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FÖJ BERICHTE

Berichte aus erster Hand

Einen ersten Eindruck vom Arbeitsplatz F Ö J
vermitteln die Erlebnisberichte

von:
Florian F. (19 Jahre):

Aylin K. (20 Jahre):

Elke K. (20):

Marlene K. (21 J.):

Nicole L. (20 Jahre):
FÖJ bei der Mess- und Prüfstelle Technischer Umweltschutz

FÖJ beim Mobilen Wasserlabor der Grünen Liga Berlin e.V.

FÖJ auf dem Biobauernhof Marienhöhe

FÖJ in der "Heinrich-Zille-Schule" in Berlin-Kreuzberg

FÖJ beim Gen-ethischen Netzwerk e.V.
 
Florian F. (19 Jahre):
FÖJ bei der Mess- und Prüfstelle Technischer Umweltschutz

Die Mess- und Prüfstelle Technischer Umweltschutz GmbH (MPU) ist eine amtlich benannte Messstelle, deren vornehmliche Aufgabe die Überwachung genehmigungspflichtiger Anlagen ist.
Als genehmigungspflichtige Anlagen gelten unter anderem Hochöfen, Müllverbrennungsanlagen, Kraftwerke, Produktionsanlagen usw

Der Arbeitsplatz variiert von einem warmen trockenen Büro über laute, heiße und stinkende Kesselhäuser bis hin zu windigen, nasskalten Schornsteinen. Ein exemplarischer Arbeitstag sieht ungefähr so aus:

Morgens kurz vor 7 Uhr Eintreffen in der Firma, um sich nach dem Umziehen auf den Weg zum Messort zu machen. Die während der Messung anfallenden Arbeitsgänge sind genauso vielseitig wie die zu messenden Stoffe.
Als Beispiel die Dioxin-Messung: Probennahmelanze in den Schornstein reinstecken, Dioxinator anhängen, Absauggerät einschalten, sechs Stunden warten und alles wieder abbauen - klingt einfach, wenn da nicht die Tücke im Detail wäre...

Ein Arbeitstag kann allerdings auch aus der Wartung der Messgeräte oder Reparatur der Messapparaturen bestehen, mal wäscht man auch Glasgeräte ab.

Die MPU ist meiner Meinung nach als Einsatzstelle gut geeignet, da ein sehr direkter Bezug zum Umweltschutz besteht, aber man sollte flexibel sein, da eine geregelte Arbeitszeit nicht immer möglich ist. Ferner sollte man improvisieren können und keine Angst vor dreckigen Händen haben - ganz zu schweigen von körperlicher Arbeit und frischer Luft.

Die Seminare sind eine gute Ergänzung zu der Arbeit in den Einsatzstellen und bieten eine Möglichkeit, sich mit anderen FÖJ-Teilnehmern zu unterhalten und Erfahrungen auszutauschen. Ferner bieten die fast frei wählbaren Themen ein großes Maß an Individualität.

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Aylin K. (20 Jahre):
FÖJ beim Mobilen Wasserlabor der Grünen Liga Berlin e.V.

Die Grüne Liga ist ein Umweltverband, der zahlreiche Projekte und Aktionen gestaltet.

Das Mobile Wasserlabor besteht seit 1992 und nimmt sich hauptsächlich Untersuchungen von Leitungswasser aus Berliner Haushalten und von Brunnenwasser aus Berlin und Umland vor. Es ist Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Gesundheit des Trinkwassers geworden. Wir geben Auskünfte zur Qualität des Trinkwassers, zu Anforderungen an Trinkwasserleitungen, zu Risiken von Trinkwasserfiltern, zur Qualität von Mineral-, Quell- und Tafelwasser, zur Eignung von Trinkwasser für Säuglinge und zur Einschätzung von Wasser aus Eigenversorgungsanlagen.
Wasserproben werden nach Absprache mit dem Kunden analysiert - bei Leitungswasser auf Schwermetalle, Blei, Cadmium, Zink und Kupfer, bei Brunnenwasser auf Ammonium, Nitrat, Nitrit, Eisen und Phosphat - und ausführlich ausgewertet.

