Im Portrait
- Dr. Detlef Besold

Grafiker/ EDV - Heidrun Grüttner

Leiterin Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit - Bernd Kuhlmann

Projektkeiter FÖJ - Tanja Lewe

Empfang - Josephine Löwenstein

Pädagogische Mitarbeiterin FÖJ - Justus Meißner

Referent Naturschutz und Umwelt, Leiter der Koordinierungsstelle Florenschutz - Horst Walligora

Öffentlichkeitsarbeit

Im Portrait: Josephine Löwenstein
Pädagogische Mitarbeiterin FÖJ
Josephine Löwenstein
Pädagogische Mitarbeiterin
FÖJ
Sie ist, wenn man so will, in die Natur hineingeboren. In eine besonders schöne sogar. Ihr Geburtshaus steht im oberbayerischen Schluifeld, einem kleinen Ort unweit des Ammersees. Hier, auf dem Gutshof ihres Vaters, inmitten von Äckern, Wiesen und Tieren, kam Josephine Löwenstein als fünftes von sieben Kindern zur Welt. Hier genoss sie die ersten Jahre ihres Lebens; hier wurde ihre Liebe zur Natur geweckt.
Zwölf Jahre ist das Mädchen alt, als der Vater einen Erbhof im hessischen Odenwald übernimmt. Für die Familie bedeutet das Abschied von der altvertrauten Heimat. Auch für Josephine Löwenstein. Aus Schluifeld wegzugehen fällt ihr schwer. Trotzdem gewöhnt sie sich rasch an das neue Zuhause. „Landluft“, so sagt sie, „konnte ich auch hier atmen. Und Natur gab es, wie in Bayern, auch hier in Fülle.“ Noch heute erinnert sich die inzwischen 48-Jährige mit Dankbarkeit an viele Details ihrer Odenwalder Jahre - an den riesigen Garten beispielsweise, in dem sie unter Anleitung ihrer Mutter mit Obst, Gemüse und Blumen umzugehen lernte. Oder an die Ausritte mit Haflingern, die sich die Kinder von nahe gelegenen Reiterhof auszuleihen pflegten.
Dass das unmittelbare Erleben der Natur den Wunsch beförderte, Natur auch zum Beruf zu machen, liegt auf der Hand. 1977 nimmt Josephine Löwenstein ein Studium der Biologie an der Universität Würzburg auf, wechselt wenig später an die Uni Freiburg, wo sie das Vordiplom erwirbt, und geht 1980 zur FU Berlin, wo sie sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Gewässerökologie beschäftigt. Nach Abschuss des Studiums arbeitet sie drei Jahre lang an einer Untersuchung der Ökosystementwicklung am Tegeler See.
Der Wechsel nach Berlin ist für Josephine Löwenstein zugleich der Beginn eines intensiven umweltpolitischen Engagements. Sie arbeitet aktiv bei den Grünen mit, engagiert sich bei Aktionen der Giftgrünen Woche und gehört zu den Mitbegründern von Food Coops, für die sie die eigene Wohnung als Verkaufsraum zur Verfügung stellt. 1981 nutzt sie die von der Katholischen Studentengemeinde gebotene Möglichkeit, in Chile während der Semesterferien Basisgemeinden zu besuchen und an Sozialprojekten mitzuarbeiten. 1982 folgt ein dreimonatiger Aufenthalt in Kolumbien, wo sie an einem ASA-Studienprojekt zur Umwelterziehung mitwirkt.
Was sie in Kolumbien erlebt, prägt sich tief in ihr Bewusstsein ein. Mit eigenen Augen sieht sie die Folgen einer Wirtschaftspolitik, die sich bedenkenlos über die Bedürfnisse der Umwelt und die Gesundheit der Menschen hinwegsetzt. Und sie stellt sich die Frage, ob sie als Biologin im klassischen Sinne dem selbst gestellten Anspruch, Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen, gerecht werden kann. Die Antwort fällt ihr nicht schwer. Konsequent setzt sie fort, was sie in Berlin begonnen hat: ihre berufliche Orientierung auf den Bereich Ökologie. Schwerpunkt ihrer Arbeit sind die Seen und Fließgewässer in Berlin und Brandenburg. Sie gehört zum Autorenteam des Brandenburger Umweltatlasses, leitet ein Renaturierungsprojekt im Biesenthaler Becken und arbeitet mit am Pflege- und Entwicklungsplan für das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.
Ab Herbst 1996 ist Josephine Löwenstein als freiberufliche Dozentin für Naturschutz und Ökologie tätig – eine Arbeit, die ihr nicht nur hinreichend Zeit für die berufliche Weiterbildung lässt, sondern auch Möglichkeiten bietet, bei FÖJ-Seminaren und NABU-Jugendgruppen neue pädagogische Erfahrungen zu sammeln. Immer stärker beginnt sie sich auf das Thema Umweltbildung zu konzentrieren. Sie will nicht nur selbst mit Hand anlegen, wenn es um den Umwelt- und Naturschutz geht, sondern auch andere, vor allem junge Menschen, dafür motivieren.
Die Chance hierzu bietet ihr die Stiftung Naturschutz, die sie im September 1998 als Pädagogin im Freiwilligen Ökologischen Jahr einstellt. Für die Stiftung selbst ist die neue Mitarbeiterin ein Glücksgriff, eine Umweltschützerin mit Leib und Seele und eine Pädagogin aus Leidenschaft, die nicht nur mit Geschick und Überzeugungskraft ihr Wissen weitergibt, sondern die auch vorlebt, was sie lehrt - im heimatlichen Biesenthal ( wo sie zu den Initiatoren des Bürgerforums Lokale Agenda 21 gehört) ebenso wie in der Stiftung Naturschutz selbst. Hier, in ihrer „neuen beruflichen Heimat“, ist sie die konsequenteste Umweltschützerin von allen und ihre Einspar- und Änderungsvorschläge gelten der gesamten Einrichtung aber auch den einzelnen Kolleginnen und Kollegen. Auf ihren Vorschlag hin wurde erst jüngst eine Arbeitsgruppe in Leben gerufen, die sich, unterstützt von zahlreichen Mitarbeitern, ein wichtiges und anspruchsvolles Ziel gesetzt hat: den Büroalltag in der Stiftung Naturschutz noch stärker zu ökologisieren. Und es besteht kein Zweifel, dass ihr auch dies gelingen wird.
Autor: Horst Walligora, März 2006


