu welcher Uhrzeit die Müllabfuhr vorfährt. Zur Winterzeit geht der Rotfuchs auf Paarungssuche. Während der Ranzzeit sind die kurzen Schreilaute, die Fähe und Rüde miteinander wechseln, gut zu hören.

Auflösung Tierstimme 8. Woche / Tipp: Kleiner Star mit großer Stimme

Auflösung Tierstimme 8. Woche / Tipp: Kleiner Star mit großer Stimme

Zaunkönig (Troglodytes troglodytes)

So klein er ist, so groß ist seine Stimme. Das Trillern und Rollern des Zaunkönigs schafft bis zu 90 Dezibel – eine Lautstärke, die der eines Presslufthammers vergleichbar ist. Tragen Männchen und Weibchen in den frühen Morgenstunden während der Brutzeit ein Liebesduett vor, dann kann es also laut werden vor dem Schlafzimmerfenster. Richtig auf Hochtouren kommt der Zaunkönig zur Balzzeit im Frühjahr. Ist das Männchen mit dem Nestbau fertig, soll sein Gesang Vogeldamen anlocken. Auch während der Wintermonate erfreut er uns mit seinen Liedern. Der Zaunkönig ist in unseren Breiten ein Standvogel und verlässt auch in der kalten Jahreszeit seine Brutgebiete nicht. 

Auflösung Tierstimme 9. Woche / Tipp: Seine Stimme sorgt in Krimis für Spannung

Auflösung Tierstimme 9. Woche / Tipp: Seine Stimme sorgt in Krimis für Spannung

Waldkauz (Strix aluco)

Wer nachts einen Spaziergang durch den Wald macht, wird staunen, wie viele Geräusche zu hören sind. Dachs, Fuchs, Marder und viele andere Tiere werden erst mit der Dämmerung aktiv. Jetzt im Winter sticht jedoch der Ruf eines Tieres ganz besonders hervor: Die Balzzeit des Waldkauzes hat begonnen und der Ruf des liebestollen Männchens ist kilometerweit zu hören. Sehen wird man diesen Nachtvogel jedoch kaum. Selbst wer eine Taschenlampe dabei hat, braucht viel Glück, um sein Gefieder mit der rindenähnlichen Tarnfärbung zwischen den Bäumen zu entdecken. 
Tiere, die in der Dunkelheit jagen wollen, benötigen geschärfte Sinne und müssen sich unbemerkt ihrer Beute nähern können. Beides beherrscht der Waldkauz in Perfektion. Sein Anflug auf Beutetiere, wie Vögel, Mäuse und andere Kleintiere, ist nahezu lautlos.  Sein Gehör ist so ausgeprägt, dass er selbst die Bewegung eines Regenwurms wahrnimmt, der auch auf seinem Speiseplan steht.

Auflösung Tierstimme 10. Woche / Tipp: Dieses Tier sieht mit seinen Ohren

Auflösung Tierstimme 10. Woche / Tipp: Dieses Tier sieht mit seinen Ohren

Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus)

Kennen Sie den Ruf der Fledermaus? Die hochfrequenten Ortungslaute sind in der Regel für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbar. Doch mit einem speziellen Gerät können wir Ultraschallwellen hören. Die kleinen nachtaktiven Säugetiere nutzen die ausgestoßenen Echolaute, um sich zu orientieren und die Position von kleinen Insekten auszumachen, die auf ihrem Speiseplan stehen. Fledermäuse sehen die Welt also nicht mit ihren Augen, sondern mit den Ohren.