Ich wurde zu Beginn von meiner Betreuerin in die Arbeitsbereiche eingeführt, für die ich später selbst verantwortlich sein sollte. So wurde ich mit dem Wasserlabor vertraut gemacht, mit der Abrechnung und sonstigen Büroverwaltungsaufgaben. Für die Kundenberatung musste ich noch viel lernen. Dazu ließ ich mir Sachen erklären, musste aber auch viel lesen oder hörte einfach bei Beratungen zu.
Inzwischen ist meine Arbeit sehr eigenständig, und ich benötige kaum noch Anleitung.

Die Themen der FÖJ-Seminare finde ich sehr interessant. Auch werden durch die FÖJ-Seminare oft Sachen angeregt, über die man sich sonst wahrscheinlich keine Gedanken gemacht hätte.
Von meiner FÖJ-Seminargruppe bin ich wirklich beeindruckt, und ich war erstaunt über die Kreativität und Spontanität. Außerdem sind wir eine Multikultigruppe, und man kann viel über andere Länder und Religionen erfahren.

Ich kann meine Einsatzstelle auf jeden Fall weiterempfehlen, denn man kann sich neben einigen nötigen Tätigkeiten mit den Themen beschäftigen, für die man sich besonders interessiert. Inzwischen bin ich um viele Erfahrungen reicher geworden. Ich weiß, wie der Arbeitsalltag aussieht, wie es ist, acht Stunden am Tag zu arbeiten und sein eigenes Geld zu verdienen. Außerdem überbrücke ich sinnvoll die Zeit, in der ich mir noch unklar über meine weitere Berufslaufbahn bin.

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Elke K. (20):
FÖJ auf dem Biobauernhof Marienhöhe

Mitten im Sommer fing ich an hier zu arbeiten und zugleich zu leben.

Von nun an hieß es, um sechs Uhr im Schweinestall bereitzustehen, um 50 große, kleine und sehr kleine "Steckdosen" zu füttern, auszumisten, einzustreuen, zum Herumtollen in den Auslauf zu lassen. Danach blieb manchmal noch Zeit für einen Streifzug durch den morgendlichen Garten, ehe dann Arbeitsbesprechung und gemeinsame Frühstücksrunde dran waren. Allermeistens folgte Gartenarbeit auf dem Fuße: Ich lernte dominante Unkräuter kennen, den Umgang mit der Pendelhacke und das Arbeiten unter tropischen Mittagstemperaturen und Sonnenhut.

Dazu kam noch Heuernte, Einwecken, Apfelsaft-Aktionen, mal Kühe zur Weide treiben, Kochtage - keinesfalls langweilig, auch nicht bei Regen.

Im Winter wurde der Alltag dann etwas geruhsamer. Füttern dauerte länger, weil erst Kartoffeln gewaschen und gedämpft, Möhren geschnetzelt werden mussten. Im Garten herrschte Winterruhe. Aber es gab Saatgut zu verlesen, Mieten zu kontrollieren, die Wintervorräte mussten durchsortiert werden und tausend kleine Reparaturarbeiten waren zu erledigen.

Ich war gespannt auf die Frühjahrszeit, auf das Anziehen der Pflanzen im Gewächshaus, das Bestellen des Gartens. Und freute mich schon wieder auf die vielen Vogelstimmen bei der Arbeit, auf die Pferde vorm Pflug, auf die Kühe, die wieder zur Weide können und ihren Winterstallfrust vergessen, und auf meine Sommerbehausung mitten im Garten - ein kleines Lehm-Holz-Haus, fast zugewachsen.

Zu empfehlen ist diese Einsatzstelle Marienhöhe auf jeden Fall, nur sollte einem klar sein, dass es einen Vollzeit-Job bedeutet und eigentlich ein Hier-Sein mit Haut und Haaren.

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Marlene K. (21 J.):
FÖJ in der "Heinrich-Zille-Schule" in Berlin-Kreuzberg

Die "Heinrich-Zille-Schule" ist eine Grundschule besonderer Art. Sie beherbergt zur Zeit 370 SchülerInnen, von denen 40 Kinder aufgrund einer geistigen, sprachlichen oder lernbedingten Behinderung einen speziellen Förderbedarf benötigen.

Das Aufgabenfeld der FÖJ-Stelle umfasst die Betreuung und Pflege des Schulgartens und der Grünflächen auf dem Schulgelände. Im Besonderen können umweltpädagogische Projekte organisiert werden, um sowohl LehrerInnen als auch SchülerInnen zu einem größeren Natur- und Umweltbewusstsein zu motivieren.

