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Berlin, 06. Juni 2011

Stellungnahme der Stiftung Naturschutz Berlin zu den Artikeln in der Berliner Morgenpost und im Tagesspiegel

Berliner Morgenpost und Tagesspiegel veröffentlichten am 30. und 31. Mai 2011 Artikel über die Finanzverluste, die die Stiftung Naturschutz Berlin 2009 im Zusammenhang mit dem Madoff-Betrugsfall erlitten hat. Der Vorwurf, anvertrautes Kapital „verzockt“ zu haben, ist ehrenrührig und entspricht nicht den Tatsachen. Daher sieht sich der Vorstand der Stiftung Naturschutz zu folgender Stellungnahme veranlasst:

1. Seit 1998 betreibt die SNB eine aktive und umsichtige Vermögensverwaltung sowohl für das eigene Stiftungskapital als auch für das treuhänderisch verwaltete Kapital aus den Ausgleichszahlungen für die Bebauung des Potsdamer Platzes. Dabei wurde für das Stiftungs-kapital ein Gewinn von 2,1 Mio. Euro und für das Treuhandkapital ein Gewinn von 9,5 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Stiftung ist Opfer eines der weltweit größten Betrugsfälle geworden, der die erwirtschafteten Gewinne für das Stiftungskapital um 400.000 Euro und für das Treuhandvermögen um 1,6 Mio. Euro schmälerte. Auslöser der Verluste waren nicht spekulative Anlagen „in der höchsten Risikoklasse“, sondern eben dieser Betrug, zu dessen Opfern auch andere namhafte Stiftungen in den USA wie beispielsweise die Shoa-Foundation und die Harvard-University gehören.

2. Zu dem beispiellosen Betrug konnte es nur kommen, weil sowohl die Bank Austria, die die Fonds aufgelegt hatte, als auch die Depotbank (HSBC) und auch die mit der Prüfung beauftragte Societät Ernest & Young ihrer Aufgabe nicht gerecht geworden sind. Aus diesen Gründen hat sich die SNB einem Klagefonds angeschlossen.

3. Die in den Beiträgen benannten Verluste sind ausschließlich auf diesen Betrugsfall zurück-zuführen. So war die Errichtung des Parks am Gleisdreieck zu keinem Zeitpunkt nicht nur nicht gefährdet. Vielmehr wurde, trotz des eingetretenen Verlustes ein Gewinn von immer noch 7,2 Mill. € erwirtschaftet, der dem Park zusätzlich zugute kommt.

4. Dass die Stiftung sich nicht dafür entschieden hatte, die treuhänderisch verwalteten Mittel in Bundesschatzbriefen anzulegen, hat folgenden Grund: Eine solche Anlage hätte die Errichtung des Parks am Gleisdreieck unmöglich gemacht. Denn vor Ende der sechs- bis siebenjährigen Laufzeit hätten monatlich lediglich 5.000 Euro vorzeitig entnommen werden können. Mit dem gewählten Anlageverfahren konnte die Stiftung neben den unter 1. genannten Gewinnen rund zehn Mio. für die Errichtung des Parks zur Verfügung stellen. Die Stiftung musste bei ihrer Anlagestrategie auch die „höchste Risikoklasse“ einbeziehen. Dies ist international gängige Praxis, weil nur so hochliquide Anlageformen, wie Futures, auf breit diverzifizierende Indizes, wie DAX oder Eurostoxx, eingesetzt werden können. International renommierte Stiftungen, wie Yale, Stanford und Harvard haben in ihren Depots lediglich einen geringen Rentenanteil von rund sieben Prozent.

5. Die Stiftung hat eine zu geringe Kapitaldecke und erwirtschaftet deshalb zu geringe Erträge. Um dies auszugleichen, erhält sie vom Land Berlin jährlich eine sogenannte Fehlbedarfsfinanzierung. Das bedeutet aber auch, dass im Falle von Mehreinnahmen oder Einsparungen die Zuwendung zurückgezahlt werden muss, dass die Stiftung also keine Rücklagen bilden kann, um mögliche Verluste bei der Vermögensverwaltung auszugleichen. Nicht ohne Grund verweist die Stiftung deshalb seit über einem Jahrzehnt darauf, dass dieses zuwendungsrechtliche Problem endlich gelöst werden muss.

Die 2009 vorübergehend entstandenen Verluste sind die Folge eines Betruges und nicht einer falschen Anlagestrategie. Der Ruf nach stärkerer staatlicher Lenkung ignoriert diesen Umstand und verkennt, dass auch das Land Berlin mehrfach Opfer eines Betruges wurde und es auch wieder werden kann. Die richtige Konsequenz aus diesem Vorgang wäre eine ordnungsgemäße Kapitalausstattung der Stiftung, wie dies die Wirtschaftsprüfer der Stiftung seit 2005 vom Land Berlin einfordern. 

Für Rückfragen, Interviews und weitere Auskünfte steht Ihnen die Stiftung gern zur Verfügung. Termine vereinbaren Sie bitte über die Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit, Heidrun Grüttner, Tel.: 030 – 26 39 41 22.