Ansprechpartnerin

Heidrun Grüttner Leiterin der ÖffentlichkeitsarbeitHeidrun Grüttner
Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit

030- 26 39 40

Unsere Freianzeigen


Presseverteiler

Tragen Sie sich online in unseren Presseverteiler ein

Berlin, 19. März 2012

PM 03/12: Moore sind ein bisschen wie Solaranlagen

Richtigstellung der SNB zum Artikel der taz „Senat bricht Klimaversprechen“

In ihrer Ausgabe vom 16. März 2012 behauptet die taz, die von der Stiftung Naturschutz Berlin mit Mitteln der Klimaschutzabgabe durchgeführte Moorrenaturierung würde den durch die Dienstflüge der Landesmitarbeiter verursachten CO2–Ausstoß nicht ausgleichen. Gleichzeitig wird festgestellt, dass der Senat somit sein Klimaversprechen breche.

Die Stiftung Naturschutz Berlin stellt hierzu Folgendes fest:
Moore sind in der Lage, erhebliche Mengen an CO2 im Boden zu binden. Gleichzeitig sind sie ein wertvoller Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Aus diesem Grund hat die Stiftung Naturschutz Berlin die Mittel aus der Klimaabgabe entsprechend eingesetzt.
Wer die Höhe der derzeitigen Kompensationswirkung kritisiert, verkennt, dass Emissionen eines Jahres nicht innerhalb eines Jahres wieder ausgeglichen werden können oder müssen. Die Kompensation erfolgt über mehrere Jahre, wie dies auch bei Projekten üblich ist, die in Ländern der „Dritten Welt“ durchgeführt werden. Im Falle der Renaturierung der Kleinen Pelzlaake wird die gesamte CO2-Menge nach ca. dreißig Jahren kompensiert sein. Da es sich um eine nachhaltige Maßnahme handelt, erhält man ab dem 31. Jahr eine positive Entlastung für das Klima. Neben der CO2-Kompensationswirkung hat die Renaturierung von Mooren weitere positive Wirkung auf die Berliner Umwelt und Natur, so z.B. auf das lokale Klima (Kühlfunktion), auf den Wasserhaushalt (Wasserspeicherfunktion) und auf die Tier- und Pflanzenwelt (Lebensraumfunktion). Wegen der deutlichen Treibhausgas-Emissionsverminderung, zu der Moorrenaturierungen führen, werden in Mecklenburg-Vorpommern neuerdings MoorFutures zur freiwilligen Kompensation von CO2-Emissionen verkauft, um entsprechende Projekte zu durchzuführen. Dabei wird von 50 Jahren Kompensationszeit ausgegangen.

„Wer sich heute eine Photovoltaik-Anlage kauft, weiß auch, dass diese Anschaffung sich erst in mehreren Jahren amortisiert haben wird“, so Dr. Johann-Wolfgang Landsberg-Becher, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Naturschutz Berlin, „dennoch ist das Geld gut investiert. Natürlich wäre es vorteilhafter, wenn der CO2-Ausstoß, der durch die Dienstreisen verursacht wird, sofort ausgeglichen werden könnte. Leider ist das nicht möglich. So bleibt nur eine achtsame Abwägung zwischen Kompensationswirkung und Investitionssumme. Auch wenn die volle Kompensation erst später als bei atmosfair-Projekten erreicht wird, hat eine Maßnahme, die hier durchgeführt wird den Vorteil, dass der Bestand der Maßnahme gesichert ist und jederzeit überprüft werden kann – dies ist bei Projekten in Nigeria, Nicaragua, Honduras, Ruanda oder Kamerun nicht immer der Fall.“

Für Rückfragen:
Heidrun Grüttner (Leiterin Öffentlichkeitsarbeit), Tel.: 030/26 39 41 22,
Email: heidrun.gruettner(at)stiftung-naturschutz.de
Justus Meißner (Fachreferent) Tel.: 030/26 39 41 24,
Email: justus.meißner(at)stiftung-naturschutz.de