Sofort nach meiner Ankunft wurde ich von allen Seiten freundlich begrüßt und fühlte mich schon nach einer kurzen Eingewöhnungsphase sehr wohl dort.
Ich erhielt die verschiedenen Beschäftigungsmöglichkeiten im Bereich der Pflanzen- und Gartenpflege über die Organisation von Projekten und theoretischen Auseinandersetzungen mit umweltbezogenen Themen bis hin zum Kochen, Schwimmen und zur Betreuung behinderter und nichtbehinderter Kinder. Immer gab es irgend etwas zu tun. LehrerInnen baten mich um Mithilfe oder ich geriet ins Unterrichtsgeschehen.
Im Laufe des Jahres verselbständigten sich meine Arbeitsaufträge immer mehr, so dass ich letzten Endes meinen Tagesablauf in Absprache mit meinen beiden Ansprechpartnerinnen alleine koordinierte.

Ich bin sehr froh, mich für das FÖJ entschieden zu haben.
Es gibt vielerlei Gründe, die Herausforderungen für mich darstellten, wie z.B. die Seminargruppe und mein Platz darin (Zugehörigkeit, Ablehnung, Diskussionen, neue Gesichter, Namen, Geschichten, Freunde); die Seminarinhalte (theoretische Arbeiten, selbständige Vorbereitungen und viele Anregungen zu Hause etwas zu ändern / verbessern, gewecktes Interesse an bestimmten Themen zu vertiefen); nicht zuletzt natürlich meine Arbeit.

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Nicole L. (20 Jahre):
FÖJ beim Gen-ethischen Netzwerk e.V.

Das Gen-ethische Netzwerk (GeN) hat sich zur Aufgabe gemacht, die Kräfte von Organisationen und Einzelpersonen zu bündeln, deren Ziel es ist, einen weitsichtigen, kritischen Umgang mit der Gentechnologie zu vermitteln.

Außerdem gibt das GeN den Gen-ethischen Informationsdienst (GID) heraus.
Ich arbeite in der GID-Redaktion. Meine Arbeit als Autorin sieht folgendermaßen aus: Recherchieren, das Recherchierte in verständlicher Form zusammenfügen und zirka einundzwanzig mal überarbeiten. Als Produkt entsteht dann zum Beispiel eine Meldung, ein Hintergrundartikel, eine Buchrezension, eine Internetseiten-Besprechung oder eine Chronik.
Dann habe ich noch die ehrenvolle Aufgabe der Bildredaktion. Ich suche also Fotos, die zu den Themen passen, heraus. Eine meiner Aufgaben als Redaktionsassistentin ist z.B. die Pflege der Kontakte mit Anzeigenpartnern.
Meine Betreuerin ist die Chefredakteurin des GID. Sie gibt mir zu jeder für mich neuartigen Aufgabe Tipps und beantwortet geduldig meine Fragen. Sie hat es auch verstanden, mir begreiflich zu machen, worauf es beim journalistischen Schreiben überhaupt ankommt und wie man mit Hindernissen fertig wird. Ansonsten wird mir viel Selbständigkeit gewährt, was ich sehr wünschenswert finde.

Bezüglich meiner FÖJ-Seminargruppe bin ich sehr froh, die Gelegenheit zu haben, diese Leute kennenzulernen.
Gelernt habe ich in den FÖJ-Seminaren nicht so im schulischen Sinne, also Wissen angehäuft - eher etwas mehr Weitblick erlangt.

Meine Erwartungen an die Tätigkeit im FÖJ wurden nicht enttäuscht - viel eher wurden sie noch übertroffen. Ganz allgemein hat mir das FÖJ Zuversicht gegeben, dass ich wirklich das werden sollte und kann, was ich mir vorstelle. Das ist mir wichtig, da ich mir kein zufriedenes Leben vorstellen kann ohne einen Beruf, der mich nicht mit meinem ganzen Wesen fordert. Ich will keinen Job, den ich nur des Geldes wegen brauche - der Job muss mich sozusagen auch brauchen.

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Oekolaube
Foto: Archiv Stiftung Naturschutz
Projektarbeit
Projektarbeit mit den Schülern
Foto: E. Thiele
Elke
Elke K.
Foto: Archiv FÖJ