Im Portrait
- Dr. Detlef Besold

Grafiker/ EDV - Heidrun Grüttner

Leiterin Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit - Bernd Kuhlmann

Projektkeiter FÖJ - Tanja Lewe

Empfang - Josephine Löwenstein

Pädagogische Mitarbeiterin FÖJ - Justus Meißner

Referent Naturschutz und Umwelt, Leiter der Koordinierungsstelle Florenschutz - Horst Walligora

Öffentlichkeitsarbeit

Im Portrait: Justus Meißner
Naturschutzreferent in der Stiftung Naturschutz Berlin und Leiter der Koordinierungsstelle Florenschutz
Justus Meißner
Referent für Naturschutz
Leiter Koord. Florenschutz
Wenn der Sohn das heimische Planschbecken lieber bepflanzt als darin zu baden, können sich Eltern schon mal wundern. Denn Justus Meißner ließ schon im zarten Kindesalter landschaftsgestalterische Ambitionen erkennen: Für seine heiß geliebten Kaulquappen gestaltete der Dreikäsehoch im aufblasbaren Pool ein fast schon naturnahes neues Zuhause mitsamt Ufervegetation. Den Kaulquappen gefiel es, den Geschwistern weniger; und mit der Abwanderung der ausgewachsenen Frösche zum Nachbarn fand das Experiment seinen glücklichen Ausgang.
Justus Meißner ist seit Anfang dieses Jahres als Naturschutzreferent in der Stiftung Naturschutz Berlin für die so genannten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zuständig. Wird in Berlin gebaut und dabei die Natur beeinträchtigt, muss das an geeigneter Stelle wieder ausgeglichen werden. Wo und mit welchen Naturschutz-Projekten die finanziellen Mittel der Ausgleichsabgaben am besten eingesetzt werden können, das beurteilt der 43jährige Diplom-Ingenieur vor dem Hintergrund seiner langjährigen Erfahrung als Landschaftsplaner.
Als jüngstes von drei Kindern wächst Justus Meißner in der Nähe von Hannover „auf dem platten Land“ auf. Schon früh sucht er die Nähe zur Natur und besonders zum Wasser. „Wenn meine Eltern mich suchten, fanden sie mich eigentlich immer im Wald hinter dem Haus.“ In den dort vorhandenen Wassergräben examiniert der kleine Justus mit großer Hingabe Stichlinge und anderes Wassergetier.
Als Dreizehnjähriger engagiert sich der Schüler im örtlichen Angelverein, wo er sich über das Angeln hinaus intensiv mit Gewässerökologie, Renaturierung und Naturbeobachtung beschäftigt.
So fällt die Entscheidung für die passende Ausbildung leicht:
Justus Meissner beginnt ein Studium der Landschaftsplanung an der Technischen Universität Berlin. „Besonders überzeugt hat mich die Form des Projektstudiums, man kann das erworbene Wissen vom ersten Semester an konkret umsetzen.“ Auch die Vielseitigkeit begeistert ihn. Ein Projekt bringt ihn bis nach Nicaragua, wo die umweltgerechte Planung für eine Kleinstadt umgesetzt werden soll. „Eine beeindruckende Erfahrung, das Thema Entwicklungshilfe interessiert mich sehr. Aber ich hatte damals wie heute das Gefühl, auch hier vor Ort genug Defizite zu sehen, um die man sich kümmern muss.“
So entscheidet er sich dafür, seinen Schwerpunkt auf Landschaftsökologie, Naturschutz und Landschaftsplanung in Deutschland zu legen und vertieft systematisch seine Kenntnisse der hiesigen Flora und Vegetation.
Bereits während seines Studiums arbeitet er als studentischer Mitarbeiter in Forschung und Lehre am Institut für Ökologie der TU Berlin sowie für verschiedene Landschaftsplanungsbüros.
Er schließt sein Studium mit einer Diplomarbeit über das Naturschutzgebiet Lange-Damm-Wiesen und unteres Annatal bei Strausberg ab. Bis heute unterstützt er dort den Aufbau einer Heckrinder-Herde zur Pflege der Moorwiesen.
Grünordnungspläne, Landschaftspläne, Eingriffsgutachten, Umweltverträglichkeitsstudien, Projektmanagement - die Liste der beruflichen Erfahrungen, die Justus Meißner mit in die Stiftung bringt, ist lang. Als Naturschutzreferent möchte er das naturschutzfachliche Standbein der Stiftung verstärken. Als besonders angenehm empfindet er das tolle Team und das abwechslungsreiche Tätigkeitsfeld.
Justus Meißner engagiert sich auch privat für den Naturschutz:
Im Botanischen Verein beteiligt er sich an der floristischen Kartierung von Berlin und Brandenburg sowie an der Erstellung der Vereinszeitschrift, leitet Exkursionen, hält Vorträge und veröffentlicht Fachartikel. Auch bei der Gesellschaft für Ökologie e.V. und der Floristisch-soziologischen Arbeitsgemeinschaft e.V. ist er Mitglied.
Bleibt da noch Zeit für Entspannung?
Den Ausgleich findet der verheiratete Hobbygärtner inmitten seiner Wildpflanzen. Aber selbst dann drängt es Justus Meißner nach naturkundlichen Beobachtungen: Eine angelockte Biene lässt den passionierten Makrofotografen sofort zur Kamera greifen. Denn lange stillsitzen kann Justus Meißner nicht. Fragt man ihn nach seiner Lieblings-Freizeitbeschäftigung, lacht er:
„Auch wenn es für einen Landschaftsplaner nicht sehr originell ist:
Am liebsten machen meine Frau und ich Ausflüge in die brandenburgische Landschaft.“
August 2007


