Im Portrait
- Dr. Detlef Besold

Grafiker/ EDV - Heidrun Grüttner

Leiterin Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit - Bernd Kuhlmann

Projektkeiter FÖJ - Tanja Lewe

Empfang - Josephine Löwenstein

Pädagogische Mitarbeiterin FÖJ - Justus Meißner

Referent Naturschutz und Umwelt, Leiter der Koordinierungsstelle Florenschutz - Horst Walligora

Öffentlichkeitsarbeit

Im Portrait: Horst Walligora
Mitarbeiter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Horst Walligora
Öffentlichkeitsarbeit
Auch wenn er nicht der Dienstälteste unter den Mitarbeitern ist – an Lebensjahren ist Horst Walligora seinen Kolleginnen und Kollegen ein gutes Stück voraus. Seit 1991 gehört der heute 69-Jährige dem Team der Stiftung Naturschutz an – davon viele Jahre als Redakteur der Zeitschrift „Grünstift“, die er in fast 90 Ausgaben journalistisch mitgeprägt hat. Auch nach der Einstellung des Umweltmagazins ist er der Stiftung treu geblieben - bis hinein in den „Ruhestand“, den er vor fünf Jahren zwangsläufig antrat, der ihn bis heute allerdings nicht daran hindert, der Stiftung seine weithin ehrenamtlichen Dienste als Texter, Redakteur und Korrektor anzubieten.
Den Weg zur Stiftung fand Horst Walligora durch eine – wenn man so will – glückliche Fügung. Motiviert durch seine Sympathien für die Bürgerrechtsbewegung in der DDR, hatte er nach der Wende Kontakt zur Grünen Liga aufgenommen, die ihn ihrerseits als Redakteur der Stiftung Naturschutz weiterempfahl. Und das mit gutem Grund. Denn Berufserfahrung als Journalist zumindest hatte der Empfohlene genug; und Liebe zur Natur seit Kindesbeinen ohnehin.
Dabei hatte es ursprünglich, was den Beruf betrifft, ganz anders ausgesehen. Nach dem Abitur in Luckenwalde hatte der gebürtige Schlesier zunächst an der Humboldt-Universität ein Studium der Wirtschaftswissenschaften absolviert und war danach
u. a. auf dem Gebiet der Finanzrevision und der Marktforschung tätig, ehe er Anfang der 60er Jahre, knapp 30-jährig, seine Leidenschaft fürs Schreiben entdeckte. Er bewarb sich erfolgreich bei der „Neuen Zeit“, dem Zentralorgan der Ost-CDU, schrieb über Außenpolitik und Weltwirtschaft und erwarb im externen Studium an der Fachschule Leipzig den Berufstitel Journalist. Nach dem Wechsel zur Berliner Redaktion der CDU-Bezirkspresse war er zunächst als stellvertretender Chefredakteur, später als Leiter der Redaktion tätig. Die spannende Zeit nach der Wende erlebte er u. a. als Leiter der Auslandsabteilung in der Dienststelle des damaligen Vorsitzenden der Ost-CDU, Lothar de Mazière.
Nach deren Abwicklung im Sommer 1991 folgten zwei Monate der Arbeitslosigkeit, ehe sich Horst Walligora die Möglichkeit einer beruflichen Neuorientierung bot. Dass er die Chance ergriff, hat er bis heute nicht bereut. Von Anfang an, so sagte er, war er höchst angenehm berührt von der offenen Arbeitsatmosphäre, die in der Stiftung herrschte. Was er zuvor in all seinen Arbeitsjahren nur selten erlebte und erleben konnte – hier, in dem relativ kleinen Kreis meist jüngerer Kollegen begegnete er Menschen, die sich voll mit dem Objekt ihrer Arbeit identifizierten. Und zum ersten Mal hatte er hier das Gefühl, etwas aktiv in Richtung Naturschutz bewegen zu können. Etwas, das ihn bis heute motiviert, die Arbeit der Stiftung zu unterstützen.
Dass ihm angesichts der vielen Rückschläge im Kampf um eine lebenswerte Umwelt manchmal Zweifel kommen, ob sich menschliches Verhalten ändern lässt, mindert nicht die Freude, die ihm das Erlebnis der Natur bereitet. Oft zieht er stundenlang durch Wald und Flur, per Pedes und per Rad und meist allein. Und auch im Urlaub sind es nicht die Orte voller Menschen, die er aufsucht, sondern jene Gegenden, die ihm Ruhe und Entspannung bieten, die Berge insbesondere, die alpinen und die in Schlesien und Böhmen, wo er große Teile seiner Jugendzeit verbrachte. Viele hat er in den vergangenen Jahren gemeinsam mit seiner Frau durchwandert – nicht selten, wie er sagt, auch „mit traurigem Herzen“, weil von der Pracht und Fülle der einstigen Natur in vielen Fällen nur noch Reste übrig sind.
Die Sehnsucht nach der unverbrauchten Landschaft spiegeln auch die kulturellen Interessen wider, denen er in seiner Freizeit nachgeht. Seine Ölmalereien beispielsweise und seine Vorliebe für die Musik der Romantik, die seine umfangreiche CD- und Plattensammlung dominiert - Klangwerke wie Beethovens „Pastorale“, wie die Liederzyklen Schuberts oder Dvoraks Sinfonien, die die Schönheit der Natur in Töne setzen und die Landschaften der Kindheit vor dem inneren Auge neu erstehen lassen. „Mag sein“, so räumt Horst Walligora ein, „dass manche solcherart Empfindungen nostalgisch nennen. Für mich sind sie ein Anlass, immer wieder nachzudenken. Nachzudenken darüber, was aus der Natur werden würde, gäbe es nicht Menschen und Institutionen, die sich um sie sorgen – so wie die Umweltschützer, so wie die Stiftung Naturschutz Berlin.“
Autorin: Anika Niebrügge, Dezember 2004


